Oensingen
«Hauptstadtregion Schweiz» will 4. Politmetropole werden

Rund 50 Personen folgten am Mittwochmorgen der Einladung des Industrie- und Handelsvereins Thal-Gäu-Bipperamt um dem Referat von Hauptstadtregion-Schweiz-Geschäftsführer Georg Tobler zu lauschen. An Visionen mangelt es Tobler nicht

Silvana Grellmann
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Rolf Riechsteiner, Präsident des Industrie und Handelsvereins Thal-Gäu-Bibberamt

Rolf Riechsteiner, Präsident des Industrie und Handelsvereins Thal-Gäu-Bibberamt

Silvana Grellmann

«Aus den Medien haben wir erfahren, dass sich fünf Kantone zum Verein Hauptstadtregion Schweiz zusammengeschlossen haben», sagte Rolf Riechsteiner, Präsident des Industrie und Handelsvereins Thal-Gäu-Bibberamt (IHV), bei der Begrüssung der rund 50 Besucher, die sich um 7.15 Uhr morgens auf Schloss Neu Bechburg eingefunden hatten.

Weil die Region Niederbipp/Oensingen zu den ausgewählten Topstandorten der am Projekt beteiligten Kantone gehöre, sei es ihm eine Freude, mit Geschäftsführer Georg Tobler den «Kopf der Hauptstadtregion» in Oensingen begrüssen zu dürfen, so Riechsteiner.

Stärkung des Politzentrums

Tobler eröffne sein Referat mit der Frage, «wer ist die Hauptstadtregion überhaupt?», um diese sogleich gleich selbst zu beantworten. «Im Jahr 2010 wurde der Verein «Hauptstadtregion» gegründet. Mitglieder sind unter anderem die fünf Kantone Solothurn, Bern, Neuenburg, Freiburg und das Wallis», führte Tobler aus. Das Ziel des Vereins sei hauptsächlich die Stärkung des Politzentrums. Darüber hinaus sei es wichtig, dass der Grossraum der fünf Kantone den drei Metropolitanräumen Zürich, Basel und Bassin Lémanique auf Augenhöhe begegnen könne.

Nach weiteren Ausführungen über die Rahmenbedingungen wechselte Tobler zum zweiten Schwerpunkt seines Referats: den Projekten. Zu diesen zählen unter anderem zwölf ausgewählte Top-Entwicklungsstandorte. «Dazu gehört auch ein Areal in der Region Niederbipp/ Oensingen», erklärte Tobler. Von diesen Top-Entwicklungsstandorten wolle man in naher Zukunft detaillierte Profile erarbeiten. Ausserdem verfolge man das Ziel, einen Austausch unter den Kantonen zu ermöglichen, um gemeinsam nach Lösungen zu suchen, wie diese Entwicklungsstandorte verfügbar gemacht werden könnten. Die Kantone hätten beeits eine Absichtserklärung unterzeichnet, sich gegenseitig zuunterstützen, um dieses Ziel möglichst rasch, spätestens aber bis in zehn Jahren zu erreichen.

Mit den Worten «Die Hauptstadtregion ist das Herz der Schweiz», beendete Tobler sein Referat und eröffnete die Fragerunde. In dieser wurde unter anderem gefragt, was zu bewerkstelligen sei, um das erwähnte Land bereits in zehn Jahren zur Verfügung stellen zu können. «Ein Rezept dafür gibt es noch nicht», erklärte Tobler und man müsse sich dazu wohl auch mit anderen Kantonen austauschen und, das Ganze weiterdenken.

Noch wenig Konkretes

Gedanken über das Gehörte machte sich im Anschluss an den Vortrag auch Heinz Ackermann. «Ich fand das Thema zwar sehr interessant, allerdings sehe ich im Moment noch zu wenig konkrete Vorschläge». Auch der Präsident der IHV-Präsident Riechsteiner schloss sich dieser Meinung an: «Ich fand den Vortrag zwar sehr spannend und unterstütze das Projekt, allerdings sehe ich tatsächlich noch ein Fragezeichen, was die Umsetzung betrifft.» Riechsteiner findet, dass möglichst rasch eine Zusammenarbeit zwischen den Kantonen, Gemeinden und dem Verein «Hauptstadtregion Schweiz» entstehen sollte.

Kaffee oder Büro

»Den Vortrag morgens um 7.15 Uhr anzusetzen war hervorragend», sagte Christian Müller aus Oensingen und auch Heinz Ackermann war froh, wurde eine Randzeit gewählt. «Die Idee liegt darin begründet, dass die Leute so direkt danach wieder ins Büro können und um 9 Uhr wieder mit der Arbeit beginnen können», erläuterte Riechsteiner . Und während sich die einen nach dem Vortrag noch ein Kaffee gönnten, machten sich andere denn auch tatsächlich bereits wieder auf den Weg zur Arbeit.