Naturpark Thal

Hier sind Sie im Jurawald sicherlich nicht auf dem Holzweg

Eine touristische Attraktion mehr im Naturpark Thal: der Holzweg. Die vorerst 20 Objekte rücken den Jurawald als Hauptakteur ins Zentrum. Ein Erlebnis, besonders jetzt im Herbst.

Hundegebell und Kinderlachen hallen durch den Wald. Die Luft ist merklich kühler geworden, Blätter in allen Farben fallen beim kleinsten Windhauch vom Himmel, noch herrscht der vormittägliche Hochnebel vor. Wir befinden uns im Naturpark Thal, im Waldabschnitt zwischen der Ruine Neu-Falkenstein und Holderbank, wo vor wenigen Tagen der sogenannte Holzweg eröffnet worden ist. Ein Rundwanderweg, den man in unterschiedlichen Richtungen und mit diversen Abkürzungen begehen kann. Zwischen einer und drei Stunden Wanderzeit sind möglich.

Wir entscheiden uns, den Abschnitt auf der alten Römerstrasse zwischen Balsthal und Holderbank zu begehen und suchen mittels Plan und der am Weg zu findenden Ansichtstafeln die Objekte des «Holzweges». 21 solcher Objekte sind geplant, 20 sind momentan zu entdecken. Es sind alles Holzobjekte, mal farbig, mal naturbelassen, mal Land-Art, mal spielerisch, mal zum Nachdenken anregend, mal einfach nur ästhetisch ansprechend. Ausgedacht hat sich diesen Holzweg und seine Objekte der Aedermannsdörfer Künstler Sammy Deichmann. Die Objekte sollen sich einfügen, aber auch polarisieren, so der Künstler.

So treffen wir auf das erste Objekt unseres Rundganges, den «Stabgang». Wie überdimensionierte, abgebrannte Streichhölzer ragen die Stäbe in die Luft und weisen den Weg. Man bekommt Lust, hindurchzugehen. Es folgt die «Klanglinie». Ein überdimensioniertes Windspiel an Holzgestellen. Wer sie bewegt, bekommt feine, fremdartige Tonfolgen zu hören. Weiter geht der Weg Richtung Römerweg hinauf. Hier begegnet man dem «Kugelweg».

Hölzerne Kugeln säumen den überaus steilen Weg. Jederzeit könnten sie in die Tiefe rollen – keine Angst: Sie halten. Es folgt links ein neuer gross angelegter Spielplatz für Kinder und Erwachsene. Brätelstellen, eine Toilettenanlage, ein Pavillon zum gemütlichen Beisammensein sowie das «Vogelnest», eine Kletterherausforderung für Gross und Klein, locken hier. Und wer sich noch weiter in diesen Waldbereich hineinwagt, entdeckt plötzlich über sich eine «Wächtergruppe». Schwarze, mürrische, stilisierte, hölzerne Gestalten, die signalisieren: kein Durchkommen.

Wir marschieren den roten Markierungspflöcken entlang weiter Richtung Holderbank und entdecken über uns in der Höhe weisse «Wolken» aus Holz.

Jetzt geht die Wanderung ein wenig retour, und wir steigen den alten, mit Stufen versehenen Waldweg in Richtung «Ewigkeit» hinab. Hier gibt es den meterlangen, gelben «Tatzelwurm» zu verfolgen, der sich durchs Geäst schlängelt. Dann stehen wir vor dem begehbaren «Holzgarten». Meterhohe, schwarze «Visitors» entdeckt man anschliessend, ebenso verschiedene, neue Brätelstellen, mit Feuerholz bereits eingerichtet. Wir sind im Holz-Schlaraffenland.

Das war nur ein Teil des «Holzweges», weitere Objekte sind noch zu entdecken. Die Holzobjekte wirken nach, doch besonders beeindruckend wird bei einem solchen Rundgang die Begegnung mit dem herbstlich gefärbten Wald, der damit zu einer stets geöffneten und kostenlosen einzigen Freilichtbühne wird.

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