Oensingen

Hochwasserschutz an der Dünnern – Oensingen befürwortet zwei Varianten

Blick von Oensingen auf die heute kanalisierte Dünnern.

Blick von Oensingen auf die heute kanalisierte Dünnern.

Sollte sich der Kanton für ein Rückhaltebecken in Oensingen entscheiden, würde die Gemeinde eine Abgeltung fordern.

Erst Ende Januar verkündete der Kanton, ein Stollen sei zu teuer. Es wäre eine der drei angedachten Varianten gewesen, um den Hochwasserschutz entlang der Dünnern zwischen Oensingen und Oberbuchsiten zu verbessern. Über den Stollen wäre das überschüssige Wasser in die Aare abgeleitet worden. Jedoch hätte ein Stollen von Oensingen bis in die Aare 185 Millionen gekostet – ab Hägendorf sogar 237 Millionen.

Im April eruiert der Kanton bei den ins Projekt involvierten Parteien, ob er die Stollen-Idee endgültig aufgeben soll. Würde diese wie vom Kanton vorgeschlagen verworfen, verblieben zwei Hochwasserschutz-Varianten: Entweder die Dünnern würde wo möglich verbreitert und die Ufer erhöht oder alternativ könnte im Raum Oensingen ein Rückhaltebecken gebaut werden. An seiner letzten Sitzung erachtete es der Oensinger Gemeinderat als wichtig, dass die Projektgruppe beide Varianten weiterverfolgt. Es gab im Gremium kein Votum, die Stollen-Idee müsse weiterverfolgt werden. Sollte die Variante eines Rückhaltebeckens umgesetzt werden, so will die Gemeinde wegen des Eingriffs ins Ortsbild, die Natur und den daraus folgenden Immissionen für die Einwohnergemeinde und betroffene Landwirte eine Abgeltung einfordern. Dies hält der Gemeinderat in seiner Stellungnahme fest. «Die weiteren Einzelheiten werden sich erst im weiteren Verlauf des Projekts ergeben», sagt Gemeindepräsident Fabian Gloor auf Anfrage.

Bisher rechnete der Kanton für die beiden, voraussichtlich übrig bleibenden Varianten mit Kosten von über 80 Millionen Franken. Der definitive Variantenentscheid soll Ende 2020 gefällt werden. Mit einem Baustart ist frühestens 2025 zu rechnen. Rund zehn Prozent der Kosten müssen die vom Hochwasserschutz betroffenen Gemeinden tragen – die anderen 90 Prozent übernimmt der Kanton. Wie stark sich die einzelnen Gemeinden beteiligen müssen, wird erst später über einen Verteilschlüssel festgelegt.

Leichter Umbau der Verwaltung

Weiter beschloss Oensingens Gemeinderat an seiner letzten Sitzung einen Nachtragskredit von 110'000 Franken. Mit diesem Betrag will die Gemeinde die Verwaltung renovieren. «Es handelt sich nicht um eine Luxussanierung», sagt Gloor. Vor rund zwei Jahren hatte die Gemeinde noch rund 2 Millionen im Finanzplan veranschlagt, um die Verwaltung zu sanieren. «Dies wäre zwar notwendig, doch wir sahen aus Kostengründen davon ab», so Gloor.

Nun will die Gemeinde den laufenden Umbau der Raiffeisenbank im Erdgeschoss aber nutzen, um «minimalste Dinge», wie Gloor sagt, zu renovieren. Da die Gemeindeverwaltung aufgrund der Renovierungsarbeiten der Raiffeisenbank ohnehin in andere Räumlichkeiten umgezogen ist, sei jetzt der richtige Zeitpunkt für eine Renovation. Insbesondere der Empfangsbereich der Verwaltung soll kundenfreundlicher gestaltet werden, um Anfragen speditiver und effizienter abhandeln zu können. Bei der Planung musste sich der Gemeinderat an den Raiffeisenbank-Umbau anpassen. «Deshalb haben wir nun diesen Nachtragskredit gesprochen», sagt Gloor. Wegen der Sanierungsarbeiten verbleibt die Gemeindeverwaltung voraussichtlich ein bis zwei Monate länger in den bestehenden Räumlichkeiten im Feuerwehrmagazin und im Schulhaus Unterdorf.

Zu reden gaben in Oensingen zuletzt Sprayereien an öffentlichen und privaten Gebäuden. «Bis jetzt konnte noch keine Täterschaft ermittelt werden», sagt Gloor. Der Gemeindepräsident ist zuversichtlich, dass die Vandalen dank der ausgeschriebenen Belohnung von 1000 Franken ausfindig gemacht werden können. «Die Sprayereien dürfen nicht verharmlost werden», sagt Gloor. So hätten die Vandalen bei ihrem Durchmarsch der Gemeinde einen Schaden von rund 30'000 Franken verursacht. Am Bienkensaal entfernte ein örtlicher Maler die Sprayereien noch am Folgetag.»

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