Härkingen
Fasziniert von Farben und Werkstoffen in der Alten Kirche

Mit gleich drei Künstlern startet das Team der Alten Kirche Härkingen in die neue Kultursaison. Zwei sprechen über ihre Arbeit.

Fränzi Zwahlen
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Judit Rozsas und Kurt Baumann vor ihren Arbeiten im Innenraum der Alten Kirche Härkingen.

Judit Rozsas und Kurt Baumann vor ihren Arbeiten im Innenraum der Alten Kirche Härkingen.

Bruno Kissling

Gleich drei Kunstschaffende finden derzeit in der Alten Kirche in Härkingen mit ihren Arbeiten ein Zuhause. Da ist zunächst einmal die in Kassel (D) lebende Malerin Judit Rozsas. Sie hat seit gut zwanzig Jahren Kontakt zur hiesigen Kunstszene und zum Verein der Alten Kirche Härkingen.

«Wir haben in meiner Heimatstadt eine ähnliche Vereinsgruppierung. Da haben auch schon Gruppenausstellungen im Austausch stattgefunden», erklärt sie ihren Aufenthalt im Gäu. Judit Rozsas ist Malerin und Zeichnerin durch und durch. Sie schwelgt in ihren Bildern in Farben, die sie dann rasch auf die Leinwand bringt. «Ich schwanke stets zwischen figurativ und abstrakt», sagt sie selbst.

Meist ist es die Natur, die sie inspiriert und die sie als Motiv für ihre Arbeiten nimmt. Ein- und Ausblicke in Wälder, Pflanzen- und Blumenmotive, die sie vorher skizziert oder fotografiert hat, regen sie an. «Wobei ich mir erlaube, die Regeln zwischen Vorder- und Hintergrund aufzubrechen.

«Vice versa» nennt sie diese Sichtweise, «umgekehrt». Die Arbeiten in der Alten Kirche sind seit 2010 entstanden. Neu - in der Corona-Zeit gemalt - wurden Ölgemälde und Zeichnungen, in denen sich die Künstlerin vorwiegend der Magnolienblüte widmet. Und je jünger die Arbeit, je abstrakter wurde sie sie.

Kurt Baumann, der Experimentierfreudige

Neben Rozsas Malerei stehen im Innenraum der Kirche Objekte des Aarwangener Künstlers Kurt Baumann. Verblüffend ist es zu sehen, wie die Arbeiten der beiden Künstler miteinander harmonieren. Baumann zeigt diesmal Objekte aus unterschiedlichem Holzteilen. Ausser einem Werk mit dem Titel « verschlüsselt», welches in der alten Sakristei zu sehen ist.

«Mich fasziniert eigentlich jeder Werkstoff, sei es Plastik, Holz oder Metall», sagt der ausgebildete Werklehrer. Derjenige Werkstoff, der ihn gerade interessiert, mit dem experimentiert und pröbelt er. Ein unbändiger Forscherdrang ist diesem Künstler eigen.

In Härkingen hat er nun schlanke Holzskulpturen aufgebaut. «Ich gehe hier immer von der Linie aus. Und es ist immer auch ein Ausloten: Wie weit kann ich mit dem Werkstoff gehen?», schildert er. Seine oft auch sehr spielerisch anmutenden Objekte bemalt er am Schluss alle mit seiner speziell entwickelten hellgrauen Farbe.

Einen Kontrapunkt setzt eine Installation, die er draussen vor der Kirche aufgebaut hat: Eine alte Schubkarre und alte Werkzeuge wie Besen oder Schaufel, alle mit rotbemalten strahlenförmigen Handgriffen versehen, die man gar nicht richtig fassen kann. «Das ist eine politische Arbeit», sagt der Künstler dazu. «Etwas, was ist üblicherweise nicht mache.»

Skulpturen aus Baumstämmen geschnitten von Adrian Bütikofer

Skulpturen aus Baumstämmen geschnitten von Adrian Bütikofer

Bruno Kissling

Im weiteren sind im Aussenraum der Kirche Skulpturen von Adrian Bütikofer zu sehen. Eine aus kleinen Holzelementen zusammengesetzte Brücke und drei farbige Objekte, die Bütikofer mit der Holzsäge aus einem Baumstamm herausschneidet.

Hinweis: Bis 26. Sept. mit Rahmenprogramm. www.alte-kirche.ch.

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