Oensingen

Ihre «Zibelizöpfe» stammen zu 100 Prozent aus dem Dorf

Annina Tschumi zeigt stolz ihre selbst hergestellten Zwiebelzöpfe.

Annina Tschumi zeigt stolz ihre selbst hergestellten Zwiebelzöpfe.

Wenn vom 24. bis 26. Oktober der Zibelimäret steigt, dann darf Annina Tschumi nicht fehlen. Seit über 30 Jahren ist sie dort mit selbst gefertigten Produkten, die zu 100% aus dem eigenen Landwirtschaftsbetrieb stammen präsent.

Wenn vom 24. bis 26. Oktober der Zibelimäret steigt, dann darf Annina Tschumi nicht fehlen. Seit über 30 Jahren bindet sie Zwiebeln zu kunstvollen Zöpfen, Kränzchen und Herzen. Sie ist mittlerweile die Einzige, deren Produkte zu 100 Prozent aus dem eigenen Landwirtschaftsbetrieb stammen.

«Die Tschumis haben schon immer Zwiebeln angepflanzt, aber das waren primär Setzzwiebeln. Zu Beginn habe ich einfach der Schwiegermutter geholfen, da war unsere Teilnahme am Zibelimäret noch im kleinen Rahmen», blickt Annina Tschumi auf die Anfänge zurück.

«In der Landwirtschaftsschule Waldhof in Langenthal, wo ich Hauswirtschaft unterrichtete, lernte ich später Zöpfe binden.» Und seitdem ist Annina Tschumis Engagement am stimmungsvollen Zibelimäret in Oensingen nicht mehr wegzudenken.

Anfänglich noch im Team mit zwei anderen Bäuerinnen, betreibt die Familie Tschumi, unterstützt von einigen Helfern, nun seit rund 20 Jahren den eigenen Stand.

Markttage sind krönender

Die Freude der Marktbesucher an den dekorativen Werken ist es, was Annina Tschumi immer wieder für die grosse Arbeit motiviert. «Die Begegnung und der Austausch mit den Leuten gefallen mir.

Auf einem Bauernbetrieb gibt der Jahresablauf die Arbeiten vor, da ist man oft absorbiert und hat weniger Zeit für Kontakte», sagt die gebürtige Bündnerin. Deshalb geniesst sie die drei Tage am Marktstand auch als krönenden Abschluss einer langen Vorbereitungszeit.

«Das Anpflanzen von Zwiebeln ist heikler, als man landläufig meint», so Tschumi. Zumal mit der Aussaat im März eine Zeit beginnt, in der ein ständiges Hegen und Pflegen, ein regelmässiges Jäten erforderlich ist, bevor im Juli in Handarbeit die Ernte erfolgen kann.

«Zum ersten Mal in 30 Jahren mussten wir in diesem Jahr zweimal säen, weil die erste Saat zu viel Wasser abbekommen hat.»

Trockenheit hinterliess Spuren

Dafür litt der Zwiebelanbau nachher wie vieles andere auch unter dem sehr trockenen Sommer. «Wegen deS harten BodenS ist ein Teil Zwiebeln nicht rund gewachsen und ist deshalb für die Zöpfe nicht geeignet.

Und dort, wo der trockene Boden aufriss, hat sich die Schale der roten Zwiebeln verfärbt, was auch nicht schön ist», beschreibt Tschumi die Schwierigkeiten dieses Jahres.

Dazu komme, dass das Kraut nicht üppig sei und weniger gut halte als üblich auch die Menge an grossen Zwiebeln tiefer ausgefallen sei.

Dies alles hat die eigentliche Handarbeit des Zusammenstellens nicht einfacher gemacht.

«Wichtig ist, dass ich die Zwiebeln gut vorbereite, sie nach Grösse sortiere, dann geht das eigentliche Binden schneller», erläutert Tschumi ihre Arbeitsweise.

Seit Anfang September stellt sie an zwei bis drei Wochentagen Zöpfe, Kränzchen und Herzen her. So viel eben, wie neben der üblichen Arbeit und ihrem Pensum als Hauswirtschaftslehrerin möglich ist.

Und ohne Zweifel werden auch diese Zöpfe ihre Abnehmer finden, wie Annina Tschumi aus Erfahrung weiss «Einen Monat später gehe ich dann auch noch an den Berner Zibelemärit. Letztes Jahr habe ich in Oensingen alles verkauft und musste für Bern nochmals nachproduzieren.» (cmo)

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