«NIcht erwünscht»
Holderbank wehrt sich gegen eine neue Orange-Antenne

Orange will in Holderbank eine Mobilfunkantenne platzieren. Schon jetzt ist klar: es wird Einsprachen geben.

Alois Winiger
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Flankiert von den Firmen Dreno (l.) und Nachbur steht das Gebäude von Elektro Jeker, dahinter ragt die Profilstange für die Antenne empor.

Flankiert von den Firmen Dreno (l.) und Nachbur steht das Gebäude von Elektro Jeker, dahinter ragt die Profilstange für die Antenne empor.

Alois Winiger

Die Baupublikation im Anzeiger für Thal und Gäu ist offenbar nur wenigen Leuten in Holderbank aufgefallen: Die Orange Communications AG will auf dem Grundstück Nr. 334 an der Industriestrasse 258 eine Mobilfunkantenne bauen. «Möglich ist auch, dass man die Anzeige zwar gesehen, sich aber nichts weiter gedacht hat», vermutet Daniel Graf, CEO der Ernst Nachbur AG. «Wir aber haben vorneweg signalisiert, dass eine solche Antenne hier nicht erwünscht ist und werden Einsprache erheben», stellt Graf klar. Er geht davon aus, dass auch Privatpersonen dies tun werden. Die Frist läuft noch bis nächsten Mittwoch, 17. Dezember.

«Ein Anfrage von Orange, die Antenne auf unser Firmengebäude stellen zu können, haben wir abgelehnt», berichtet Graf. Nun hat man einige Meter weiter westlich einen Standort gefunden und rückt somit in unmittelbare Nähe der Firma Dreno. Diese wird ebenfalls Einsprache erheben, wie von der Geschäftsleitung zu erfahren ist.

Probleme mit der Kapazität

Warum will Orange überhaupt in Holderbank eine Antenne aufstellen? «Weil ganz einfach der Bedarf da ist», antwortet Rocco Zaccone von Nokia Solutions and Networks AG, die als Bauherrschaft auftritt. «Orange hat in dieser Region ein Problem, denn die Kapazität reicht nicht aus.» Dass es Einsprachen gibt, sei wenig überraschend.

Bei der Einsprache von Daniel Graf geht es vor allem um gesundheitliche Aspekte bzw. um mögliche Auswirkungen von Antennenanlagen. «Auch wenn diese Auswirkungen umstritten sind, so nehme ich sie trotzdem ernst», sagt Graf. «In unserem Unternehmen sind 76 Personen beschäftigt. Man weiss nicht im Voraus, wer auf Strahlungen empfindlich ist. Dass auch nur eine einzige Person deswegen krank wird, will ich auf jeden Fall verhindern.»

Zweifel an den Angaben

Die Einsprache wird Graf aber nicht allein mit den gesundheitlichen Bedenken begründen. Er bemängelt auch Angaben zur Baupublikation. «Da steht, es müsse dafür gesorgt sein, dass keine Personen in den Bereich unmittelbar vor den Richtfunkantennen gelangen können. Eine Absperrung sei nicht vorgesehen.» In Wirklichkeit wäre es aber ein Leichtes, zu der Anlage zu gelangen. Dann die Höhe der Antenne: «Diese wird 15 Meter hoch, zuzüglich Blitzschutz. Im Zonenreglement ist eine Firsthöhe von zwölf Metern festgehalten, Ausnahmen sind keine erwähnt.» Ferner hat Graf Zweifel an den Angaben zum Kreis jener Personen bzw. Firmen, die zu einer Einsprache berechtigt sind: «Orange gibt einen Umkreis von 451 Metern ab Standort an, aber in einem Bundesgerichtsurteil ist von 1104 Metern die Rede.»

So oder so: Auf jeden Fall steht das Schulhaus Holderbank innerhalb des Kreises von 451 Metern. Schulleiterin Cécile Kamer sagt, das Thema sei auf dem Tisch, aber noch nicht im Detail beraten und entschieden.

Grundeigentümer ist überrascht

Die Parzelle, auf dem die Antennenanlage geplant ist, gehört Manfred Jeker, Inhaber der gleichnamigen Elektrofirma in Holderbank. Er habe nicht damit gerechnet, dass die Antenne so grosse Wellen auslösen könnte. «Ich dachte eher daran, dass eben alle Leistungen fordern vom Mobilfunkanbieter, aber keiner will eine Antenne haben.» Ganz wohl ist ihm nicht mehr bei der Sache. Zusammen mit einem Juristen will er beraten, wie er allenfalls aus dem Vorvertrag aussteigen könnte.