Gute Nachrichten konnten am Montagabend im Gemeinderat Oensingen in Bezug auf die drohende Schliessung des Pumpwerks Moos verkündet werden. Der Kanton habe der Gemeinde mitgeteilt, dass das Pumpwerk nicht vom Netz genommen werden müsse, erklärte Gemeindepräsident Fabian Gloor sichtlich erleichtert.

Auch eine Weiterführung der für das Dorf wichtigen Wasserfassung im Moos stellt der Kanton im Rahmen des aktuell laufenden Nutzungsplanverfahrens in Aussicht. Allerdings verbunden mit einer mittelfristigen Reduktion der aktuellen Fördermenge von jährlich 1,4 Millionen Kubikmetern sowie den Anschluss der Wasserversorgung an ein anderes Netz, wie etwa an jenes des Zweckverbandes Regionale Wasserversorgung Gäu.

Ein zweites Standbein bei der Wasserversorgung sei auch wichtig, um im Falle einer Havarie eine alternative Bezugsquelle zu haben, wie Gloor bemerkte. Der zuständige Gemeinderat Georg Schellenberg erwähnte, dass entsprechende Abklärungen laufen und, dass diese nach wie vor in alle Richtungen gingen.

Zurück zum Pumpwerk Moos: Die Schliessung des mitten in der Industriezone Pumpwerks hatte der Kanton im Rahmen der Ortsplanungsrevision verlangt. In den Fokus geriet das Pumpwerk vor allem wegen dem von Bell geplanten Parkhaus Holinden, welches die Grundwasserschutzzone S 2 tangiert hätte.

Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass es auch bestehende Bauten gibt, welche minimal innerhalb der Schutzzone S2 des in den 1960er-Jahren auf grüner Wiese in Betrieb genommenen Pumpwerks liegen.

Bell-Parkhaus neu in Schutzzone S3

Inzwischen nicht mehr in der Grundwasserschutzzone S2 befindet sich das erwähnte Parkhaus Hohlinden von Bell. Durch eine Redimensionierung des Bauköpers und dessen Verschiebung in Richtung Süden soll das Parkhaus neu gänzlich in der Schutzzone S3 zu liegen kommen. Bell trägt mit der Redimensionierung dem Anliegen der VCS-Sektion Rechnung, welcher im Rahmen der öffentlichen Mitwirkung ein Parkhaus mir weniger Parkplätzen verlangt hatte (wir berichteten). Erreicht wird die Reduktion von 1800 auf neu 1200 Parkplätze durch eine schmalere Baubreite des zehnstöckigen Parkhauses, bei einer Höhe von 30 Metern.

Damit wird die im «Gestaltungsplan Holinden» maximal erlaubte Höhe voll ausgeschöpft. In die Planung eingeflossen ist ferner, wie Gloor erwähnte, das vom ebenfalls von der VCS-Sektion Solothurn geforderte Mobilitätskonzept.

Der «Gestaltungsplan Holinden» mit Sonderbauvorschriften, Mobilitätskonzept und Umweltverträglichkeitsbericht wurde vom Gemeinderat ohne weitere Diskussion zur öffentlichen Auflage verabschiedet. Diese erfolgt vom 27. April bis zum 28. Mai.

Rinderschlachthof wird ersetzt

Ebenfalls zur öffentlichen Auflage im selben Zeitraum verabschiedet wurde vom Gemeinderat der Erschliessungs- und Gestaltungsplan «Neubau Rinderschlachthof» Bell AG mit Sondervorschriften. Dieser Rinderschlachthof gehört wie das Parkhaus Holinden zum Bell-Projekt Opera, welches in Oensingen die Ansiedlung der Werke für die Schweinezerlegung sowie die Aufbereitung und Kommissionierung von Frisch- und Tiefkühlprodukten vorsieht. In einer ersten Etappe soll der 1971 gebaute Rinderschlachthof an der Dünnerstrasse durch einen Neubau auf dem nördlich gelegenen Parkplatz ersetzt werden. Die Parkplätze sollen im zentral zwischen den Betrieben geplanten Parkhaus Holinden untergebracht werden.