Naturpark Thal

Illegaler Rastplatz muss entfernt werden – Naturparkhotel bleibt das Ziel

Fredy Grimm vor dem Sitzplatz, den er bis Ende Juni in seinen ursprünglichen Zustand zurückversetzen muss.

Fredy Grimm vor dem Sitzplatz, den er bis Ende Juni in seinen ursprünglichen Zustand zurückversetzen muss.

Fredy Grimm muss auf dem für das Naturparkhotel vorgesehenen Areal in Welschenrohr einen illegal errichteten Rastplatz entfernen.

Fredy Grimm sorgte Ende September 2016 mit der Idee, in seiner Wohngemeinde ein Hotel für 20 Mio. Franken zu bauen, für Schlagzeilen. Realisieren wollte der 77-jährige Unternehmer das ambitiöse Projekt mit 60 bis 80 Zimmern und Wellnessbereichen nordöstlich des Dorfes an einer Hanglage ausserhalb der Bauzone.

Mit der Einbettung in die Natur wollte Grimm sein Projekt als Aufwertung für den Naturpark Thal verstanden wissen. Als möglichen Stolperstein erwähnte der umtriebige Unternehmer damals gegenüber dieser Zeitung die dafür nötige Umzonung des Areals. Der Kanton liess denn auch postwendend verlauten, dass ein Hotel an einer so exponierten Lage kaum eine Chance auf Bewilligung haben dürfte.

Damit hat sich Grimm inzwischen abgefunden, treibt aber das Hotelprojekt mit unvermindertem Elan weiter voran. Als möglichen Bauplatz hat er nun Parzellen in der Reservezone oder in der Bauzone am westlichen Siedlungsrand von Welschenrohr im Visier.

Dort versucht er, das benötigte Land zu erwerben. Es liege ihm sehr am Herzen, das Hotel noch zu Lebenszeit entstehen zu sehen, sagt Grimm. Deshalb habe er diese Woche auch bei der Regierung in Solothurn vorgesprochen. «Meine Pläne wurden gut aufgenommen und das Hotel als mögliches Leuchtturmprojekt bezeichnet.»

Sitzplatz muss rückgebaut werden

Weniger einvernehmlich verlief hingegen der Rechtsstreit mit dem kantonalen Bau- und Justizdepartement (BJD). Bei diesem ging es sinnigerweise um das Grundstück, auf dem Grimm das Hotel in der ersten Projektphase bauen wollte.

Auf dem ausserhalb der Bauzone liegenden und von der Juraschutzzone überlagerten Gebiet hatte er vor etwa fünf Jahren einen Sitzplatz mit Steintisch, Steinbänken und einer Feuerstelle gebaut. Dazu kommen die Abfassung einer Quelle, das Aufstellen eines Brunnens und eines Geräteschopfs sowie an der Westgrenze des Areals ausgelegte Jurasteinblöcke.

Den Sitzplatz hatte er zudem mit einer Zufahrt aus Mergel zugänglich gemacht. Entdeckt worden sei der Sitzplatz wohl bei der Abnahme eines nahe gelegenen Weihers der Bürgergemeinde durch den Kanton, vermutet Grimm.

Fest steht indes, dass der Kanton die örtliche Baukommission aufforderte, ein nachträgliches Baugesuch für die erwähnten Bauten und Anlagen auf dem Sitzplatz einzufordern. Dieses Baugesuch sei mit Verfügung vom 12. Mai 2016 nicht nur wegen Bauen ausserhalb der Bauzone in allen Punkten abgelehnt worden, ereifert sich Grimm.

Das BJD habe auch behauptet, dass er dort eine Tannenbaumkultur betreibe und dass diese zusammen mit den anderen Einrichtungen entfernt werden müsse. Er habe noch nie eine Tannenbaumkultur betrieben, sagt Grimm mit Verweis auf die rund 20 Jahre alten Tannen auf dem Gelände. Diese Bäume hätten zusammen mit den dort ebenfalls anzutreffenden Laubbäumen die wichtige Funktion, den Hang vor dem Abrutschen zu bewahren.

Gericht gibt Grimm teilweise recht

Eine von Grimm in dieser Sache eingereichte Beschwerde wurde vom BJD mit der Begründung abgewiesen, dass es sich bei den rund 100 Tannenbäumen um eine Monokultur handle. Nach einer weiteren Beschwerde von Grimm wurde bei einem vom Verwaltungsgericht einberaumten Augenschein festgestellt, dass es sich beim besagten Wäldchen nicht um eine Tannenbaumkultur handeln kann.

Unter den vor Ort gewonnenen Eindrücken signalisierte schliesslich auch BJD Entgegenkommen, was die Entfernung der Bäume anbelangte. Grimm stört dabei besonders, dass der Vertreter des BJD auf Nachfrage des Gerichts eingeräumt hatte, das Areal vorher nicht besichtigt zu haben.

Umso grösser ist Grimms Genugtuung darüber, dass das Verwaltungsgericht zum Schluss kommt, die Bestockung sei aus hydrologischer Sicht so zu belassen, weil ansonsten ein Abrutschen des Hanges die Folge sein könnte. Grimms Beschwerde wurde damit teilweise gutgeheissen.

Teilweise recht bekam er auch wegen der ebenfalls verlangten Entfernung des Zaunes. Entfernen muss er nur den auf der Südseite neu aufgestellten Zaun. Die seit Jahrzehnten bestehende Einfriedung auf der Nord-, West und Ostseite des Grundstücks darf er stehen lassen, aber nicht mehr erneuern.

Zeit bis Ende Juni

Komplett rückgebaut werden müssen hingegen der Sitzplatz und der Zufahrtsweg. Um alles in den ursprünglichen Zustand zurückzuversetzen hat Grimm bis Ende Juni Zeit. Dieser Verfügung des Verwaltungsgerichts will er Folge leisten, auch wenn er es schade finde, dass damit im Naturpark Thal ein für die Öffentlichkeit zugänglicher Rastplatz verschwinde.

Mit diesem Platz hätte offenbar auch die Gemeinde leben können, wie Baukommissionspräsident Rainer Germann auf Anfrage erklärt. «Aus unserer Sicht ist ein Rückbau unverhältnismässig.» Unbestritten sei aber, dass sich der Platz auserhalb der Bauzone befinde und damit illegal erstellt worden sei.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1