Laupersdorf
Hanfbauer ist Vorstandsmitglied der örtlichen SVP

Beim Laupersdörfer Bauern, bei dem die Solothurner Kantonspolizei vor einigen Tagen eine Hanfanlage ausgehoben hat, handelt es sich um einen Vorsitzenden der SVP-Ortspartei.

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Der 62-jährige Hanfbauer sei seinerzeit dabei gewesen, die SVP Laupersdorf aus der Taufe zu heben und habe diese bis vor einem Jahr in der Werkkommission vertreten, berichtet der TV-Sender Tele M1. Gegenüber Tele M1 bestätigte Ortsparteipräsident Beat Künzli die Parteimitgliedschaft des Mannes.

Gleichzeitig betonte Künzli aber auch, dass der Bauer seit längerem nicht mehr an Parteisitzungen und auch nicht an der Generalversammlung teilgenommen habe.

Parteiintern sei darum schon früher die Rede davon gewesen, einen Ersatz zu suchen - lange bevor nun dessen Machenschaften aufgeflogen seien. Jetzt gelte es aber erst recht, mit dem illegalen Hanfzüchter das Gespräch zu suchen, um ihm den Rücktritt aus dem Parteivorstand zu empfehlen, sagte Präsident Beat Künzli.

Schon mehrmals geerntet

Am Montag dieser Woche hatte die Kantonspolizei gemeldet, dass «nach entsprechenden Vorermittlungen» auf dem abgelegenen Hof bei Laupersdorf eine mittelgrosse, professionell eingerichtete Indoor-Hanfanlage mit rund 1000 Pflanzen ausgehoben worden sei. Offenbar war dem Zugriff der Polizei tatsächlich bereits eine längere Beobachtungsphase vorangegangen. Jedenfalls berichteten Laupersdörfer gegenüber Tele M1, dass zivile Fahnder den Bauernhof wiederholt von der anderen Talseite aus mit Feldstechern observiert hätten.

Der 62-jährige Laupersdörfer wird sich nun mit einem von der Kantonspolizei ebenfalls beschuldigten 36-jährigen Deutschen wegen Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz vor der Justiz zu verantworten haben. Beim 36-Jährigen soll es sich gemäss befragten Dorfbewohnern um einen Schwiegersohn des Bauern handeln.

Beide Personen sind nach Polizeiangaben teilweise geständig, in der Anlage «bereits mehrmals Marihuana produziert, geerntet und verkauft zu haben». Der Verkaufswert der Ware wird von den Behörden mit mehreren 10 000 Franken beziffert. (ums.)