Egerkingen
Im Gespräch mit den alten Meistern – Künstler Christoph R. Aerni öffnet sein Atelier

Christoph R. Aerni ist ein Maler mit tiefem Bezug zu den Altmeistern in der Kunst der Malerei. Er öffnet einmal im Jahr sein Atelier in der alten Pinselfabrik. Dies für ein Publikum, das seine Bilder liebt, neugierig auf das Neue ist und auch das Gespräch mit ihm sucht.

Madeleine Schüpfer
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Christoph R. Aerni in seinem Atelier in Egerkingen.

Christoph R. Aerni in seinem Atelier in Egerkingen.

Bruno Kissling

Christoph R. Aerni ist ein Maler mit tiefem Bezug zu den Altmeistern in der Kunst der Malerei. Zu Malern aus der Renaissance Zeit, zu der flämischen und holländischen Malerei mit Rembrandt und Rubens bis hin zu den Bildern eines Albert Ankers, der ihm in der Art, wie er Gesichter malte, immer ein Vorbild war.

Mit 12 Jahren war er zum ersten Mal im Bauernhaus von Anker in Ins, und viele Jahre später wieder und begegnete seinem Ururenkel, Matthias Brefin, mit dem er ein Gespräch über seinen Ururgrossvater hatte.

Im Ankerhaus liegen alle Gegenstände noch an ihrem ursprünglichen Ort, jeder Pinsel, auch der mit den feinen Rehwimpernhaaren hat immer noch seinen Platz, so wie dies Anker haben wollte.

Aerni sucht das Gespräch

Aerni liebt die Atmosphäre eines Ateliers, deshalb ist es ihm auch wichtig und wertvoll, einmal im Jahr sein Atelier in der alten Pinselfabrik zu öffnen. Dies für ein Publikum, das seine Bilder liebt, neugierig auf das Neue ist und auch das Gespräch mit ihm sucht.

In den weitverzweigten Räumen zeigt er Malereien, die fesseln, besinnlich stimmen, die aber auch in einem besonderen Mass vom Körper der Frau erzählen. Er malt Frauenakte, denn für ihn war in der Kunst auch der alten Meister der Frauenköper, die Nacktheit allgemein kein verpöntes Thema, es gehörte zur Bilddarstellung, auch im religiösen Bereich.

Den Körper einer Frau oder eines Mannes zu malen, war ein faszinierendes Abenteuer. Man spielte mit Formen, Farben und Bewegungen, mit Situationen, nicht immer gleich verständlich für den Betrachter, aber für den malenden Künstler ein Muss, weil der menschliche Körper all die grossartigen Formen in sich beherbergt, die man sich zum Malen wünscht.

Er malt, was ihn fasziniert

Mit solchen gedanklichen Zusammenhängen geht Aerni an seine Arbeit. Frauenakte fesseln ihn, sie dürfen auch betroffen machen, das Nackte und Verhüllte spielt miteinander. Beide Begebenheiten sind nicht immer leicht in einen Konsens zu bringen, weil man in der heutigen Zeit oft verlernt hat, solche Darstellungen künstlerisch zu betrachten.

Aerni darauf angesprochen, weshalb er Frauenakte malt, möchte sich dazu nicht erklären, alles tönt wie eine Suche nach einer Begründung, und die gibt es nicht, meint er. Man malt, was man liebt, sieht und was einen fasziniert.

Man sucht als Künstler nach vertieften Zusammenhängen, zieht Vergleiche mit früheren Darstellungen und taucht ein in eine Welt der Formen, der weiblichen Formen, die einen gefangen nimmt.

Atelier-Ausstellung Christoph R. Aerni, Tschertligasse, Egerkingen. Öffnungszeiten: Fr, 11. Nov., 17–19 Uhr; Sa, 12. Nov., 11–18 Uhr; So, 13. Nov., 11–18 Uhr.

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