Härkingen
Neue Turnhalle nimmt erste Hürde - nun entscheidet die Urnenabstimmung

94 Härkinger Stimmberechtigte nehmen den 4,8-Millionen-Kredit für den Neubau einer Einfachturnhalle an – kritische Stimmen gibt es trotzdem. Ende November findet die Urnenabstimmung statt.

Rahel Bühler
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Die geplante Turnhalle soll südlich der bestehenden Halle zu Stande kommen (rechts auf dem Foto).

Die geplante Turnhalle soll südlich der bestehenden Halle zu Stande kommen (rechts auf dem Foto).

Bruno Kissling

Die obere Mehrzweckhalle in Härkingen ist am Dienstagabend gut gefüllt: 94 Stimmberechtigte wollen über den Kredit für die neue Turnhalle entscheiden. Die Gemeinde braucht aber nicht wegen der vielen Leute an Gemeindeversammlungen eine neue Halle. Sondern, weil die dorfeigenen Vereine keinen Platz mehr haben.

Zentrales Element des Abends sind die Ausführungen von Konrad Bolliger vom ausführenden Architekturbüro Baderpartner aus Solothurn zu den Details der geplanten Halle: «Der Zugang erfolgt weiterhin über den Eingang der alten Halle.» Von dort gelangt man ins Foyer, das als Aufenthaltsraum mit Kiosk dient. Zum besseren Verständnis zeigt Bolliger Situationspläne und Visualisierungen. «Auf dem Spielfeld kann man alle gängigen Sportarten spielen.» Nur für Radball eigne sich der Boden nicht.

Neue Turnhalle, Härkingen

Die Einrichtung entspräche auch den aktuell geltenden Vorgaben des Bundesamts für Sport. So gibt es in der Halle keine hervorstehenden Sprossenwände. Im Untergeschoss sind vier Garderoben geplant. Dazu eine für Schiedsrichter oder Lehrer. Die Etage wird auch zwei behindertengerechte Garderoben enthalten. Rund um die geplante Halle wird es Veränderungen geben: Damit sie genug Platz hat, müssen der rote Platz und die Sandgrube für den Weitsprung versetzt werden. Der Architekt versichert:

«Sandgrube und roter Platz werden wieder gleich gross, wie jetzt.»

Einzig der Anlauf auf die Sandgrube werde etwas kürzer, sei aber immer noch tauglich für den Schulsport.

Bürgergemeinde beteiligt sich vielleicht an Kosten

Bereits 2015 sei dem damaligen Gemeinderat klar gewesen, Härkingen brauche eine neue Turnhalle, erläuterte Gemeinderat Philipp Niklaus vor Bolligers Ausführungen. Nach mehreren Studien startete im November 2019 das Vorprojekt. Im Dezember 2020 genehmigte die Gemeindeversammlung den Projektierungskredit über 130000 Franken. Auf die im Januar publizierte Bauausschreibung erhielt der Gemeinderat sechs Angebote. Der Rat entschied sich schliesslich für die Turnhalle von Baderpartner.

Im Anschluss erklärt Gemeindepräsident Daniel Nützi, dass sich die Gemeinde Härkingen den Bau der 4,8 Millionen Franken teuren Turnhalle leisten könne, denn die Gemeindefinanzen seien gesund. Ausserdem sei man mit der Bürgergemeinde im Austausch wegen eines möglichen finanziellen Zustupfs. Wann die Gemeinde wie viel Geld ausgeben wird, ist ebenfalls bereits klar: eine Million im Jahr 2022, deren drei im Jahr 2023 und 2024 schliesslich die restlichen 800000 Franken.

Ein Stimmberechtigter hinterfragt ganzes Projekt

Vor der Abstimmung hatten die anwesenden Stimmberechtigten die Möglichkeit, ihre Fragen zu stellen. Die meisten fragen nach Details, wie etwa, ob der Einbau einer Fotovoltaikanlage geplant sei. Ist sie. Ein Stimmberechtigter hinterfragt hingegen das gesamte Projekt. Seiner Ansicht nach sei es «unverantwortlich, eine Turnhalle im Untergeschoss zu bauen». Zu oft habe es in der Vergangenheit bei der bestehenden Halle Wasserschäden gegeben. Zudem brauche Härkingen die Halle gar nicht, es trainierten ohnehin nur auswärtige Vereine. Sein Statement erhält vereinzelt Applaus. Das Argument der auswärtigen Vereine wies Nützi entschieden von sich.

«Es sind Härkinger Vereine.»

Und die Wasserschäden hätten nie mit dem Grundwasser, sondern mit Rohrleitungsbrüchen oder einer verstopften Kanalisation zu tun gehabt.

Trotz der kritischen Stimme und des Applauses war das Verdikt bei der Schlussabstimmung klar: 76 Stimmberechtigte befürworten den Bau der neuen Turnhalle. 16 sind dagegen. Zwei Personen enthalten sich.

Mit dieser Abstimmung nimmt der Neubau die erste Hürde. Ob sie aber definitiv gebaut wird, entscheidet die Urnenabstimmung vom 28. November. Denn alle Beträge, die die Gemeinde ausgeben will und grösser als eine Million Franken sind, muss die Urnenabstimmung bestätigen. So verlangt es die Gemeindeordnung.

Daniel Nützi ist Gemeindepräsident in Härkingen

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