Laupersdorf

Historische Wetterbedingungen herrschten am 29. Laupersdörfer Brunnenfest

Die Astronauten-Bar war voll besetzt und platzte aus allen Nähten.

Die Astronauten-Bar war voll besetzt und platzte aus allen Nähten.

Trotz des vielen Regens besuchten zahlreiche Gäste das traditionelle Dorffest, das an Fronleichnam begann und bis in die frühen Sonntagmorgenstunden hinein dauerte. Nicht zuletzt dank der kühlen Temperaturen blieben die Besucher weitgehend friedlich.

Gestern Sonntag in den Morgenstunden ging das 29. Brunnenfest in Laupersdorf zu Ende. Es hat Tradition: Am Brunnenfest regnet es mindestens ein Mal. Auch bei der 29. Ausgabe war das nicht anders. Nur ist es im Normalfall so, dass es zwischendurch wieder aufhört. Nicht so in diesem Jahr. Wer seit der ersten Stunde am Fest dabei ist, weiss, dass es seit 29 Jahren am Brunnenfest noch nie so kalt war und so viel Regen fiel. Umso erstaunlicher, dass trotzdem so viele Gäste das Fest im Thaler Dorf besuchten und sich bei Regen und Kälte bestens amüsierten.

Keine berauschenden Prognosen

Die Prognosen waren alles andere als berauschend: Historische Wetterbedingungen, Wetterwarnungen, Regen ohne Ende und Temperaturen, die manch einen die Winterjacke und langen Unterhosen aus dem Schrank holen liessen. Die Veranstalter des Brunnenfestes mussten sich etwas einfallen lassen, damit das Fest nicht im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser fiel. Kurzerhand entstanden aus offenen Beizli beheizbare Stübli, in denen man Schutz vor Kälte und Nässe finden konnte. Hier wurde noch rasch eine Tür montiert, dort ein Zelt statt einer Pergola gestellt, noch schnell ein Dach konstruiert, hier noch eine Klappe, die vor Regen und Wind schützt und noch ein paar zusätzliche Heizstrahler organisiert.

Und tatsächlich – der Aufwand wurde belohnt. Die Gäste kamen in Scharen. Zwar nicht in ganz so grossen wie in anderen Jahren. Doch die organisierenden Vereine sind zufrieden und winden den treuen Gästen, die auch bei widerlichen Umständen dabei waren, ein grosses Kränzchen.

Fest folgt stets auf Fronleichnam

Wie gewohnt, startete das Brunnenfest nach der traditionellen Fronleichnams-Prozession. Der Donnerstag überraschte mit verhältnismässig schönem Wetter. Ohne Regen genossen die zahlreichen Gäste die einmalige Stimmung am Brunnenfest-Donnerstag. Es ist unbestritten der Tag der Laupersdörfer. Wer im Dorf wohnt, ist am Fest. Wer nicht mehr im Dorf wohnt, kommt an Fronleichnam nach Hause. So auch dieses Jahr. Während sich die Kinder beim Angebot der Ludothek amüsierten, sich ein Tattoo aufmalen liessen oder eine Runde auf dem Karussell drehten, vergnügten sich die etwas älteren Besucher beim Gladiatoren-Kampf und stellten ihre Standfestigkeit und Schlagkraft unter Beweis. Die Musikschülerinnen und Musikschüler spielten mit ihren Instrumenten auf, und am Stand der Spitex Thal konnte man sich en passant noch kurz den Blutdruck messen lassen, bevor man sich in einem der neun Stübli entlang der Dorfstrasse einen Kaffee, ein Bier oder etwas Leckeres zu essen gönnte.

Das Rahmenprogramm von Freitag und Samstag fiel dann doch ein wenig ins Wasser. So konnten die Tambouren ihre traditionelle Trommelshow nicht bieten, und auch der für Samstag geplante Hockey-Match zwischen dem EHC Olten und dem HC Laupersdorf konnte nicht durchgeführt werden. Doch ganz offensichtlich verfügt das Brunnenfest über eine treue Besucherschar, die auch vor widrigen Umständen nicht zurückschreckt. So bevölkerten an allen drei Tagen viele Gäste aus nah und fern das Dorf, zogen mit Schirm und Regenjacke von Stübli zu Stübli, verweilten in den geheizten Räumen, plauderten unter Dachvorsprüngen oder genossen die paar trockenen Stunden auf der Dorfstrasse. Und möglicherweise waren es auch die eher kühlen Temperaturen, die die Gäste so friedlich sein liessen. So gab es über die ganzen drei Tage keine nennenswerten Zwischenfälle, und die letzten Gäste zogen wie alljährlich in den frühen Morgenstunden friedlich und gut gelaunt die Dorfstrasse hinunter und verabschiedeten sich beim Strassenwisch-Trupp, der traditionell in jeder Nacht unterwegs ist und dafür sorgt, dass Laupersdorf sauber bleibt.

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