Bierbrauen
Guldentaler Bier auf Expansions-Kurs: «Wir möchten einmal mit 1000-Liter-Tank brauen»

An der ersten Gesellschafter-Versammlung der Guldentaler Bier GmbH stellten die drei Brauer ihr neues Bier vor.

Sarah Kunz
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Die innovativen Köpfe präsentieren das neue Guldentaler Bier: die Mümliswiler Thomas Bader (v.l.), Sascha Büttler und Initiant Marek Kammermann.

Die innovativen Köpfe präsentieren das neue Guldentaler Bier: die Mümliswiler Thomas Bader (v.l.), Sascha Büttler und Initiant Marek Kammermann.

Sarah Kunz

Prost. Eines der ersten Worte, die an der Gesellschafter-Versammlung fallen. Verständlich, denn schliesslich geht es dabei um Bier und damit will angestossen sein. Die Gläser klirren, alle trinken direkt ab der Flasche. Sascha Büttler nimmt einen grosszügigen Schluck und seufzt: «Das ist Heimat.»

Büttler ist einer der drei Gesellschafter und Brauer, die sich am Mittwoch zum Auftakt der Guldentaler Bier GmbH zusammengefunden haben und das neue Bier vorstellen. Dieses gibt es eigentlich bereits seit dem Jahr 2013, erst seit 2018 aber unter dem neuen Namen. «Guldentaler Bier», nennt sich das Gebräu. «Der Geschmack des Goldes», wirbt es weiter. Die Idee dafür stammt von Marek Kammermann. Der Guldentaler ist stolz auf seine Produktion und erzählt gerne die Geschichte hinter dem Gerstensaft.

Produkt der Heimat widmen

«Wir sind alle im Guldental aufgewachsen und haben dort eine schöne Kindheit und eine noch tollere Jugend verbracht», erzählt der Mümliswiler. Die Region habe ihn sehr geprägt, weshalb im Erwachsenenalter die Idee aufkam, dem Guldental etwas zurückzugeben. «Deshalb wollte ich meiner Heimat ein Produkt widmen», sagt Kammermann. So entstand das erste Produkt, das «Guldenbräu».

Diesen Namen habe er im Jahr 2013 eintragen lassen, damit die Marke geschützt sei. Über Werbung in den sozialen Medien sei er dann auf seinen ehemaligen Schulkollegen Sascha Büttler gestossen. Die beiden haben sich in einer Bar getroffen und Büttler war schnell überzeugt von Kammermanns Idee. «Zusammen haben wir angefangen, das Produkt zu vertreiben.» Seit Ende des letzten Jahres ist auch Thomas Bader mit dabei. «Ich war zuerst nur Kunde, dann wollte ich aber unbedingt mitmachen», so Bader. So kam denn auch die Idee einer eigenen Firma auf. Mittlerweile hat sich auch der Name geändert, um die Verbindung zum Guldental noch stärker hervorzuheben.

Das Guldentaler Bier

- 2013 erschien das erste Bier unter dem Namen «Guldenbräu».

- Mittlerweile wurde der Name angepasst und die neuen Flaschen sind beschriftet mit «Guldentaler Bier».

- Es gibt drei verschiedene Sorten: Naturtrüb, Spezial und Weizenbier.

- Das Spezialbier enthält 5,2 Volumenprozent.

- Eine Flasche kostet Fr. 1.80, ein 10er-Karton Fr. 17.90.

- Pro Sud brauen die Männer eine Menge von 200 Litern, was wiederum rund 600 Flaschen füllt.

- Pro Monat werden rund 80'000 Liter Bier in einem halbautomatischen Tank gebraut.

Weil Bader durch seinen Beruf als Inhaber der Sicherheitsfirma X-Protect AG am meisten Erfahrung mitbringt, ist er der offizielle Geschäftsführer. Kammermann ist derweil für die Produktion und das Marketing verantwortlich, und Büttler für den Verkauf. Diesen wollen die drei Männer in Zukunft weiter ausbauen. «Im Moment erhält man unser Bier vor allem an Vereinsanlässen oder kleineren Festen in der Region», erzählt Büttler.

Aber auch im Gäupark könne man das Guldentaler Bier kaufen. «Im Drinkstore sind wir sogar das einzige Schweizer Bier», erzählt Büttler stolz. Fr. 17.90 kostet ein 10er-Karton des Spezialbiers. 79 Franken ein 20-Liter-Keg. «Unser Bier mag zwar etwas mehr kosten als andere», meint Kammermann. «Dafür bieten wir aber auch ein einzigartiges Produkt aus der Region.» Die Bierbrauer wollen nun bald auch einen Online-Store aufschalten, damit sich Interessierte ihr Bier nach Hause liefern lassen können.

Drei verschiedene Sorten

Was ist denn so speziell an dem Goldenen aus dem Guldental? «Ich kann es den ganzen Abend lang trinken und am nächsten Tag trotzdem kein Kopfweh haben», scherzt Büttler augenzwinkernd. Kammermann fügt etwas ernster hinzu: «Es ist nicht 08/15, wir kreieren immer wieder neue Sorten.»

Er selbst sei die Ideenmaschine. Auch hinter den mittlerweile drei verschiedenen Biersorten steckt sein kreativer Kopf und er verrät: «Vom Weizenbier bin ich sogar selbst der beste Kunde.»

Links das «Guldenbräu», wie es von 2013 bis 2018 hiess.   

Links das «Guldenbräu», wie es von 2013 bis 2018 hiess.   

Sarah Kunz

Variabler Bier-Geschmack

Die Zutaten für die Biere beziehen die Brauer aus unterschiedlichen Ländern. Einerseits aus Tschechien, von wo das Pilsner Malz stammt, den Hopfen aus Deutschland, Amerika oder wahlweise sogar aus Wolfwil in der Schweiz. «Das Wasser kommt aber aus dem Guldental», versichert Büttler lachend. Weil die Biere von Hand gebraut werden, könne der Geschmack eher variiert werden, als beim synthetischen Ablauf von grossen Konzernen. «Im Moment sind fruchtige Biere beliebt», sagt Kammermann. «Das kriegen wir auch hin.»

An der Gesellschafter-Versammlung arbeiten die drei Männer einen Schlachtplan für die nächsten paar Jahre aus. Denn sie wollen expandieren. «Unser Ziel ist, einmal mit einem automatischen 1000-Liter-Tank zu brauen», so Büttler. Aber Geld verdienen könne man mit diesem Hobby nicht, dafür seien sie zu klein. «Aber immerhin reicht es, um stets ein bis zwei Gaschos Bier im Keller zu haben.»