Kolumne

Humor ist, wenn man trotzdem lacht

Auch im Gäu steigen die Fallzahlen wieder. (Symbolbild)

Auch im Gäu steigen die Fallzahlen wieder. (Symbolbild)

Corona ist zurück und sorgt wegen steigender Fallzahlen für neues Ungemach. Es gibt wieder Restriktionen für das Verhalten im Privatbereich und in der Arbeitswelt. Für Grossveranstaltungen wurde die Ampel vielerorts faktisch wieder auf Rot gestellt. Auch im Gäu steigen die Fallzahlen wieder. Per 26. Oktober 2020 weist die Fallstatistik des Kantons Solothurn für das Gäu insgesamt 149 Corona-Fälle aus: Egerkingen 28, Härkingen 7, Kestenholz 9, Neuendorf 17, Niederbuchsiten 2, Oberbuchsiten 11, Oensingen 56, Wolfwil 19. Das sind nackte Zahlen, die nicht Aufschluss geben können über das Ausmass und die Gefahr des heimtückischen Covid-19-Virus.

Das gilt auch für den Anstieg der Positivitätsrate bei den Corona-Tests, der Besorgnis hervorruft und die verantwortlichen Behörden zum Handeln veranlasst. Doch laut Beda Stadler, ehemaliger Direktor des Instituts für Immunologie der Universität Bern, ist ein positiver PCR-Test noch kein Infektionsnachweis. Die Corona-Viren würden durch die zunehmende Bildung von Antikörpern in Schranken gewiesen. Zudem sei ein neuer Stamm Corona-Viren unterwegs, der dafür sorge, dass die Fallzahlen wieder anstiegen, die Leute aber kaum krank würden. Hoffen wir, dass der emeritierte Professor Recht behält.

Sei es, wie es will, die für Gegenmassnahmen Verantwortlichen auf allen Stufen unseres föderalistischen Staates sind nicht zu beneiden. Denn sie können es nicht allen recht machen. Lösungsbegriffe wie Circuitbreak, Slowdown, Shutdown und (Mini-)Lockdown sind rasch ausgesprochen, aber nur schwer mit Inhalt zu füllen. Denn jede Massnahme gegen das Virus zeitigt Folgen, meistens mit finanziellen Auswirkungen.

Dabei geht es etwa um Fragen der Entschädigungspflicht, die auch Versicherungsleistungen beinhalten kann. Ein Beispiel: Wenn die Kreisschule Gäu, die ihre Skilager versichert hat, diese wegen Corona nicht durchführen kann, dann ist sie auf einen hoheitlichen Entscheid angewiesen, damit die Versicherung zahlungspflichtig wird. Bereits beim Shutdown im Frühling hat sich gezeigt, wie vielfältig das Fragen- und Handlungsspektrum ist, vor allem wenn es um die Existenzsicherung geht. Und man bemühte sich redlich, für und mit den besonders Betroffenen in der Wirtschaft sowie im Gastro- und Eventbereich faire Lösungen zu finden.

Die Suche nach fairen Lösungen endet dort, wo eine quasi Entschädigungspflicht umgangen wird, indem beispielsweise Veranstaltungen freigegeben werden, die Rahmenbedingungen aber so gesetzt werden, dass sie nicht rentabel durchzuführen sind. Das spürbare Bestreben für solche Anordnungen ist vielleicht auch damit zu erklären, dass sich der Staat möglichst keine Entschädigungsverpflichtungen mehr aufbürden will. Denn grundsätzlich gilt in unserem Staatswesen: Wer befiehlt, zahlt. Das muss vor allem auch dort Gültigkeit haben, wo staatliche Anordnungen Private unverschuldet in Not bringen.

Doch in einer Krise muss auch gelten: Wer keine Not spürt, soll nicht unnötig Staatshilfe anfordern, auch wenn er darauf Anspruch hätte. So haben zahlreiche Gäuer KMU bisher auf staatliche Unterstützung im Zusammenhang mit Corona verzichtet. Wohl nicht zuletzt auch deshalb, weil für Corona-Darlehen eine Rückzahlpflicht besteht.

Übrigens: Die beste Medizin gegen den Corona-Koller ist Humor. Frei nach dem deutschen Sprichwort: Im Garten des Lebens ist Humor der beste Dünger. Das gilt auch für die Satire. Doch nicht selten hat Satire wenig mit Humor zu tun. Zum Beispiel in der Late-Night-Show auf SRF mit Dominic Deville. Zuletzt in der Spezialsendung über Olten vom 18. Oktober 2020, die enttäuschend ausfiel. Nicht weil die Persiflage für Olten nicht gerade schmeichelhaft ausfiel, sondern weil sie sich darauf beschränkte, auf relativ plumpe Art alte Klischees zu befeuern. Für keckere Pointen wären nun einmal mehr Kenntnisse über die Stadt Voraussetzung gewesen. Und der Stadtpräsident, der über den notwendigen Fundus verfügt, hat es leider ebenfalls an Humor und Schlagfertigkeit missen lassen. Schade.

Trotzdem: Es lebe die Satire! Auch die Realsatire, die in Olten allgegenwärtig ist: Zum Beispiel derzeit mit dem politischen Gezeter um Steingärten und Alex Capus’ Fondue-Plattform. Das ist doch für die Stadt Olten bezeichnend: Das politische Terrain ist steinig – und es wird viel Käse produziert. Das könnte von Dominic Deville stammen. Sorry! Aber wie sagte doch der deutsche Schriftsteller und Journalist Otto Julius Bierbaum: «Humor ist, wenn man trotzdem lacht» – auch in Corona-Zeiten!

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