Kreis-Primarschule
Holderbanker beraten (noch) nicht über Vertrag der Schulfusion

Die Schulzusammenarbeit von Holderbank mit Balsthal wird wegen der Neuverhandlungen nicht an der Budgetversammlung traktandiert. Damit schiebt sich die Zusammenarbeit hinaus.

Philipp Felber
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Der Zankapfel zwischen Balsthal und Holderbank: die Primarschule in Holderbank.

Der Zankapfel zwischen Balsthal und Holderbank: die Primarschule in Holderbank.

Bruno Kissling

Das Schuljahr 2016/2017 peilte das Volksschulamt an, nun wird der Zusammenschluss der Schulen Balsthal und Holderbank sicher nicht vor 2018/2019 über die Bühne gehen. Denn der Holderbanker Gemeinderat ist nicht zufrieden mit den Vertragsbedingungen, welche Balsthal im November angepasst hatte.

Keine klare Festlegung, welche Klassen in Holderbank in Zukunft unterrichtet werden sollen und kein wirkliches Mitspracherecht für Holderbank: Diese beiden Änderungen des Balsthaler Gemeinderats im Zusammenarbeitsvertrag zwischen Holderbank und Balsthal passen dem Holderbanker Gemeinderat nicht.

Bereits nachdem publik wurde, dass Balsthal gewichtige Änderungen im Schulzusammenarbeitsvertrag vorgenommen hatte, wollte der Gemeinderat von Holderbank noch mal über die Bücher. Doch damals mit dem Ziel, diese Nachverhandlungen noch vor dem 15. Dezember dieses Jahres abzuschliessen. Dies, weil man der Gemeindeversammlung den angepassten Vertrag vorlegen wollte.

Nicht im Sinne der Gemeinde

Doch die Verhandlungen konnten nicht fristgerecht geführt werden, deshalb sei es nicht möglich, eine überarbeitete Version den Einwohnerinnen und Einwohnern zu präsentieren. «In erster Linie sind wir mit dem neuen Passus zum Schulstandort nicht einverstanden», sagt Gabriela Dennler, die Leiterin der Arbeitsgruppe Zukunft Schule Holderbank und Gemeinderätin. Es müsse klar geregelt werden, welche Schulstufen in Zukunft in Holderbank geführt werden. Zudem wolle der Gemeinderat auch über das fehlende Mitspracherecht im angepassten Vertrag neu verhandeln.

«Wir müssen schauen, dass eine für uns gute Lösung gefunden wird», so Dennler. Balsthal sieht in seiner angepassten Version des Zusammenarbeitsvertrags vor, dass Holderbank zwar Einsitz in eine Fachkommission zu Schulfragen habe, jedoch kein Stimmrecht.

Gegner sind zufrieden

Diese Regelung ist auch den Holderbankern Gegnern der Schulzusammenarbeit ein Dorn im Auge. Holderbank werde nur eine Statistenrolle zugestanden, sagte Oskar Hartmeier Anfang Dezember zu dieser Zeitung. Mit der neusten Entwicklung sei er zufrieden, wenn auch sicher nicht schadenfreudig, wie er auf Anfrage mitteilte. «Für uns bedeutet dies erst mal etwas Ruhe», so Hartmeier.

Zudem könne die neu geschaffene Abteilung mit vier Altersstufen in diesem Jahr den Beweis erbringen, dass sie durchaus funktionieren könne. Davon sind Hartmeier und das Komitee für eine aktive Gemeinde Holderbank weiterhin überzeugt. Das Komitee wolle nun erst mal schauen, wie die Gemeinde weiter vorgehe. Die Schulzusammenarbeit mit Balsthal sei jedoch für das Komitee auch in Zukunft keine Lösung. Also auch wenn die Gemeinde Holderbank eine Lösung mit Balsthal finden wird, der dorfinterne Widerstand wird sich nicht in Luft auflösen.

2018...

...wird die Schulzusammenarbeit zwischen Balsthal und Holderbank frühestens in Kraft treten.

Das Ziel des Holderbanker Gemeinderats ist es, möglichst bald die Neuverhandlungen anzupacken und zu einem Abschluss zu bringen. «Wir möchten entweder im Frühling an einer ausserordentlichen Gemeindeversammlung oder dann an der Rechnungsgemeinde im Sommer den neuen Vertrag vorlegen», erklärt Dennler den Fahrplan des Gemeinderats. Zuerst wolle man jedoch auch noch die Gemeindeversammlung in Balsthal abwarten, und im Januar mit den Verhandlungen mit der Nachbarsgemeinde beginnen.

Das Hin und Her zwischen den beiden Gemeinden hat Auswirkungen auf den Schulbetrieb. Ab dem Schuljahr 2017/2018 sollen voraussichtlich drei Abteilungen geführt werden. Eine Klasse auf der Kindergartenstufe, eine Klasse mit Schülerinnen und Schülern der 1. und 2. Klasse und zusätzlich eine Abteilung aus gesamthaft vier Altersstufen der 3. bis 6. Klasse.