Sechs Schülerinnen und sieben Schüler haben sich in der Pfarrkirche Neuendorf zum Gottesdienst eingefunden, wo sie in farbenprächtigen Kleidern die Utensilien für das Sternsingen – und natürlich den dazugehörenden Segen – in Empfang nehmen. Und dann gehts auf den Weg, am ersten Tag bei wirklich garstigem Wetter.

Was motiviert eigentlich die Mädchen und Jungen, beim Sternsingen mitzumachen? «Weil es einfach Spass macht», antwortet Sandro Heim. Mike von Arx findet, man könne sich dabei so cool verkleiden. Auch für Mauro Heim ist es eben eine tolle Sache. «Und wir bekommen immer viel Schleckzeug.»

Nicht mehr überall Kreide

Apropos Schleck: Ein solcher ist der Einsatz als Sternsinger nicht gerade. Immerhin haben die in Gruppen aufgeteilten Sternsinger bzw. Könige je rund fünfzig Haushaltungen aufzusuchen, um dort singend – gemäss christlichem Glauben – die Botschaft des neu geborenen Königs und Erlösers zu überbringen. Als nachhaltiges Zeichen bringt einer der Könige den Segensspruch «Gott segne dieses Haus» bzw. die Buchstaben C M B für «Christus Mansionem Benedicat» sowie die Jahreszahl oben am Türrahmen an. Allerdings mittlerweile nicht mehr überall mit Kreide geschrieben. Vielerorts bevorzugt man stattdessen einen Kleber. Reinigungstechnische wie auch ästhetische Gründe werden dafür genannt.

Wie auch immer: In Neuendorf hat der Brauch des Sternsingens deswegen keineswegs gelitten. Im Gegenteil: Die Organisatorinnen, Gemeindeleiterin Beatrice Emmenegger und Regula Ammann, dürfen feststellen, dass der Brauch an Beliebtheit gewonnen hat. So hat man denn auch die Gewänder der Sternsinger laufend etwas aufgefrischt. Die Beliebtheit zeigt sich letztlich auch am Resultat an Spenden, die jeweils zusammenkommen. In den letzten Jahren sind es zwischen 3000 und 5000 Franken. Dieses Mal fliesst das Geld zum Hilfswerk Missio, gesunde Ernährung für Kinder auf den Philippinen und weltweit.