Susette, Denver, Larissa, Salome, Peggy – so hiessen die Kandidatinnen für die Miss Guldental. Eine Vorführung im Bikini und im Abendkleid fand allerdings keine statt, denn bei diesen Damen sind ganz andere Werte massgebend – sie sind nämlich Milchkühe. Der Titel für die Miss Guldental, die in diesem Tal geboren sein muss, ging an Andrea von Felix Latscha aus Mümliswil. Bei der Wahl für die Miss Guldentaler Messe war der Geburtsort nicht gefragt. Dennoch holte eine Einheimische den Titel: Daisy von Adolf Zemp aus Ramiswil. Der Preis für das schönste Euter ging an Helena von Franz Walser aus Mümliswil.

Keineswegs nur fürs Gewerbe

Die Guldentalermesse wird organisiert vom Guldentaler Gewerbeverein. Sie präsentiert die ganze Vielfalt von Mümliswil und Ramiswil. Da spielt natürlich die Landwirtschaft eine wichtige Rolle. So sind auch zahlreiche Tiere an der Messe: Kühe, Pferde mit ihren Fohlen, Ponys, Ziegen, Schafe und gar Lamas. «Es ist keine Messe im herkömmlichen Sinn», erklärt OK-Präsident Christoph Kamber. Schon bei der ersten Messe im Jahr 1995 wollte man etwas Spezielles anbieten. So waren am Wochenende zum Beispiel der Historische Verein Guldental und der Obst- und Gartenbauverein vertreten.

Christoph Kamber freut sich ganz besonders über das Engagement und die Motivation der Gewerbeverein-Mitglieder, die alle ehrenamtlich arbeiten. Und alle hätten spontan zugesagt, als sie angefragt wurden. So wurde die Buurestube von der Landfrauengemeinschaft geführt, und der Tambourenverein Mümliswil-Ramiswil bewirtete die Gäste am späten Abend in der Drummlerbar. Viele andere Vereine halfen im Festzelt beim Servieren und bei anderen Arbeiten mit.

Ausstellen und Vorführen

«Ein Fest mit allen für alle» so laute das Ziel für den Anlass gemäss Kamber – und dieses sei erreicht worden. «Die Aussteller sind zufrieden. Wir haben viele Komplimente erhalten. Die Besucher sind begeistert, und es kam zu keinen Zwischenfällen», resümierte Christoph Kamber am Sonntagnachmittag. Nebst den über 55 Ausstellern, die ihre Produkte und Dienstleistungen vorstellten, wurden den Besuchern viele weitere Attraktionen geboten.

Am Sonntagmittag etwa spielte die Musikgesellschaft Konkordia Mümliswil im Festzelt. Um 14 Uhr wurde das Zuschauen fast schwer, da sich so viele Interessierte um die Arena drängten: Beat Bloch zeigte eindrucksvoll, wie er mit seiner Border Collie-Hündin zusammenarbeitet, um das Vieh zu treiben. Darauf fuhr Alois Häfeli mit seiner zweispännigen Landauer-Kutsche vor. Als prominente Gäste führte er OK-Präsident Christoph Kamber und OK-Vizepräsident Hansjörg Stoll mit Gemahlinnen mit.

Wie zu König Arthurs Zeiten

Einen nicht alltäglichen Anblick bot die Pferdezuchtgenossenschaft Falkenstein. Hoch zu Ross und in Ritterkleidern betraten die Reiterinnen und Reiter die Arena in der Kätzlimatt. Andi Müller und Fredi Lisser bewiesen Geschick, als sie mit ihrer Lanze einen Holzklotz vom Podest stiessen.

Mit einem Springconcours zeigte auch der Kavallerie- und Reitverein Balsthal sein Können. Ein besonderes Highlight, sei der Einzug von Neu-Eidgenoss Remo Stalder am Samstag gewesen, erklärte OK-Präsidenten Christoph Kamber mit Stolz.

Nach den beeindruckenden Vorführungen blieb noch genug Zeit, um die Messe zu besuchen. Das Zelt war gut gefüllt. An jedem Stand wurde angeregt diskutiert und gefachsimpelt. Insgesamt schätzt Kamber zwischen 10 000bis 12 000 Besucherinnen und Besucher an den vier Messetagen. Die Zahl der letzten Messe von 2007 wurde damit übertroffen.