Härkingen
Erhält Härkingen eine neue Turnhalle für 4,8 Millionen Franken?

Die bestehenden beiden Mehrzweckhallen stossen an ihre Kapazitätsgrenzen. Deshalb stimmt die Gemeinde nächste Woche über einen möglichen Neubau ab. Ist das Ergebnis positiv, gibt es im November eine Urnenabstimmung.

Rahel Bühler
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Die geplante Turnhalle soll südlich an die bestehenden beiden Mehrzweckhallen angebaut werden. Das wäre rechts des Gebäudes.

Die geplante Turnhalle soll südlich an die bestehenden beiden Mehrzweckhallen angebaut werden. Das wäre rechts des Gebäudes.

Bruno Kissling

Härkingen braucht eine neue Turnhalle. Aber nicht, weil die Schülerzahlen dies erfordern. Sondern wegen der Vereine. Gemeindepräsident Daniel Nützi (CVP) erklärt: «Wir haben sehr innovative und aktive Vereine. Unsere Hallen stossen schon seit längerer Zeit an ihre Kapazitätsgrenzen.» Es gibt Vereine, konkret der Fussballclub oder der Unihockeyclub Wild Tigers Härkingen-Gäu, die auswärts trainieren müssen. Die Herrenmannschaft der «Wild Tigers» trainiert zum Beispiel in Boningen. Die bestehenden Hallen sind ausserdem zu klein, um Meisterschaftsspiele auszutragen. So tragen die Unihockeyteams ihre Heimrunden auch auswärts aus.

Die Kosten für den externen Trainingsbetrieb übernimmt die Gemeinde. In Härkingen müssen die einheimischen Vereine keine Hallengebühren bezahlen.

«Wir möchten die Vereinstätigkeit fördern und dafür die entsprechende Infrastruktur zur Verfügung stellen»,

bilanziert Nützi. So steht es denn auch im 2016 verabschiedeten Leitbild der Gemeinde: «Im Sinne eines intakten Dorf- und Vereinslebens setzen wir uns für die Stärke der Vereine ein.»

Neue Turnhalle, Härkingen

Was ist geplant? Härkingen verfügt bereits über zwei Mehrzweckhallen. Sie liegen übereinander an der Fröschengasse 10. Südlich an dieses bestehende Gebäude soll nun die neue Einfachturnhalle erbaut werden. Im Erdgeschoss kommen ein Foyer und ein Kiosk zu liegen. Im Untergeschoss die Turnhalle mit vier Garderoben und Toiletten. Die Garderoben verfügen über einen Ausgang zum Fussballplatz.

Die Absenkung der Halle hat laut dem Noch-Gemeindepräsidenten zwei Gründe: Erstens können Synergien mit dem bestehenden Bau genutzt werden. So wird der Materialraum der unteren Turnhalle mit der neuen Turnhalle verbunden, damit beide Hallen auf den Raum zugreifen können. «Zudem gibt es kein hohes Gebäude, sondern ein niedriges, was quartierverträglich ist.» Das neue Gebäude ist so konzipiert, dass eine weitere Halle angebaut werden könnte, falls dies in weiterer Zukunft nötig wäre.

Sagt der Souverän ja, gibt es eine Urnenabstimmung

Der Neubau wird die Gemeinde 4,8 Millionen Franken kosten. Nützi ist sich bewusst: «Das ist viel Geld.» Aber er sagt auch, die Gemeinde könne das finanzieren, ohne in Schwierigkeiten zu kommen: «Wir haben gesunde Finanzen.» Das zeige auch der Finanzplan 2021 bis 2026.

Nach einer Machbarkeitsstudie im Frühling diskutierte der Gemeinderat Ende November über das Vorhaben. An der Gemeindeversammlung vom 1. Dezember 2020 kam es schliesslich zum ersten Mal vors Volk: 51 Stimmberechtigte genehmigen den Planungskredit von 130000 Franken. 24 Anwesende waren dagegen. Es gab eine Enthaltung. Der Planungskredit diente der Ausarbeitung des Bauprojekts.

Daniel Nützi ist Gemeindepräsident in Härkingen.

Daniel Nützi ist Gemeindepräsident in Härkingen.

Patrick Lüthy

Am kommenden Dienstag werden die Härkinger Stimmberechtigten über die Zukunft des Vorhabens an einer ausserordentlichen Gemeindeversammlung entscheiden. Nimmt der Souverän den Kredit an, kommt es am 28. November zu einer Urnenabstimmung. Denn: Jede Investition, die den Betrag von einer Million überschreitet, muss in Härkingen an die Urne. Das ist in der Gemeindeverordnung so verankert. So könne vermieden werden, dass ein geringer Teil der Bevölkerung über grosse Investitionen bestimmt, erläutert Nützi. Sagen die Stimmberechtigten am kommenden Dienstag jedoch Nein zur Vorlage, wird es im November auch keine Urnenabstimmung geben.

Stimmt der Souverän dem Vorhaben zu, kann Anfang 2022 das Baugesuch eingereicht werden. Weiter ist der Zeitplan noch unklar. «Ich gehe davon aus, dass wir mit dem Bau frühestens in der zweiten Hälfte des nächsten Jahres starten können», vermutet der Härkinger Gemeindepräsident. Laufen die Arbeiten nach Plan, werde man den Neubau wohl Ende 2023 oder im Verlaufe des Jahres 2024 abschliessen können. Natürlich sei ihm bewusst, dass eine Investition solcher Grösse nicht nur Befürworter hat. Aber:

«Für Härkingen wäre diese Halle ein unglaublicher Gewinn.»

Denn Vereine seien einer der wichtigsten Pfeiler für ein intaktes Dorfleben. «Von ihnen profitiert die ganze Bevölkerung.»

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