Gäu
Im milden Winter fressen Bienen mehr – Imker lernen, ihr eigenes Futter herzustellen

Die Gäuer Bienenzüchter lernen ihre Völker mit selbst hergestellten Futterteig zu füttern.

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Wegen des milden Winters stellen Imker Blitzfutterteig her.

Wegen des milden Winters stellen Imker Blitzfutterteig her.

zvg

Die stark wechselnden, auch hohen Temperaturen den ganzen Winter hindurch, veranlassten die Bienenvölker frühzeitig zu brüten. Es kann gar vorkommen, dass sie ihr Brutgeschäft gar nie eingestellt hatten. Somit gab es für die Bienenvölker keine eigentliche Winterruhe. Dies bewirkt, dass die Bienen einen grösseren Futterverzehr beanspruchten, als dies in einem normal kalten Winter der Fall ist. Und so ist es möglich, dass es zum Verhungern von Bienenvölkern kommen kann.

Futterteigherstellung mit einfachen Hilfsmitteln

Um diesem Ereignis vorzubeugen, muss ein Imker seine Bienenvölker sehr gut im Auge behalten und den Restfuttervorrat periodisch kontrollieren und gegebenenfalls mit Futterteig zufüttern. Dahingehend informierte der Bienenzüchterveverein, BZV Gäu seine Mitglieder. An einem vor kurzem durchgeführten Workshop konnten die Bienenhalter bei Imker Franz Berger in Kestenholz lernen, ihren eigenen Futterteig herzustellen. Die interessierten Imker stellten einen sogenannten Blitzfutterteig selber her. Dabei wird Kristallzucker zunächst in einer Zuckermühle zu Staubzucker gemahlen. Dieser wird dann zu je einem Kilogramm in einen Gefrierbeutel abgefüllt und mit Invertsirup versehen.

Der Beutel wird luftdicht verschlossen und muss nun rund 14 Tage bei Zimmertemperatur gelagert werden. In dieser Zeit vermischt sich der Staubzucker mit dem Invertsirup, was einen homogenen festen Futterteig ergibt. Bei Futterknappheit kann nun der Imker diese Futterteigsäcke, versehen mit kleinen Einschnitten, direkt auf die Wabenträger über dem Bienenvolk auflegen. So können die Bienen bei Bedarf den Futterteig verzehren.

Elf Gäuer Imker machten am Workshop mit und es wurden rund 60 Kilogramm Blitzfutterteig hergestellt. Daniel Berger, Präsident des BZV Gäu freute sich am Interesse und dem engagierten Mitmachen der Imker. Er verriet, dass das genaue Rezept und die Verarbeitung auf der Vereinswebsite www.Bienen-so/Gäu oder über info@swiss-honey.ch angefordert werden kann. (mgt/frb)