Balsthal

Im Fokus: «Eurovision de la Saucisson»

Wurst, Brot und Senf: Das Siegersujet der Fasnacht 2015. Fotos: Remo Fröhlicher

Viele Farben, viele schräge Töne und ...viel Wurst gab es am Umzug. Die einheimischen Fasnachtsgruppen liessen sich nicht lumpen.

Sehr viele Leute haben mit der Fasnacht nicht viel am Hut. Diese Tatsache haben die in bequeme Morgenmäntel gehüllten Aphronixen zum Thema gemacht: «üis isch d Fasnacht wurscht, drum mache mir e TV-Obe!» Das Mitverfolgen Umzugs vom Strassenrand aus ist aber den meisten Fasnachtsmuffeln doch nicht ganz «wurscht». Das bewies einmal mehr die grandiose Zuschauerkulisse. Gespannt durfte man auf die Umsetzung des diesjährigen Fasnachtsmottos «Es isch wurscht» sein.

Die Tambouren Laupersdorf-Thal.

Die Tambouren Laupersdorf-Thal.

Und die einheimischen Fasnachtsgruppen liessen sich nicht lumpen. So meinten die Höckeler: «Oeis isch wurscht, wenn d’Goldgass nid autofrei isch» usw. Wurscht ist ihnen aber nicht, wenn es kein Bier mehr gibt. Die Büttysuger, als Schweden verkleidet, offerierten zum Ikea-Hot-Dog einen Elchtest-Shot (Schnaps). Sie hoffen auf personell bessere Zeiten! Die Macarenas trösteten sich so: «E verseichte Summer, ir Gfrüüri vüu Würscht, grilliere im Winter git au schön Durscht.» Ob die von den Chnuppesagern angekündigte «Eurovision de la Saucisson» Furore machen wird, wird sich weisen. Die Grunzer waren trotz ihres Miniwagens, dafür mit Maxiwurst, einmal mehr «im Schwung».

Die Oldie Girls, die zusammen mit den Diudäppeli ihren 10. Geburtstag feiern konnten, erschienen als Miss Piggy. Sie holten die Zuschauer und platzierten sie auf ihrem Wagen für kurze Zeit in der Muppet-Show-Loge. Die Blauring- und Jungwachtgruppe war nicht die einzige, welche die Zuschauer reichlich mit Kostproben der Wurstmacherkunst versorgte. Übrigens: Angeführt wurde der Umzug durch die Sieger der Maskenprämierung, natürlich verkleidet als Wurst mit Brot und Senf.

Eine vergessen gegangene Spezialität: Schweinskopf.

Eine vergessen gegangene Spezialität: Schweinskopf.

Immer mehr machen mit

Den Senf zu all diesen Sujets, und zwar in sehr positivem Sinn, gaben alle andern Mitwirkenden des Umzugs. Insgesamt zehn Guggenmusiken, zwei sogar aus dem «Ausland», nämlich aus Trübbach SG und Biel, brachten viel Farbe und herrlichen Sound in die Gassen. Auffallend der Auftritt der Rohrspatzen Thal, welcher als Symbol vermehrter regionaler Zusammenarbeit verstanden werden könnte. Bemerkenswert auch, wie viel Matzendörfer aus ihren Schneckenhäuschen gekrochen sind und Bauschtu fast in ein «Chinatown» verwandelten. Das zunehmende Mitmachen zahlreicher Gruppen und Guggen aus der Region stellt überhaupt eine grosse Bereicherung für den Umzug dar.

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