Egerkingen

Hohe Buchen können gefährlich werden

Dringlichen Handlungsbedarf hat der Forstdienst am Vorberg ausgemacht, wo bis zu 30 Meter hohe Buchen in den Himmel ragen. (Symbolbild)

Dringlichen Handlungsbedarf hat der Forstdienst am Vorberg ausgemacht, wo bis zu 30 Meter hohe Buchen in den Himmel ragen. (Symbolbild)

Seit gestern Montag werden am Waldrand beim Vorberg in Egerkingen grosse Bäume gefällt. Damit soll gesichert werden, dass der Wald seine Schutzfunktion behält.

Wenn die Rede von Schutzwald ist, denkt manch einer an Berggebiete im Wallis oder im Kanton Bern. Dabei liegen solche Gebiete quasi vor der Haustür, wie das Beispiel der Berggäuer Gemeinde Egerkingen zeigt.

Dort müssen nämlich in den kommenden drei Jahren Massnahmen ergriffen werden, damit der Wald weiterhin seine wichtige Schutzfunktion gegen Steinschlag und Erosion erfüllen kann oder nicht gar selbst zur Gefahr wird. Betroffen sind die steilen Waldränder an der Fridaustrasse und am Vorberg, wo grosse und deshalb oft überhängende Waldrandbäume insbesondere bei Sturm eine Gefahr darstellen.

Handlungsbedarf am Vorberg

Dringlichen Handlungsbedarf hat der Forstdienst am Vorberg ausgemacht, wo bis zu 30 Meter hohe Buchen in den Himmel ragen. «Diese 120 bis 150 Jahre alten Bäume könnten bei starkem Sturm bersten und dann auf die unterhalb des Waldrandes stehenden Häuser fallen», erklärt Revierförster Walter Brönnimann die Situation. Brönnimann zeichnet für die Forstbetriebsgemeinschaft Neuendorf-Härkingen verantwortlich, die im Auftrag der Bürgergemeinde Egerkingen die Wälder der Gemeinde beforstet.

Um die gefährliche Situation für die Hausbesitzer zu entschärfen und die Wirkung des Schutzwaldes gegen Steinschlag und Erosion langfristig zu sichern und zu verbessern, werden nun in den nächsten vier Wochen an der Steinbruchstrasse von der Liegenschaft Nummer 10 bis 34 auf einer Länge von rund 320 Metern Buchen, Eschen und Föhren mit einem Gesamtvolumen von rund 160 Kubikmetern ausgeholzt. Vorgesehen ist auch eine gewisse Auslichtung des Waldrandes, um das Wachstum von Jungpflanzen zu begünstigen, wie Brönnimann dazu weiter ausführt.

Anspruchsvolle Holzerei

Die Holzerei in diesem steilen und unwegsamen Gelände ist sehr anspruchsvoll und wird deshalb von einem spezialisierten Forstunternehmen aus Altbüron LU ausgeführt. «Diese Leute müssen auch klettertauglich sein», meint Brönnimann zu deren Fähigkeiten. Zum Beispiel, um bis zu 200 Meter lange Drahtseile an den hohen Bäumen zu befestigen, um diese dann beim Fällen mit einer Seilwinde in Richtung Berg zu ziehen.

Die gefällten Bäume werden danach quer zum Hang liegend im Wald belassen. Dort erfüllten sie eine wichtige Schutzfunktion gegen Steinschlag und Erosion. Die beschriebenen Arbeiten der ersten Etappe am Vorberg verursachen Kosten in der Höhe von 35 000 Franken. 80 Prozent davon werden vom Bund und vom Kanton übernommen, 20 Prozent muss die Einwohnergemeinde beisteuern.

Altweg wird gesperrt

Während der Holzereiarbeiten am Vorberg wird der bei Wanderern beliebte Altweg aus Sicherheitsgründen in den nächsten vier Wochen komplett gesperrt.

Die Holzschläge für die Erhaltung und Sicherstellung des Schutzwaldes am Vorberg werden wie erwähnt in den kommenden drei Jahren ausgeführt. Weitere Schutzwaldholzschläge sind entlang der Fridaustrasse nötig. Die Arbeiten werden vorgängig öffentlich angekündigt. (Schutzwald: siehe Textbox.)

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