Oberbuchsiten

Hier führen die Jungen Regie – und das mit Erfolg

Die Jungbürgerinnen und Jungbürger in Oberbuchsiten organisierten die Bundesfeier und geben den Ton an.

In der Berggäuer Gemeinde Oberbuchsiten wird die 1.-August-Feier jeweils durch die Jungbürgerinnen und Jungbürger organisiert, was bestens funktioniert. Das ist nicht an allen Orten so. Rund dreizehn Prozent der Gemeinden führen keine Bundesfeier mehr durch. Diese Zahl zitierte der Oberbuchsiter Gemeindepräsident Daniel Lederer in seiner Begrüssungsrede aus einer Umfrage des Schweizerischen Gemeindeverbandes. Als Gründe genannt wurden dabei die Kosten, das mangelnde Interesse der Bevölkerung und die Schwierigkeit, freiwillige Helfer zu finden.

Beim Modell Oberbuchsiten stellt dies kein Hindernis dar. Ein rundes Dutzend von Achtzehnjährigen aus dem 2200-Seelen-Dorf gestaltete den Nationalfeiertag. Dabei agierten sie nicht nur als stille Helfer im Hintergrund. Sie servierten zwar auch den offerierten Begrüssungskaffee samt Erst-August-Weggen und stellten die Festwirtschaft mit Grilladen und Salaten auf die Beine. Doch die 1999 Geborenen erhielten zusätzlich das Rednerpult für ihre Augustansprache zur freien Verfügung.

Dieses Jahr teilten sich zwei Jungbürger die Rolle des offiziellen Festredners. Elias Bader formulierte einige Gedanken über das Erwachsenwerden. Am Geburtstag werde er volljährig und mit dem Jungbürgereid vollwertiges Mitglied der Gemeinschaft. «Dabei wird man nicht von einer Sekunde zur andern plötzlich erwachsen», stellte der Polygraf im dritten Lehrjahr fest. Vielmehr sei es ein Prozess, während dem man sich in der Erwachsenenwelt erst zurechtfinden müsse, was nicht allen ohne Probleme gelinge.

Der zweite Festredner, Nico Stutz, brachte augenzwinkernd eine originelle Definition der Volljährigkeit: «Nun kannst du alles weiter machen, das du sowieso schon heimlich getan hast». Andererseits habe dies zur Folge, dass er nun für sein Handeln selber verantwortlich sei. Gleichzeitig bedeute die Eigenverantwortung auch, sich für die Allgemeinheit zu engagieren und einen Beitrag an die Gesellschaft zu leisten, sei es – wie im Fall seines Co-Redners Elias Bader – im Rahmen des Samaritervereins, oder – wie bei ihm selber – in der Jugendfeuerwehr.

Anschliessend nahm Gemeindepräsident Daniel Lederer den anwesenden vier Jungbürgerinnen und sieben Jungbürgern das feierliche Gelöbnis ab. Er machte allen diesen Jugendlichen die gedruckte Verfassung und ein rotes Badetuch mit Schweizerkreuz zum Geschenk, bevor die Feier mit dem gemeinsamen Singen der Nationalhymne ihren Abschluss fand.

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