2011 begeisterte sie das Publikum in der Region Olten in der Hauptrolle der Tracy Turnblad in der Kanti-Musicalchor-Produktion «Hairspray», nun überzeugte Martina Dreier in den «Blind Auditions» der TV-Sendung «The Voice of Switzerland» die vier Juroren Marc Sway, Stress, Stefanie Heinzmann und Philipp Fankhauser von ihrem Talent.

Die Hägendörferin sang «Angel» von Sarah McLachlan – worauf Fankhauser den Buzzer drückte und sie in sein Team holte mit den Worten: ««Du bist mein rettender Anker und mein Engel».

Martina Dreier hat sich «mit einer einfachen Audio-Aufnahme« im Sommer 2013 für «The Voice of Switzerland» angemeldet. «Ich wollte einmal eine Rückmeldung zu meiner Stimme bekommen und einfach schauen, was die Leute dort mir sagen und mir auf den Weg geben.»

Nach einer positiv verlaufenen Vorstellungsrunde bei den Musikredaktoren des Schweizer Fernsehens – «sie fanden meinen Auftritt schön» – wurde sie noch einmal zum Vorsingen für die «Blind Auditions» eingeladen.

Diese werden vom Sender aufgenommen und, mit einer Zeitverzögerung von rund drei Monaten, im TV ausgestrahlt. Martina Dreier erhielt die Zusage per Telefon. «Das war super. Ich wurde ganz nervös und musste gleich meine Eltern und meine zwei älteren Geschwister anrufen, um es ihnen zu erzählen», erinnert sich die 21-Jährige.

Im November 2013 wurden ihr Vorstellungsinterview und «Blind Auditions»-Auftritt aufgezeichnet. Die insgesamt 80 Talente wurden auf drei Drehtage verteilt. «Es war anstrengend», sagt Martina Dreier.

«Um 9 Uhr mussten alle dort sein, und dann habe ich ganz viel gewartet – ich kam leider erst im letzten Block etwa um 20 Uhr an die Reihe.» Als Unterstützung hatte Martina Dreier ihre Eltern, Schwester mit Kind, ihren Freund und die beste Freundin dabei.

«Natürlich habe ich mich auch darauf gefreut, aber ich war einfach so verspannt vor Nervosität, dass ich nur noch versucht habe, raus auf die Bühne zu gehen und den Auftritt zu meistern», erinnert sich die Hägendörferin, die über das Ergebnis «technisch nicht so zufrieden» war.

Sie habe nicht damit gerechnet, weiterzukommen. Aber: «Die Hauptsache ist, dass jemand auf den Buzzer gedrückt hat». Philipp Fankhauser sei der richtige Coach für sie, findet Martina Dreier. «Er hat viel Erfahrung, und auch seine Sidecoaches (musikalische Berater, Anm.Red.) sind super.»

«Alle sangen mit»

Martina Dreier hat schon als kleines Mädchen gerne gesungen. «Mein Grossvater (der frühere Niederbuchsiter «Sonne»-Wirt Paul Studer, Anm. Red.) sang stets gerne und viel, meine Mutter und ihre Geschwister auch.

Ob an Weihnachten, Geburtstagen oder draussen im Garten – immer stimmte jemand ein Lied an und alle sangen mit.» Als es darum ging, ein Instrument in der Musikschule auszuwählen, entschied sich Martina Dreier für Klavier, weil sie «dazu singen konnte».

Ab der zweiten Oberstufenklasse besuchte sie Stunden bei Gesangslehrerin der Musikschule, Katharina Bader. Nach dem Wechsel an die FMS der Kantonsschule Olten trat sie dem Musicalchor bei und erhielt drei Jahre lang klassischen Gesangsunterricht bei Daphne Mosimann. Dazu kamen «ein paar Blues-/Jazzgesangsstunden» bei Gitte Deubelbeiss.

Die – seit zwei Wochen – 21-Jährige studiert beruflich im vierten Semester Kindergärtnerin. Nebenbei – jeweils samstags – absolviert sie seit anderthalb Jahren eine Musicalausbildung in der Musical- und Schauspielschule SAMTS in Adliswil bei Zürich; dort pausiert sie zurzeit jedoch aufgrund eines Kindergartenpraktikums.

Neben «Hairspray» 2011 und diversen Auftritten an Familienfesten oder «kleineren» Veranstaltungen wie einem Kinderkrippen-Jubiläum trat Martina Dreier 2013 im Grenchner Parktheater in zwei Nebenrollen in «Chez Margrit», einer Eigenproduktion des Vereins DMC (Damians Musical Company), auf.

Bis anhin hatte sie «überhaupt noch keine Erfahrung mit Auftritten auf Fernsehbühnen. Auch gesangstechnisch nimmt man bei ‹The Voice of Switzerland› ganz viel Neues mit.

Man lernt dort so viele verschiedene Leute kennen, von denen man Unterstützung erfährt. Man macht sich aber auch viele Gedanken darüber, wohin man musikalisch gehört und in welche Richtung es geht».

Von den Juroren und auch «von den Talenten, die nicht weiterkommen, erfährt man grosse Wertschätzung. Sie machen einem Mut zum Weitermachen». Es sei «halt schon brutal im ersten Moment, wenn sich keiner umdreht» (das tut der Stuhl, auf dem ein Juror sitzt, wenn er den Buzzer zur Auswahl drückt, Anm.Red.). Während der Arbeiten für die Sendungen stellte Martina Dreier fest, dass «ich noch ganz viel lernen kann und gesangstechnisch noch ganz viel da ist, dass man herausholen kann».

Stilistisch noch am Ausprobieren

Zurück zu «The Voice of Switzerland», dessen Finale 2014 am 19. April ausgestrahlt wird: Laut Martina Dreier sind bereits «alle Sendungen gedreht ausser die letzten drei Liveshows». Nach den «Blind Auditions» sind zwei «Battle»-Sendungen an der Reihe, die am 15. und 22. März ausgestrahlt werden, am 29. März folgen eine Knockout-Sendung sowie drei Live-Shows am 5., 12. und 19. April.

Martina Dreiers «Battle»-Auftritt (dt. «Kampf») ist am Samstag, 15. März, auf SRF zu sehen. Dabei tritt sie im Duett mit einem Mitkonkurrenten/einer Mitkonkurrentin an, worauf der/die Bessere eine Runde weiterkommt. Das Lied wurde ihnen vom Coach zugewiesen.

Martina Dreier darf das Stück vor der Sendung nicht nennen, sagt aber: «Es ist nicht unbedingt mein Stil. Ich bin noch am Ausprobieren, was mir stilmässig am Besten liegt. Mit dem Lied, das ich für die ‹Battles› bekommen habe, bin ich zufrieden.»

«The Voice of Switzerland» Ausstrahlung stets am Samstag, 20.10 Uhr, auf SRF 1.