Kestenholz
Hallenbad Kestenholz muss für immer schliessen

Zu hohe Kosten für Betrieb und Sanierung zwingen das Hallenbad in Kestonholz, seine Türen für immer zu schliessen. Die Primarschulkinder müssen deshalb künftig nach Oensingen ins Hallenbad fahren.

Alois Winiger
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Hallenbad in Kostenholz muss schliessen
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Die Klassen 2a und 2b mit ihren Lehrerinnen Rita von Arb und Evelyne Aemmer
Schnell ein paar Flossen an die Füsse und los
Bereit zum Abtauchen
Gelbe oder pinkige Flossen - das ist hier die Frage

Hallenbad in Kostenholz muss schliessen

Alois Winiger

Seit Freitag ist das Lernschwimmbecken im Untergeschoss der Turnhalle in Kestenholz für immer geschlossen. Künftig werden die Primarschulkinder zum Schwimmen nach Oensingen fahren ins Hallenbad der Kreisschule Bechburg.

Die Klassen 2a und 2b mit ihren Lehrerinnen Rita von Arb und Evelyne Aemmer haben zum Abschied eine Poolparty angesagt, Chips und Kuchen inklusive. Fröhlichkeit überwiegt, wie sich beim Besuch zeigt. Ist denn niemand traurig über die Schliessung? «Es bitzeli scho», gibt ein Mädchen zu. Ein Bub hingegen meint: «Hier haben wir immer nur eine Lektion. In Oensingen sind es dann immer zwei. Das ist doch besser, oder?»

Kassensturz bringt Wende

Das Ende des 42 Jahre alten Lernschwimmbeckens kam schneller als gedacht. Denn noch im Januar letzten Jahres sah es so aus, dass erst über die Zukunft des Bades entschieden wird, wenn der geplante Um- und Ausbau des Schulhauses und der Sportanlagen abgeschlossen sein wird.

Die Wende kam quasi beim Kassensturz. Der Gemeinderat räumte dem erwähnten Aus- und Umbau oberste Priorität ein, eine Investition für rund 10 Mio. Franken. Das ist ein grosser Brocken für die Gemeinde, der noch über Jahre hinweg zu spüren ist in Form von höheren Steuern. Da ist die Frage berechtigt, ob man jährlich 100 000 Franken für Betrieb und Unterhalt für ein Bad ausgeben kann bzw. will.

Diese Kosten bleiben, obwohl das Bad Einnahmen generiert durch die Nutzung der Schulen von Kestenholz, Niederbuchsiten, Neuendorf und Härkingen sowie Vereinen und privaten Kursanbietern. Kommt hinzu, dass das Bad dringend saniert werden muss, Schätzungen zufolge für rund 1,3 Mio.

Der Gemeinderat kam zum Schluss, der Gemeindeversammlung am 30. März 2013 die Schliessung des Hallenbads auf Juli 2014 zu beantragen. Es gab keinen Widerstand, der Souverän stimmte zu. Nach der Schliessung wird das Bad vorerst einfach stillgelegt, was weiter geschehen soll, wird später entschieden.

Das Erste weit und breit

Von der Öffentlichkeit wurde das Bad in letzter Zeit kaum noch genutzt. Ganz im Gegensatz zu damals, nachdem es 1972 eröffnet worden war, zusammen mit der Turn- bzw. Mehrzweckhalle.

Es herrschte riesige Begeisterung, obwohl es nur ein Lehrschwimmbecken war, 16,66 Meter lang und 8,4 Meter breit, die Wassertiefe reicht von 1,25 bis 1,5 Meter. Aber für die Kestenholzer war es ein richtiges Hallenbad – und erst noch das erste weit und breit.

Nicht nur unzählige Kinder lernten dort schwimmen, auch gestandene Männer und Frauen, die in jungen Jahren nie Gelegenheit dazu bekommen hatten. Viele Geschichten gäbe es davon zu erzählen.

Und wer denkt, es seien immer nur die älteren Semester, die den Spruch bringen «Weisch no?», der irrt. Das tun nämlich auch die Schülerinnen und Schüler der Klasse 2a. Sie haben fürs Schulblatt schriftlich festgehalten, was sie mit dem Schwimmbad verbindet. Hier ein Müsterchen: «Liebes Schwimmbad, weisst Du noch, als ich in der 1. Klasse war und wie ich Sachen herumtransportiert habe?»

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