Wolfwil
Illegale Entsorgung von Gartenabfällen soll gestoppt werden

Der Grünabfall soll aus dem Wald verbannt werden: Die Bürgergemeinde Wolfwil will der illegalen Entsorgung von Gartenabfällen entgegenwirken.

Erwin von Arb
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In den Wäldern in der Region wird immer wieder illegal Grüngut entsorgt und damit die Ausbreitung von exotischen Pflanzen begünstigt. (Themenbild)

In den Wäldern in der Region wird immer wieder illegal Grüngut entsorgt und damit die Ausbreitung von exotischen Pflanzen begünstigt. (Themenbild)

Rahel Plüss

Der Wolfwiler Gemeinderat beschäftigte sich an seiner ersten Sitzung seit Beginn der Sommerfeien mit einem Schreiben der Bürgergemeinde. Diese fragte bei der Einwohnergemeinde nach, wie die Grünabfuhr in Wolfwil attraktiver gestaltet werden könnte. Begründet wird dieses Anliegen damit, dass im Wald immer wieder Grünabfälle illegal entsorgt werden.

Auf Anfrage erklärt Bürgergemeindepräsident Urs Räber, dass es sich dabei nicht um grösseres Problem handelt, das sofortige Massnahmen nötig mache. Dennoch könne nicht länger geduldet werden, dass Haubesitzer weiterhin in regelmässigen Abständen ihre Schnittabfälle von Hecken und Rasen kostenlos im Wald entsorgten.

Hochsaison herrsche jeweils im Sommer und im Herbst wegen des raschen Wachstums der Gartenpflanzen. Auch ausgegrabene Wurzelstöcke oder nicht mehr benötige Blumen wie etwa Geranien würden immer wieder im Wald gefunden.

Grünabfuhr ist defizitär

Das Ablagern von Grüngut im Wald ist aber nicht nur illegal, sondern auch fahrlässig, wie Räber erwähnt. «Auf diesem Weg gelangen nicht einheimische Pflanzen wie etwa das Drüsige Springkraut, die Kanadische Goldrute oder der Kirschlorbeer in den Wald. Dabei handele es um invasive Neophyten, welche fast nicht aus dem Wald entfernt werden könnten.

Dies sei mit ein Grund, warum der Bürgergemeinderat dem wilden Entsorgen von Grünabfällen im Wald den Riegel schieben möchte, bemerkt Räber. «Darum haben wir uns Rat auch die Frage gestellt, ob die Grünabfuhr im Dorf vielleicht zu wenig attraktiv ist und deshalb auf diesem Weg etwas getan werden könnte.»

Räber betont gleichzeitig, dass die Bürgergemeinde mit dieser Anfrage keinen Druck ausüben wolle. «Wir möchten gemeinsam mit der Einwohnergemeinde eine gangbare Lösung erarbeiten», so Räber.

Eine solche Lösung zu finden, dürfte schwierig werden, wie Gemeindepräsident Georg Lindemann dazu erklärt. Die an jedem zweiten Montag im Monat durchgeführte Grünabfuhr günstiger zu gestalten als bisher, erachtet Lindemann als nicht praktikabel.

Als Grund erwähnt er, dass diese nicht kostendeckend betrieben werden könne. Eine Grünmarke für ein 140-Liter-Behältnis wird für Fr. 4.30 abgegeben, die realen Kosten betragen aber Fr. 8.40. Die 240-Liter-Grünmarke kostet Fr. 8.80, die Gemeinde muss dafür Fr. 13.60 hinblättern.

Umgerechnet auf das Jahr gibt die Gemeinde für die Grünabfuhr 25'000 Franken aus, nimmt aber durch die verkauften Marken nur etwa 13'000 Franken ein. Die Finanzierungslücke von 11 500 Franken stopft jeweils die Gemeinde, wie Lindemann ausführt.

Höhere Preise kontraproduktiv

Mit Blick auf diese Zahlen sei auch eine Ausweitung des Angebotes auf wöchentlich durchgeführte Grünabfuhren kein Thema. Damit könnten auch die wenigen Unverbesserlichen im Dorf, die ihre Schnittabfälle am Wochenende sofort entsorgen wollten, nicht von ihrem Tun abgehalten werden, argumentiert Lindemann.

Um bei der Grüngutentsorgung schwarze Zahlen schreiben zu können, müssten eigentlich die Tarife erhöht werden. «Das ist im Prinzip richtig, würde aber wohl dazu führen, dass vielleicht noch mehr Grünabfälle als bisher im Wald landen», gibt der Gemeindepräsident zu bedenken. Kaum Einsparpotenzial ortet Lindemann bei einem allfälligen Wechsel des Abnehmers für das Grüngut aus Wolfwil.

Dieses wird in die Kompogas AG nach Langenthal gebracht. Ob die Kompogas AG in Oensingen kostenmässig eine wirkliche Alternative sei, könne er nicht sagen. Die Höhe des erwähnten Defizits bei der Grünentsorgung beurteilt Lindeman indes als vertretbar.

Oder die Grünentsorgung wird in die Spezialfinanzierung Abfallentsorgung integriert und damit künftig quersubventioniert? Das sei durchaus denkbar, erklärt Lindemann mit dem Verweis, dass sich nun die Umweltkommission mit der Anfrage der Bürgergemeinde auseinandersetzen wird.

Diese soll Vorschläge unterbreiten, wie das Problem der wilden Entsorgung von Grüngut im Wald zusammen mit der Bürgergemeinde angegangen werden könnte.