Trimbach
Hindu-Tempel wird feierlich eingeweiht

Am Sonntag versammelten sich zahlreiche Hindus aus der ganzen Schweiz, um den neuen Hindu-Tempel Sri Manonmani Ammbal in Trimbach einzuweihen. Es ist der grösste seiner Art schweizweit.

Urs Amacher
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Die Priester segnen das Gefäss, welches Weihwasser enthält, mit heiligen Flammen.
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Einweihung des neuen Hindu-Tempels in Trimbach
Alt und Jung waren gleichermassen an diesem Anlass interessiert.
Die Priester segnen die Turmspitze mit Kokosmilch.
Die Gläubigen beten während der Zeremonie; derweil die Glocke im Hintergrund geläutet wird.
Blick in das Allerheiligste

Die Priester segnen das Gefäss, welches Weihwasser enthält, mit heiligen Flammen.

Bruno Kissling

Am Sonntag strömten mehrere 100 Hindus, vorwiegend in der Schweiz und im näheren Ausland lebende Tamilinnen und Tamilen, nach Trimbach. Sie kamen, um bei der Einweihung ihres neuen, der Göttin Manonmani Ammbal gewidmeten Tempels teilzunehmen. Vor dem Hauptschrein von Manonmani Ammbal war eine Art Pergola aufgebaut, die mit Lichtgirlanden, Blumen und Blättern geschmückt war. Im Zentrum dieses Holzrahmens standen ebenfalls reich geschmückte Vasen mit Weihwasser.

In mehreren rituellen Handlungen wurden Weihrauch verbreitet und auf kleinen Altären Opfergaben verbrannt. Die Zeremonien wurden von zehn Priestern um den Hauptpriester Somas Kandar aus Jaffna (Sri Lanka) vorgenommen. Zu den Ritualen spielten die vier Musiker eines Melam-Ensembles auf ihren traditionellen Instrumenten, der Nathaswaram (einer Art Oboe) und der Thavil-Doppeltrommel. Im Verlauf der Weihehandlungen wurden auch Ramalingam Vasanthavajan, der Präsident des Vereins zur Förderung der tamilischen Kultur in der Schweiz, Günter Hildebrand, der Architekt des Tempels, und Shtapathi Nagaraj, der Chef der Tempelbaukünstlerfirma Silpakala Nilayam aus Chennai, geehrt.

In einer Prozession trugen die Priester die Weihwassergefässe auf das Dach des Tempels und segneten den Hauptturm. Anschliessend wurden der Hauptschrein und die zahlreichen Nebenschreine eingeweiht, indem die Priester sie mit Kokosnussmilch übergossen, die Götterstatuen mit Blumengirlanden schmückten und kostbare Seidenstoffe um sie drapierten. Nach der etwa zwei Stunden dauernden Zeremonie liessen sich die Gläubigen vor dem Hauptschrein nieder, um die Predigt zu hören. Die Einweihungsfeierlichkeiten werden noch während der nächsten sieben Wochen, in etwas kleinerem Rahmen, fortgesetzt.