Wie laut waren doch die Stimmen, als Anfang dieses Jahres bekannt wurde, dass der Zibelimäret nicht mehr auf der Hauptstrasse stattfinden wird. Wie skeptisch waren die Oensinger gegenüber den vielen Änderungen, die ihrem geliebten Zibelimäret aufgezwungen wurden. Jetzt ist dieser bereits wieder vorbei und diese Zeitung fragt bei OK-Präsident Max Keller nach, ob es denn wirklich so schlimm war, wie ursprünglich befürchtet.

Herr Keller, wie erlebten Sie den diesjährigen Märet?

Max Keller: Ich finde, er ist grundsätzlich sehr gut verlaufen. Ich bin überrascht, wie viele positive Reaktionen wir erhalten habe. Die meisten meinten, das OK habe sich mit der Planung grosse Mühe gegeben. Das freut uns natürlich. Trotzdem lässt sich nicht leugnen, dass dieser Zibelimäret nicht einer der besten war.

Lag das eher am Wetter oder eben doch an den neuen Auflagen?

Definitiv am schlechten Wetter. Es war einfach richtig «grusig». Dass der Regen Schuld war, konnte man am Sonntag gut beobachten: Kaum hat es aufgehört zu regnen, gab es viel mehr Besucher. Der Umsatz der Aussenstände litt sicher unter dem schlechten Wetter. Auf die Stübli und Zelte hatten die Kälte und Nässe aber keinen grossen Einfluss, die waren eigentlich immer gut gefüllt. Petrus ist Oensingen in diesem Jahr sowieso nicht so wohlgesinnt, er hatte es ja schon an der Sonnwendfeier nicht allzu gut gemeint (lacht).

Haben sich die Befürchtungen wegen des neuen Standorts bewahrheitet?

Da gibt es unterschiedliche Meinungen. Die einen finden, wir haben eine sehr gute Lösung gefunden, die anderen trauern immer noch dem Standort auf der Hauptstrasse nach. Wir wussten von Anfang an, dass wir es nicht jedem recht machen können. Trotzdem bin ich der Überzeugung, dass wir das Beste aus unserer Situation gemacht und eine gute Lösung gefunden haben.

Trotzdem gibt es doch sicher einige Optimierungsmöglichkeiten?

Natürlich, die gibt es immer. Es handelt sich dabei aber eher um kleinere Verbesserungsvorschläge. So waren beispielsweise nicht alle Standbetreiber mit der Lage ihres Standes zufrieden. Ich habe auch bereits den Wunsch vernommen, im nächsten Jahr beidseitig Stände zu stellen. Da könnten aber die Strassenbreite und die Erschliessungskosten für Elektrizität und Wasser zum Problem werden. Ausserdem überlegen wir, die Stände auf der Kronengrasse auf die andere Strassenseite zu stellen. Viele haben bemängelt, dass man ins Nirgendwo blickt, sobald man das Gewerbezelt verlässt. Wir werden dieses Jahr nun zuerst innerhalb des Organisationskomitees analysieren. Anschliessend folgt dann die Besprechung mit den Vereinen und Standbetreibern.

Sind diese zufrieden?

Im Grossen und Ganzen ja. Die Marktfahrer hatten das schwierigste Los von allen, sie waren vor allem am Samstag kaum besetzt. Die Stimmung war halt bei allen ein wenig gedrückt wegen des schlechten Wetters. Aber man merkt, dass sie alle wollen. Sie wollen die Tradition weiterführen, sie wollen den Zibelimäret aufleben lassen, sie wollen ihr Bestes geben. Dafür bin ich sehr dankbar. Das gute Echo und die vielen konstruktiven Vorschläge machen Mut.

Neu ist der Zibelimäret einheitlich, es gibt nur noch Holzhüsli.

Genau. Auch darauf waren die Reaktionen sehr positiv. Mir persönlich gefällt diese Einigkeit auch. Wir haben daraus einen kleinen Wettbewerb gemacht und die schönsten Holzhütten bewertet. Der Frauenchor Oensingen, PIDU Wildspezialitäten, die Frauengemeinschaft und die VEBO haben unseres Erachtens die schönsten Hüsli.

Der traditionelle Önziger-Montag fiel zum ersten Mal weg. Stattdessen eröffnete der Zibelimäret bereits am Freitag. Wie kam das an?

Viele vermissen den Montag, da war das Echo ziemlich eindeutig. Für die Oensinger war das halt jahrelang Tradition. Wir haben diese Entscheidung aber bewusst so getroffen, weil wir den Zibelimäret vom Monatsmäret abgrenzen wollen. An diesem sind die Besucherzahlen ja stark abnehmend. Für die Stübli und die Zelte lief der Freitagabend jetzt sicher besser als der Montag, weil man dort halt mehr Party machen konnte. Für die Märetstände ist es selbstverständlich etwas schwieriger. Das ist jetzt einfach noch in den Köpfen der Oensinger drin. Aber ich bin mir sicher, dass schon im nächsten Jahr kaum mehr einer nach dem Montag fragen wird.