Holderbank
Holderbank soll seine Finanzen wieder selber in die Hand nehmen

Die Gemeindeversammlung in Holderbank soll am Donnerstag über Geschäfte im Finanzbereich befinden. Es geht um die Aufnahme eines Kredites und um die Selbstverwaltung der Finanzen.

Alois Winiger
Drucken
Teilen
Gemeinde Holderbank

Gemeinde Holderbank

AZ

Beide Geschäfte, die am Donnerstag an der ausserordentlichen Gemeindeversammlung in Holderbank (20 Uhr) zur Abstimmung kommen, fallen in den Bereich Finanzen. Das eine hat personelle Konsequenzen und eine längere, nicht ganz einfache Geschichte hinter sich; das andere hat mit der Kasse zu tun.

Finanzieller Engpass

Der Gemeinderat soll ermächtigt werden, einen Kredit aufzunehmen, «um ausreichende Liquiditätsreserven» sicherzustellen. Die Gemeinde verfüge aktuell über zu wenig flüssige Mittel, um die laufenden Verpflichtungen zu erfüllen, heisst es in der Botschaft zur Versammlung. Diese Massnahme ist im Übrigen nicht aussergewöhnlich, es geht zahlreichen Gemeinden ähnlich. Konkret soll der Holderbanker Gemeinderat 800 000 Franken aufnehmen können. «Im Grund bräuchten wir nur 300 000», erklärt Gemeindepräsident Urs Hubler, «aber wir wollen den Kontokorrent herunterbringen, der uns derzeit viel mehr Zins kostet als ein Kredit.» Hubler geht davon aus, dass in der Bevölkerung das Verständnis da ist und daher der Kreditaufnahme zugestimmt wird.

Finanzen wieder selber verwalten

Die Versammlung wird ferner zur Kenntnis nehmen dürfen, dass in der Gemeindeverwaltung Holderbank eine neue Ära begonnen hat. Denn nicht mehr die Oltner Gribi Treuhand AG ist für die Finanzverwaltung zuständig, sondern die einheimische Daniela Bader; sie ist in einem 60-Prozent-Pensum angestellt und wird vorderhand durch Fachleute der BDO AG, Solothurn, unterstützt. Diese Firma nahm bisher die Revision der Holderbanker Gemeinderechnung wahr. Da sie aber nicht die Rechnung führen und diese gleichzeitig prüfen kann, schlägt der Gemeinderat vor, ein befristetes Revisionsmandat an die ST Schürmann AG, Egerkingen, zu übertragen.

Auch hier rechnet Hubler damit, dass der Entscheid reibungslos durchgehen wird. Die Geschichte dahinter, warum es überhaupt zu diesem Entscheid kommt, verlief hingegen nicht reibungslos. Der Grund liegt in der Finanzverwaltung, die seit Juli 2007 durch einen externen Treuhänder auf Mandatsbasis geführt und durch den Gemeinderat per Ende 2012 aufgelöst wurde. «Es kam einfach nie so zum Funktionieren, wie wir es uns vorgestellt hatten», begründet Gemeindepräsident Urs Hubler den Entschluss. «Wir wollten jemanden an unserer Seite haben, der uns berät und Vorschläge macht. Aber es blieb in der Regel bei der Verwaltung der Finanzen.»

Dabei hatte alles hoffnungsvoll begonnen. 2007 wurde Gribi Treuhand engagiert, weil die Finanzführung in Schieflage geraten war. Dem Gemeinderat wurde vorgeworfen, es mangle an Transparenz und man operiere ohne einen Finanzplan. Einen solchen zu erstellen, sei kein Problem, erklärte damals Treuhänder Eugen Gribi, «vorausgesetzt, der Gemeinderat macht die nötigen Eingaben.»

Schlussstrich gezogen

Das Gespann Gribi-Gemeinderat kam nicht auf Touren. Zwei Jahre später, 2009, war vonseiten der Gemeinde zu erfahren, man sei nicht glücklich. Mängel in Qualität und Präsenz in der Gemeinde wurden genannt. Man wollte wieder eine eigene Verwaltung aufbauen, fand aber keine Person, die ausreichend ausgebildet und ein 60-Prozent-Pensum akzeptierte, blieb alles beim Alten. «Leider ist die Kommunikation zwischen Treuhänder, Verwaltung und Gemeinderat nicht besser geworden, darum haben wir einen Schlussstrich gezogen», so Hubler. «Dies aber erst, nachdem wir mit Daniela Bader eine Person gefunden haben, die unseren Vorstellungen entspricht.»

Aktuelle Nachrichten