Wahlfeier

Gunzgen feiert seinen Regierungsrat Roland Fürst

Der frisch gewählte Regierungsrat Roland Fürst (CVP) wurde in Gunzgen gefeiert. Die Gemeinde hat extra für ihn ein Wahlfest in der Rüeblihalle organisiert.

«Gunzgen ist ein adliges Dorf - wir haben Fürsten wie Sand am Meer», begrüsste Gemeindepräsident Hansruedi Krähenbühl die 330 Gäste zur Wahlfeier in der Rüeblihalle. Aber einen Gunzger Regierungsrat gab es noch nie. Das hat sich am 14. April geändert, und die Gemeinde packte die historische Gelegenheit beim Schopf, ihren ersten Regierungsrat zu feiern.

Eigentlich war die Rüeblihalle ja schon im Dezember 2009 für Roland Fürst gebucht - für seine Feier als Kantonsratspräsident 2010. Doch dann hatte Fürst kurzfristig auf das Amt verzichtet, weil er es für nicht vereinbar hielt mit seiner damaligen, ungeplanten Ständeratskandidatur. Mit dem Ergebnis, dass Gunzgen weder eine Kantonsratspräsidenten-, noch eine Ständeratswahlfeier bekam. Alles Schnee von gestern: Mit der Wahl in den Regierungsrat ist Fürst jetzt, mit 52 Jahren, dort angekommen, wo viele ihn seit je gesehen hatten.

Ein grosses Familienfest

Und so kamen am Samstagabend alle zu ihrer lang ersehnten «Fürstenfeier»: Die Familie mit Ehefrau Gabriela und den Töchtern Michelle (22) und Flavia (18), Freunde, Wahlhelfer, Gemeindebehörden und viele Gunzgerinnen und Gunzger. Als Gäste waren die amtierenden Regierungsräte Klaus Fischer, Peter Gomm und Walter Straumann dabei, ebenso Roland II. (der neu gewählte CVP-Regierungsrat Roland Heim), der unterlegene SVP-Regierungsratskandidat Albert Studer aus der Nachbargemeinde Hägendorf, CVP-Kantonalpräsident Stefan Müller und viele Mitglieder der CVP-Kantonsratsfraktion. Sie genossen die Klänge des Alphorntrios Solodurum, der Musikgesellschaft Gunzgen unter ihrem Dirigenten Marcel Heutschi und des Jodlerklubs Gunzgen unter Leitung von Hans Holzherr. Die Moderatorenrolle spielten mit Bravour zwei Gemeinderäte: Marco von Arx und Fürsts Schwester Regula Keller.

«Ich habe eine ‹Schissfreud›, dass ihr alle da seid», sagte der Gefeierte. Dieser Ausdruck, für den er sich auch gleich prophylaktisch entschuldigte, war etwa das Emotionalste, was diesem stets ruhigen, beherrschten Politiker entschlüpfte. «Er ist ein Vollblutpolitiker mit Vernunft», hatte der heutige Gemeindepräsident Krähenbühl seinen Vorgänger Fürst beschrieben. «Augenmass, Humor und Selbstdistanz» waren Eigenschaften, die der heutige Nationalrat Stefan Müller seinem einstigen Sitznachbarn in der hintersten Reihe im Kantonsrat zuschrieb.

Der perfekte Gunzger

Mässigung scheint auch das politische Grundklima im von CVP und FDP dominierten Gunzgen zu sein: «Wir kennen hier keine politischen Gegner, nur Menschen mit verschiedenen Meinungen», erklärte Urs Marbet, Präsident der CVP-Ortspartei und der Bürgergemeinde. Roland Fürst, Gemeindepräsident von 1993 bis 2007, verkörpert das Gunzger Politklima offenbar perfekt: 90,9 Prozent der Wählenden schrieben am 14. April in Gunzgen seinen Namen auf den Wahlzettel. Als Geschenk der Einwohner- und Bürgergemeinde erhielten Roland und Gabi Fürst einen Brunnen aus Granit vom Maggiatal für ihren Garten - wegen seines Gewichts von über 2,5 Tonnen wurde er an der Feier nur symbolisch überreicht. Und dann wars Zeit fürs Dessert: Fürsten-Torte, serviert vom rot gedressten Turnverein.

Eröffnet worden war das Wahlfest-Menü mit einem gemischten Salat, der laut Ansage «alle Parteifarben» enthielt. Die Augenprobe zeigte allerdings viel Grün und sehr wenig Schwarz - gerecht, weil umgekehrt proportional zum Wahlausgang.

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