Härkingen
Hier geht die Post ab: Im Paketzentrum herrscht an Weihnachten Hochbetrieb

Hier wird vor und nach den Festtagen rund um die Uhr gearbeitet: Mehrere hunderttausend Päckli aus dem In- und Ausland passieren während der Vorweihnachtszeit pro Tag Fliessbänder und Rutschen des Post-Paketzentrums Härkingen.

Liliane Manzanedo
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Manuelles Einlesen von Paketen, deren Codes vom Computer aus diversen Gründen nicht erfasst werden konnten. Zu 99 Prozent arbeiten Frauen an solchen Stationen.

Manuelles Einlesen von Paketen, deren Codes vom Computer aus diversen Gründen nicht erfasst werden konnten. Zu 99 Prozent arbeiten Frauen an solchen Stationen.

BRUNO KISSLING

Das Paketzentrum Härkingen ist das grösste der drei Paketzentren (Daillens, Härkingen und Frauenfeld) in der Schweiz. Alle drei wurden im Jahre 1999 eröffnet und sind jeweils zuständig für einen Landesteil. Härkingen versorgt den zentralen sowie den westlichen Teil der Deutschschweiz und das Tessin.

Es ist körperlich strenge Arbeit für die Männer, welche die Pakete ein- und ausladen. Am Ende des Tages wissen sie, was sie geleistet haben. «Der Betrieb ist männerlastig», weiss Mario Killias, Leiter des Paketzentrums in Härkingen.

Von den Frauen hinter den Computern in der Abteilung «Sperrgutverarbeitung» wird speditives und genaues Arbeiten verlangt. Sie nehmen all jene Pakete entgegen, die entweder zu gross, zu schwer oder einfach unförmig für die automatische Förderanlage sind.

Manuell werden die einzelnen Strichcodes eingescannt und die Adressen in den Computer getippt. Konzentration ist gefragt. Die ausgedruckten Kleber sollen schliesslich die richtige Nummer aufweisen, damit das Paket in die korrekte Rollbox geladen wird und an den richtigen Zielort gelangt.

Während sich auf der einen Seite des Zentrums der Fernverkehr abwickelt (nach Daillens oder Frauenfeld), spielt sich auf der anderen Seite der Nahverkehr ab (Lieferungen für Härkingen und Umgebung).

Es brummt: Lastwagen transportieren rund um die Uhr Pakete.
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Betriebsökonom und Leiter Mario Killias bei den Kleinpaketen, die separat behandelt werden.
Einer von vielen Männern im Betrieb. Fleissig werden Pakete rumgetragen.

Es brummt: Lastwagen transportieren rund um die Uhr Pakete.

BRUNO KISSLING

Andernorts stehen Paket-Container aus dem Ausland oder für das Ausland bereit. Rund um das Paketzentrum befinden sich Tore, an welchen die Pakete ein- und ausgeladen werden. Das Paketzentrum erwacht um zirka halb Sieben am Morgen zum Leben und stellt seinen Betrieb erst etwa um zwei Uhr nachts wieder ein.

«Den grössten Peak in der Woche haben wir meistens am Montag. Letzten Montag hatten wir 437 000 Pakete zu verarbeiten. 500 000 Pakete an einem Tag haben wir noch nie geschafft, könnte es aber dieses Jahr durchaus geben», erklärt Killias.

Es ist dermassen viel los, dass die 380 Mitarbeiter des Paketzentrums und die für die Weihnachtszeit 100 zusätzlich Angestellten auch samstags im Einsatz stehen. Bereits Anfang Oktober werden die ersten Aushilfekräfte eingestellt.

Beschädigte Pakete kommen in Rollboxen zum «Päcklidoktor», oder sollte man lieber sagen zur «Päcklidoktorin». Denn verantwortlich für die «Paketklinik» sind Frauen. Die Patienten sind nasse Pakete, solche ohne Adresse und Pakete, die beim Transport respektive bei der Paketverarbeitung zerdrückt oder aufgerissen wurden.

Suada Deumic, seit 16 Jahren im Betrieb, weiss um das häufigste Problem: «Zu wenig Füllmaterial. Dann wird das Stapeln zum Problem. Der Inhalt wird zerdrückt.» Der «Verarztungsraum» ist klein.

Prozentual gesehen gebe es sehr wenige beschädigte Pakete: «Die Menge befindet sich unter dem Promille-Bereich». Darüber ist Killias sehr erfreut. Bei defekten Paketen wird mit dem Absender oder dem Empfänger der Sendung Kontakt aufgenommen und das weitere Vorgehen besprochen.

Ist gar keine Adresse ersichtlich, wird der Inhalt in gelbe Boxen gesteckt und nach Chiasso zur Fundstelle verschickt. Dort werden die eingegangenen Sendungen nach bestimmten Kriterien eingelagert.

Um einen Suchauftrag in Chiasso auszulösen, müssen sich Kunden, die ein Paket oder Teile einer Sendung vermissen, beim Kundendienst der Post oder bei der nächsten Poststelle melden.