«Auf jeden Fall ist es kein Thema, das uns unter den Nägeln brennt und unsere Agenda bestimmt», sagt  Rolf Riechsteiner. Wie das Bauland im Thal zu einem grossen Teil hiesigen Familien gehöre, sei das Industrie- und Gewerbeland im Besitz ansässiger Unternehmen.

Das habe einen Einfluss auf die Verfügbarkeit, weil das Land oft als Reserve gehalten werde. Grösser als im Thal sei der Druck auf Industrie- und Gewerbeland im Gäu und im Bipperamt, stellt Riechsteiner fest. Dort seien auch die Preise höher als im Thal, wo der Quadratmeter Industrie- und Gewerbeland für rund 90 bis 125 Franken zu haben sei.

Viel mehr als die Landfrage drücke die Unternehmer im Thal das Verkehrsproblem in der Klus. Für eine erfolgsversprechende Ansiedlungspolitik müsse dieses Engnis dringend beseitigt werden, unterstreicht Riechsteiner, der beruflich als Mitinhaber des Planungs- und Ingenieurbüros BSB+Partner tätig ist.

Ansiedlungen und Entwicklungen seien heute vor allem entlang von A1 und A5 zwischen Egerkingen und Biel festzustellen. Das Thal habe schlechtere Karten, weil der Jura wie eine Wand wirke. Dieser Nachteil wäre durch die Behebung des Flaschenhalses Klus massgeblich zu verringern: «Das Thal und sein Zentrum Balsthal wären optimal an das Autobahnnetz angebunden, weil es keine Staus mehr gäbe.»

Was im IHV hin und wieder auch diskutiert werde, sei die grossflächige Beanspruchung von Industrie- und Gewerbeland in gewissen Thaler Gemeinden, zum Beispiel in Matzendorf und Aedermannsdorf durch gewerbliche Pferdehaltung, die in der Landwirtschaftszone nicht statthaft sei. Allerdings wäre wohl kaum zu erwarten, dass sich neue Unternehmen ansiedeln würden, wenn dieses Land nicht belegt wäre. Und welchen Einfluss hat der Naturpark auf Industrie und Gewerbe im Thal: «Er ist für uns nicht spürbar – weder negativ noch positiv.»