Grossbaustelle

Härkingen wird neuer Dreh- und Angelpunkt für Pneus und Räder

Grossbaustelle in Härkingen. Im Hintergrund ist das ehemalige Gebäude des Erb-Verteilzentrums zu sehen, welche die Emil Frey AG 2007 aus der Konkursmasse des einstigen Erb-Imperiums erworben hatte.

Grossbaustelle in Härkingen. Im Hintergrund ist das ehemalige Gebäude des Erb-Verteilzentrums zu sehen, welche die Emil Frey AG 2007 aus der Konkursmasse des einstigen Erb-Imperiums erworben hatte.

Die Emil Frey AG baut in Härkingen ein Zentrum für Pneus und Räder. Dieses entsteht in der Lischmatt, unmittelbar neben dem Verteilzentrum, das die Emil Frey AG im Jahr 2007 aus der Konkursmasse des einstigen Erb-Imperiums erworben hatte.

Weil die im Reifen- und Räderhandel tätigen Logistikkunden der Emil Frey AG ihre Umsätze in den vergangenen Jahren stetig steigern konnten, bekam der zweitgrösste Autoimporteur der Schweiz zunehmend Probleme mit seinen Lagerkapazitäten in Safenwil und Härkingen. Abhilfe soll ein gigantisch anmutender Neubau in der Lischmatt in Härkingen schaffen, wo der Warenumschlag im Bereich der Pneus und Räder neu konzentriert werden soll, wie Hans-Peter Anderes von der Emil Frey Betriebs AG in Safenwil auf Anfrage erklärt. Für einen Neubau gesprochen hätten auch die verschärften Brandschutzvorschriften bei der Einlagerung von Pneus. Diese Warengruppenkategorie sei vor geraumer Zeit in eine anspruchsvollere Kategorie eingeteilt worden. «Dies hätte grössere Nachinvestitionen in den bestehenden Lagern nach sich gezogen», so Anderes.

Nach der Bewilligung des Gestaltungsplans durch den Regierungsrat sind die Bagger am 1. Juli auf der 20 000 Quadratmeter grossen Parzelle in der Lischmatt aufgefahren. 10 000 Quadratmeter davon beansprucht das 120 Meter lange, 84 Meter breite und 22 Meter hohe Gebäude mit einem Volumen von rund 220 000 Kubikmetern. Das viergeschossige Bauwerk wird westlich an das bestehende Firmengebäude angebaut. Dabei handelt es sich um das ehemalige Erb-Verteilzentrum, welches die Emil Frey AG 2007 aus der Konkursmasse des einstigen Erb-Imperiums erworben hatte.

Noch eine Parzelle in Reserve

Ingesamt müssen für den Neubau 50 000 Kubikmeter Erdreich abgetragen werden. Ein grosser Teil davon wird auf der benachbarten Parzelle deponiert, die ebenfalls eine Fläche von 20 000 Quadratmetern aufweist. Sie dient als Reserve für allfällige weitere Ausbauten, wie der federführende Architekt Andreas Wertmüller von der Architektengruppe Olten AG dazu ausführt. Konkrete Pläne dafür gebe es allerdings noch keine.

Die Aushubarbeiten dürften nach Einschätzung der Planer noch etwa bis Mitte September andauern. Gegen Ende dieser Arbeiten sollen ab Ende August parallel dazu die Baumeisterarbeiten in Angriff genommen werden. Der Rohbau inklusive die in Stahl ausgeführte Dachkonstruktion sollen gemäss Zeitplan etwa  Mitte Februar 2014 fertiggestellt sein. Unsicherheitsfaktor bleibt allerdings der bevorstehende Winter. Wenn dieser so hart ausfallen sollte wie der letzte, könnten Verzögerungen nicht ausgeschlossen werden, räumt Wertmüller ein.

«Dicht» bis im Frühling 2014

Dicht, also mit einer Hülle ausgestattet, soll der Bau etwa im Frühling 2014 sein. Wertmüller hofft, dass mit dem Innenausbau ende April, anfangs Mai 2014 begonnen werden kann. Das Gebäude mit Niveaus zwischen 8 und 21 Metern ist in verschiedene Bereiche aufgeteilt. Im Untergeschoss befinden sich Technikräume, Autoeinstell- und Lagerplätze sowie Räume für den Warenumschlag. Im Erdgeschoss untergebracht sind Büros, Warenumschlag, Reifenmontage, Staplerladeraum, ein vollautomatisches Hochregallager sowie Regal- und Blocklager. Vom ersten bis vierten Obergeschoss sind weitere Kleinteilelager und Büros vorgesehen.

Tunnel verbindet Alt- und Neubau

Um den Personen- und Materialtransfer zwischen dem bestehenden Gebäude und dem Neubau möglichst optimal zu gestalten, wird ein unterirdischer Verbindungstunnel gebaut. Auf der Westseite des Gebäudes befinden sich ferner acht Andockstellen für Lastwagen. Dazu kommt im Aussenbereich der Bau von neuen Verkehrs- und Umschlagsflächen.

In einem Jahr, im Juli 2014, soll der neue Dreh- und Angelpunkt der Emil Frey AG für Pneus und Räder seinen Betrieb aufnehmen können, wie Architekt Wertmüller in Aussicht stellt. Der Zeitplan sei gemessen am Bauvolumen zwar ambitiös, aber durchaus machbar. «Wir sind überzeugt, dieses Ziel erreichen zu können», so Wertmüller.

Bald 150 Arbeitsplätze in Härkingen

Mit der Inbetriebnahme des neuen Gebäudeteils wächst der Personalbestand in Härkingen von aktuell 125 Stellen um weitere 15 bis 30 Arbeitsplätze. Diese Schwankungen seien saisonal bedingt, Hans-Peter Anderes dazu. In den Liegenschaften der Emil Frey Gruppe in der Härkinger Lischmatt werden Autos, Nutzfahrzeuge und Motorräder, Occasionen sowie Autoersatzteile und Zubehör gelagert, aufbereitet, repariert, kontrolliert und vertrieben.

Wie viel das Unternehmen in das jüngste Projekt im Gäu investiert, wollte Bruno Heinzelmann, Leiter bei der Emil Frey Bauwesen, nicht verraten. Es handle sich um einen zweistelligen Millionenbetrag, liess er dazu lediglich verlauten.

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