«Wenn’s di fast verjagt vor Fröid, de chlatsch i d’Händ», sangen die 44 Kindergartenkinder gestern beim Spatenstich für den Neubau des Kindergartens aus vollen Kehlen. Freude verspürte auch Schulleiterin Doris Bärtschiger, schliesslich habe es lange genug gedauert, bis für das akute Platzproblem im Kindergarten mit nur zwei Schulungsräumen eine Lösung gefunden werden konnte.

Mitunter seien deshalb sogar die Garderobenräume im Kindergartengebäude für den Unterricht genutzt worden.

Kindergarten ist 36 Jahre alt

Pauls Stöckli erinnerte in seiner letzten Amtshandung als Gemeindepräsident an die Eröffnungsfeier des bestehenden Kindergartens im Jahr 1977, wo er als frischgebackener Gemeinderat ebenfalls anwesend gewesen sei. Der Gemeindepräsient erwähnte den Antrag der Schulleitung vom September 2011, die Räumlichkeiten des Kindergartens bezüglich Grösse und Ausstattung gemäss den Vorgaben des Kantons auszubauen.

Im Januar 2012 sei dann der Ausschuss Kindergarten gegründet worden, welcher im Mai 2013 dem Gemeinderat drei Entwürfe für einen Anbau vorgelegt habe. Derr Rat habe sich für die nun zur Ausführung gelangende Variante entschieden.

Der westlich an den bestehenden Kindergarten angebaute Holzbau weist eine Grundfläche von 220 Quadratmeter auf und bietet Platz für eine weitere Kindergartenklasse sowie einen Raum für die Heilpädagogin. Dazu kommen zwei Räume für Material und den Abwart, ein rollstuhlgängiges WC sowie Garderobe mit Entree.

Das von Architekt Max Bürgi ausgearbeitete Projekt, welches auch eine umfassende Sanierung des bestehenden, 290 Quadratmeter grossen Gebäudes vorsieht, kommt auf insgesamt 1,5 Mio. Franken zu stehen. Der Kredit für die Ausführung wurde von der Gemeindeversammlung am 6. November 2012 bewilligt. Mit der Bauleitung wurde das Architekturbüro Lütolf Waldschmid + Partner, Trimbach betraut, wie Stöckli abschliessend informierte.

Ein Käppi zur Erinnerung

Ebenfalls seine letzte Amtshandlung als Gemeinderat mit Ressort Gemeinde- und Kreisschulen bestritt Martin Benz, der auch den Auschuss Kindergartens präsidiert hatte. Ihm oblag es denn auch, die zahlreich zum Spatenstich erschienenen Gäste zu begrüssen. Unter ihnen waren neben den Einwohnergemeinderäten auch Bürgergemeindepräsident Emil Lämmle sowie die Kindergärtnerinnen Patricia Lüthi und Susanne Morandi. Diese hatten die schwierige Aufgabe, die 44 Kindergartenkinder vor dem symbolischen Spatenstich für das Erinnerungsfoto aufzustellen, was dann doch recht zügig gelang.

Nach dem Fototermin gab es für die Kinder kein Halten mehr, schliesslich waren sie darum gebeten worden, beim Spatenstich mit ihren von zu Hause mitgebrachten Schaufeln selbst Hand anzulegen. Und das taten sie mit einem solchen Eifer, dass sie darob die Zeit vergasen und beachtlich tiefe Gräben in den Boden gruben. Als Erinnerungsgeschenk für ihren tatkräftigen Einsatz bekamen die Kinder von der Einwohnergemeinde ein Käppi geschenkt, selbstverständlich in den Farben blau-weiss.

Aufrichtefest an Weihnachten

Auswirkungen auf die Bauzeit hat die «Vorarbeit« der Kindergärtler indessen nicht, wie Beat Bernhard vom Architekturbüro Lütolf Waldschmid + Partner mit einem Schmunzeln im Gesicht erwähnte. Gemäss Zeitplan soll der Rohbau bis Weihnachten fertiggestellt sein. «Und wenn die Arbeiten optimal vorankommen, könnte die Übergabe des Kindergartens an die Schule bereits im März 2014 erfolgen», stellte Berhard in Aussicht. Das Ziel sei aber ambitiös, bemerkte der verantwortliche Bauleiter.