Thal-Gäu

Gute analytische Fähigkeiten vorausgesetzt: Ein Dreikampf um den Ersatzamtsrichtersitz

Aussergewöhnlich viele Bewerber kandidierten zuletzt um die Sitze im Schmelzihof in Balsthal. (Bild: 25. August 2017)

Aussergewöhnlich viele Bewerber kandidierten zuletzt um die Sitze im Schmelzihof in Balsthal. (Bild: 25. August 2017)

Der Platz für das Ersatzsrichteramt im Thal-Gäu ist begehrt – das Rennen zwischen den drei Kandidaten am 9. Februar ist offen.

Im vergangenen Herbst schon war das Interesse für den Amtsrichter-Sessel gross. Die bisherige Ersatzsrichterin Regina Füeg (CVP) setzte sich im ersten Wahlgang derart deutlich ab, dass sich ihre Konkurrenten aus freien Stücken zurückzogen. Füeg war in stiller Wahl gewählt, nachdem sie das absolute Mehr knapp verpasst hatte. Das Beispiel der Laupersdörferin zeigt: Das Ersatzsrichteramt kann durchaus als «Sprungbrett» zum Amtsrichter-Sitz dienen.

Daher überrascht es nicht, dass mit Markus Wyss (FDP) und Kathrin Becht (SP und Unabhängige) zwei Kandidaten das Ersatzrichteramt anstreben. Der Kestenholzer Finanzverwalter Wyss und die Matzendörferin Historikerin und Deutschlehrerin Becht bewerben sich für den vakanten Sitz, den Füeg durch ihre Wahl zur Amtsrichterin hinterlassen hat.

Nach vielen Jahren wieder Vakanzen

Und so ist das Interesse an diesem Amt, für das es in den letzten Jahren üblicherweise wenige Bewerberinnen oder Bewerber gab, ungebrochen gross. Amtsgerichtspräsident Guido Walser nannte im Herbst gegenüber dieser Zeitung einen möglichen Grund, für die grosse Zahl der Kandidaturen: «Seit mehreren Jahren gab es keine Vakanzen, die bisherigen traten immer wieder an.»

Im fünfköpfigen Kandidatenfeld hatten sie am zweit- (Wyss) respektive drittmeisten Stimmen (Becht) geholt. Markus Wyss erreichte damals gut 25 Prozent der Voten und erhielt knapp 1000 Stimmen mehr als Kathrin Becht. Dennoch dürfte die Ausgangslage bei der Majorzwahl am kommenden Sonntag 9. Februar ziemlich offen sein. Denn auch die CVP, die mit Füeg bereits den Amtsrichter-Sitz besetzen konnte, tritt wieder an.

Dreikampf um den einen freien Sitz

Mit Marilena Schioppetti stellt die CVP die jüngste Kandidatin. Mit ihr wird die CVP versuchen, den freigewordenen Ersatzamtsrichter-Sitz Füegs zu verteidigen. Die Rechtsanwältin und Notarin ist in Balsthal wohnhaft. Schioppetti ist aufgrund ihres beruflichen Hintergrundes mit dem Justizwesen vertraut und arbeitete an einem kantonalen Obergericht als Gerichtsschreiberin. Das Amt als Ersatzrichterin reize sie, weil es abwechslungsreich und anspruchvoll sei. «Man benötigt gute analytische Fähigkeiten und Menschenkenntnisse», so Schiopetti. Gepaart mit ihrem juristischen Wissen bringe sie das Rüstzeug mit, ist die Balsthalerin überzeugt.

Der Dreikampf zwischen Finanzverwalter Markus Wyss, Historikerin und Deutschlehrerin Kathrin Becht und Rechtsanwältin Marilena Schioppetti scheint völlig offen – das Resultat nicht absehbar. Zumal bei Amtsrichterwahlen nur im kleinen Mass Wahlkampf geführt wird und das mediale Interessen relativ beschränkt ist. Begehrt sind die Plätze offensichtlich gleichwohl.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1