Neuendorf
Houdini sucht Nachwuchs – Magier Bedrini zu Gast im Ferienpass

Zauberkünstler Bedrini verrät den Ferienpasskindern seine Tricks, obwohl die Zaubererregeln dies ausdrücklich verbieten.

Sarah Kunz
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Zauberkünstler Bedrini im Ferienpass Neuendorf
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Grosse Augen beim jungen Publikum.
Peter Bützer ist seit 42 Jahren im Magiergeschäft tätig. Der pensionierte Härkinger freut sich als Zauberkünstler Bedrini Kinder mit seinen Tricks zu verzaubern.
Bedrini zeigt vor wie's geht.

Zauberkünstler Bedrini im Ferienpass Neuendorf

Remo Fröhlicher

«Lirum, larum, Löffelstiel, Zaubern ist kein Kinderspiel», lautet einer der vielen Zaubersprüche von Zauberkünstler Bedrini. Dieser trat gestern Donnerstag vor staunenden Kindern des Ferienpasses Neuendorf auf. Er führte jedoch nicht nur verblüffende Tricks vor, sondern lernte den Kindern sogleich auch, wie sie die geschickten Handgriffe Zuhause nachmachen und ihre Eltern verzaubern können.

Die Regeln für einen Zauberer sind einfach: Hab Spass, bleibe ruhig und übe viel. Die wichtigste, goldene Regel der Zauberer lautet aber: Verrate niemals deine Tricks. Denn wenn das Geheimnis gelüftet wird, ist der Zaubertrick anscheinend für immer verloren. Der Houdini aus Härkingen macht für den Ferienpass aber eine Ausnahme. Denn schliesslich sitzen viele potenzielle Zauberer vor ihm.

Das kleine Zaubereinmaleins

Der Künstler verrät den angehenden Zauberlehrlingen, wie sie ihr Publikum täuschen können: «Der Verkauf ist am wichtigsten», ermahnt er. Und immer den Blickkontakt mit dem Publikum halten, nicht auf die Hände schauen. Die Kinder nicken zustimmend; das leuchtet ein. Und je einfacher der Zaubertrick ist, desto grösser muss die Ablenkung sein. Nur so könne man das Publikum auch mit «bubieinfachen» Hangriffen erstaunen. Aber der Künstler führt nicht nur Zaubertricks vor, er gibt sie auch gerne weiter. Und das, obwohl doch ein Zauberer niemals seine Tricks verraten darf.

Ein wenig «bschissen» muss sein

«Ich zeige euch jetzt, wie ihr mit einer Hand einen Knopf in ein Seil schlagen könnt», erzählt Bedrini geheimnisvoll. Er legt das Seil in seine Hände, macht eine peitschende Bewegung und nichts passiert. Wo ist denn jetzt der Knopf? «Schiefgegangen», meint Bedrini kopfschüttelnd. Was er denn vergessen hat, fragt er die Kinder. «Den Zauberspruch!», ruft es ihm im Chor entgegen. Natürlich, ohne den funktioniert Zauberei schliesslich nicht.

«Hokuspokus, Simsalabim», murmelt der Künstler, macht wieder dieselbe peitschende Bewegung und siehe da, ein Knopf befindet sich im Seil. «Was?» und «Hä?», raunen die verdutzten Kinder. Wie denn das geht, wollen sie begierig wissen. Natürlich mit Ablenkung.

«Zaubern kann niemand, man kann nur so tun», verrät Bedrini augenzwinkernd. Denn was keines der Kinder und nicht einmal die Erwachsenen im Raum bemerkt haben: Bedrini hat, während er das Publikum abgelenkt hat, vorher einen Knopf in das Seil geknüpft und diesen in seiner Faust versteckt. Das erste Mal hat er das ungeknüpfte Ende losgelassen, das zweite Mal das Ende mit dem Knopf. Zauberei ist eben doch ein bisschen «Bschiss».

Zauberkünstler Bedrini plaudert aus dem Nähkästchen

Was gefällt Ihnen an der Zauberei besonders?
Bedrini: Das Geheimnisvolle daran interessiert mich. Und der spielerische Umgang mit Sein und Schein. Man ist stolz darauf, etwas zu können, das andere nicht können.

Wie sind sie darauf gekommen, Ihre Zauberkünste am Ferienpass vorzuführen?
Weil mich die Zauberei auch bereits als Schüler fasziniert hat, wollte ich das gerne weitergeben. Und weil ich selbst in Härkingen wohne, habe ich dort am Ferienpass auch schon einen Kurs gegeben. Das ist bei den Kindern gut angekommen.

Was sind die Voraussetzungen, um Zauberer sein zu können?
Man muss vor Leute stehen und ihnen eine Geschichte zur Ablenkung erzählen können, damit sie nicht sehen, was der Trick dahinter ist. Ausserdem muss man Freude an Menschen haben.

Warum denken Sie, fasziniert Kinder das Zaubern?
Weil es einfach spannend ist. Man ist erstaunt, weil man den Trick dahinter nicht kennt und es wirklich wie Magie erscheint. Ausserdem ist die heutige technische Welt immer wieder über Unerklärliches verblüfft.

Hat es viele Nachfolger, die sich fürs Zaubern interessieren?
Ja, sehr viele junge Leute sind interessiert daran. In der heutigen Zeit ist das Erlernen von Zauberei dank Youtube auch viel einfacher geworden. Zauberer geben aber ihre Tricks nur an Interessierte weiter. Es gibt auch sogar einen Magierverein. Der nennt sich «Magischer Ring» und hat etwa 250 Mitglieder. (Interview: Leonie Milz, OT-Schnupperlernende)