Bewegt man sich derzeit auf den Strassen im Gäu Richtung Neuendorf, fallen die vielen Wagen mit Pferdetransportanhängern auf. Die Nummernschilder beweisen: Hier sind Reiter und Pferde aus der ganzen Schweiz, besonders auch aus dem Welschland, unterwegs, um den Concours von Neuendorf zu bestreiten.

Bereits am vergangenen Wochenende standen Prüfungen auf dem Programm. Weiter ging es dann am Dienstag und Mittwoch mit den Elite-Reitern der Schweiz – Pius Schwizer, Steve Guerdat oder Lokalmatador Kevin Melliger und viele andere. «Wir setzen ihre Prüfungen absichtlich auf diese beiden Wochentage», sagt der OK-Chef des Anlasses, Samuel Bosshard. «So können sie dann an die internationalen Turniere weiterreisen, die übers Wochenende stattfinden.»

Der Schwyzer übt das OK-Amt in Neuendorf schon lange aus. «Ich arbeitete 25 Jahre bei Willi Melliger, bin aber schon seit 13 Jahren weg von diesem Betrieb, doch das OK hier präsidiere ich immer noch.»

Park- und Wetterprobleme

Der Concours von Neuendorf ist heute gesellschaftlich kein so grosser Anlass, wie er das noch vor Jahren war, bestätigt Bosshard. Für die Pferdesportler selbst haben aber die Prüfungen im Gäu immer noch einen sehr hohen Stellenwert.

Das zeige ein Blick auf die Teilnehmerliste, wie eingangs schon erwähnt. «Dass wir kleiner geworden sind, liegt an verschiedenen Gründen. Einerseits hatten wir oft schlechtes Wetter, andererseits wurden uns von den Behörden viele Auflagen bezüglich Parkmöglichkeiten der Pferdeanhänger gemacht. Seit vier Jahren sind wir kleiner geworden.»

Die Ritte auf dem Parcours werden im Minutentakt absolviert, es herrscht ein stetes Kommen und Gehen auf dem Zufahrtsplatz und den Wegen.

Am Samstag konnten 300 Starts für alle Prüfungen gezählt werden, am Sonntag sollen es 200 sein. «Dienstag und Mittwoch waren es ebenfalls 500 Starts», zählt Bosshard auf. Besonders viele gute Juniorenreiter seien wie jedes Jahr nach Neuendorf angereist und ebenso viele Equipenchefs, welche die jungen Talente und ihre Pferde begutachteten. «Der Nachwuchs muss ja irgendwo die Concours-Realität kennen lernen und üben. Dafür ist Neuendorf bekannt und beliebt», so Bosshard.

Schlankes OK

Doch, wie erwähnt, die Organisationsstrukturen seien – anders als in der Vergangenheit – heute sehr schlank. «Wir haben die Wirtschaft an einen Partner abgegeben, haben vier Leute in der Jury, einen Sekretär, zwei Sanitäter vor Ort, zwei Parcourshelfer und zwei weitere Helfer.»

Für Not-am-Mann-Einsätze ist Bosshard unermüdlich mit seinem Quat unterwegs und immer ansprechbar. Wer also am Sonntag noch Concours-Luft geniessen will, ist ab 8.30 Uhr in Neuendorf willkommen.