Pastoralraum St. Wolfgang
«Hoffnung treibt immer auch zum Handeln an»

Mit einer schlichten Feier errichtete Bischof Felix Gmür in Mümliswil den neuen Pastoralraum St. Wolfgang im Thal.

Josef Tschan-Studer
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Die Kirchgemeindeleiter tragen als Symbol für den Zusammenhalt eine Laterne – Bischof Felix Gmür (Mitte hinten) freute sich über den neuen Pastoralraum. Foto: Josef Tschan-Studer

Die Kirchgemeindeleiter tragen als Symbol für den Zusammenhalt eine Laterne – Bischof Felix Gmür (Mitte hinten) freute sich über den neuen Pastoralraum. Foto: Josef Tschan-Studer

Mit dem neuen Kirchenjahr, das am ersten Advent beginnt, brach für die rund 5000 Katholiken der Kirchgemeinden Balsthal, Holderbank, Langenbruck, Mümliswil und Ramiswil auch eine neue Ära an. Seit Samstag sind sie im Pastoralraum St. Wolfgang im Thal zusammengefasst. Nach jahrelangen Vorbereitungen proklamierte Diözesanbischof Felix Gmür den Pastoralraum und erteilte dem Seelsorgepersonal die «Missio Canonica» (bischöfliche Beauftragung).

Gemeinsame Pfarrei für fünf Gemeinden

Ziel der Errichtung eines Pastoralraumes ist es, «günstige Rahmenbedingungen zu schaffen, um den Glauben in einer ausdifferenzierten Gesellschaft ins Spiel zu bringen und pastorale Tätigkeiten unter den Pfarreien besser und auf Dauer verbindlich zu koordinieren» – so steht es im Pastoralen Entwicklungsplan des Bistums Basel. Diese eher «trockene» Umschreibung stand am Anfang eines langen Entwicklungsprozesses, dem sich auch die genannten Kirchgemeinden nicht entziehen konnten. «Hoffnung treibt immer auch zum Handeln an», meinte der seelsorgerische Mitarbeiter Heinz Bader zu Beginn der Feier, die im schlichten Rahmen eines Adventsgottesdienstes stattfand. Hoffnung war denn auch das zentrale Thema der Liturgie. Doch wo Hoffnung ist, sind bekanntlich auch Angst und Not. «Da war zum Einen die Sorge um den Verlust der Eigenständigkeit der einzelnen Kirchgemeinden», meinte Diakon Markus Heil dazu. Dann war da aber auch die Personalnot, sprich der Priestermangel. Zudem mussten auf dem langen Weg zum Pastoralraum auch etliche Widerstände überwunden werden.

Zusammengefasst sind die genannten Kirchgemeinden in einem Zweckverband, der quasi das «Weltliche» regelt; ausser der Kultusverein Langenbruck, mit dem ein Einzelvertrag besteht. Die einzelnen Kirchgemeinden bewahren somit weiterhin ihre Identität und ihre Selbständigkeit. Alle seelsorgerischen Aufgaben werden nun aber zentral geregelt. Pastoralraumleiter ist Dekan und Pfarrer Toni Bucher aus Balsthal. Ihm zur Seite stehen Diakon Markus Heil, Kaplan Eugen Franz, Oberstufenkatechet Daniel Poltera und Heinz Bader. Gottesdienste werden gemeinsam geplant. Mit dem zunehmenden Personalmangel wird man sich in Zukunft auch überlegen müssen, welche Dienste langfristig aufrechterhalten werden, welche man weglassen kann und wo etwas Neues ins Leben gerufen wird.

Schlichter Gottesdienst mit besinnlichem Zwischenspiell

«Hiermit errichte ich offiziell den Pastoralraum St. Wolfgang im Thal – und das war’s dann auch schon» – mit diesen kurzen Worten gab Bischof Felix Gmür dem neuen Pastoralraum den Segen, verbunden mit der Hoffnung, dass Schritt für Schritt die gesteckten Ziele von allen Gläubigen und Verantwortlichen umgesetzt werden können. Das besinnliche Zwischenspiel von Orgel und Querflöte liessen die bischöflichen Worte noch lange nachklingen. Als Zeichen der Verbundenheit umrahmten die Kirchenchöre aus Holderbank, Mümliswil und Ramiswil die Messe. Als Zeichen der Hoffnung und der Zusammengehörigkeit segnete der Bischof fünf Laternen, die am Schluss der Feier allen Kirchgemeindepräsidentinnen und -präsidenten mit auf den Weg gegeben wurden.

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