Durch die milden Winter in den vergangenen Jahren und das sehr gute Nahrungsangebot konnten sich die Wildschweine im 2014 gut vermehren. Hoher Wildsaubestand heisst auch gleichzeitig hohe Schäden an den landwirtschaftlichen Kulturen und somit verärgerte Landwirte und zähneknirschend zahlende Jäger. Im Revier Born wird während des ganzen Jahres mittels Ansitz- und Pirschjagd den Schwarzkitteln nachgestellt. Nun veranstaltete die Jagdgesellschaft Born eine gross angelegte Bewegungsjagd auf Wildschweine.

Jagdleiter Urs Liniger weiss, dass solch gross angelegte Jagden nicht immer den gewünschten Erfolg haben. Dieses Mal war es anders: Zwölf Wildschweine konnten erlegt werden, sieben Bachen und fünf Keiler, gewichtsmässig zwischen fünf und sechs Kilogramm bei zwei Frischlingen, 23 bis 42 Kilo bei fünf Tieren, deren vier Tieren zwischen 48 bis 67 Kilo und schliesslich eines zu 85 Kilo. Für Urs Liniger war dieser Abgang «alles in allem ein sehr ausgewogener, sowohl in der Altersstruktur wie auch im Geschlechterverhältnis – und dies alles ungesteuert ohne enge Vorgaben an die Jäger».

45 Jäger, 31 Treiber, 15 Jagdhunde

Urs Liniger war für die Planung und Durchführung zuständig. Der Aufwand war nicht zu unterschätzen, standen doch 45 Waffentragende und 31 Treiber inklusive der Hundeführer im Einsatz. «Heute wird nur Schwarzwild gejagt» erklärte Liniger. «Grundsätzlich sind alle Sauen zum Abschuss frei, es gilt aber bitte einzuhalten: Jung vor alt, klein vor gross, rot-braun vor grau-schwarz. Beim Anwechseln einer Rotte sind die ersten Tiere durchzulassen; die Leitbache ist grundsätzlich zu schonen.»

Die Jäger und Jägerinnen wurden den acht Gruppenleitern zugeteilt und die Stände konnten bezogen werden. Danach wurden die 31 Treiber über die genaue Route informiert. Nur so hatte man Gewähr, dass jede Ecke und jedes Dickicht auch durchsucht wird. Zudem wurden die Treiberketten mit neun Hundeführern und 15 Jagdhunden verstärkt. Dabei waren auch Hundeführer aus der Region Langenthal, die speziell auf die Wildsaujagd abgerichtete Hunde führen. Diese Hundeführer leisten an verschiedenen Orten Unterstützung. Ohne die Mithilfe der Hundeführer wäre die Jagd nicht so erfolgreich verlaufen, betonte Liniger.

Bergab, bergauf, durch Dickicht

Um 9.15 Uhr startete die Bewegungsjagd. Der Born ist vom Gelände her für die Treiber recht schweisstreibend. Es geht bergauf und bergab und oft sind die Dickungen fast besendick und mit dornigen Brombeerstauden versehen. Den Jagdhunden machte dies allerdings wenig aus. Mit ihrer Passion und den feinen Nasen haben sie die Fähigkeit, das Wild aufspüren und auf die Läufe zu bringen und ihnen zu folgen. Nur so haben die Jäger eine Chance, zum Schuss zu kommen.

Auch diesmal gaben die Jagdhunde alles, durchstöberten jedes Dickicht und folgten jeder Spur. Nach etwa einer Dreiviertelstunde fiel der erste Schuss. Bis zum Ende der Jagd um 12 Uhr fielen in regelmässigen Abständen noch weitere Schüsse. Als die Jäger- und die Treiberschar am Sammelplatz eintrafen, lagen zehn erlegte Wildschweine auf der Schwarte.

Weitere zwei Schwarzkittel wurden zwar beschossen, konnten aber nicht sofort behändigt werden. Somit musste noch mit speziell dazu ausgebildeten Hunden nachgesucht werden. Die Nachsuchen brachten zwei erlegte Tiere zum Vorschein. «Diese gute Trefferquote zeigt, dass unsere Jäger gelernt haben, das Schiesstraining auch auf bewegliche Ziele auszudehnen», zeigte sich Urs Liniger zufrieden.

«Taktisch gut verteilt»

Dank dem Einsatz der acht Treibergruppen und den Jagdhunden wurde die notwendige Beunruhigung zustande gebracht, sodass die Sauen auf die Läufe kamen. «Durch taktisch gut verteilte Jäger über das ganze Revier konnte man davon ausgehen, dass die Tiere so oder so bei Schützen vorbeikommen mussten», hielt Liniger fest. «Dies hat sich letztlich bewahrheitet. Es wurden sicher 40 Sauen gesichtet, was wohl fast dem ganzen Bestand am Born entspricht. Bei einer Dunkelziffer von 20 Prozent wurde mit den zwölf geschossenen Tieren rund ein Viertel des gesamten Bestands mit einer Jagddauer von genau Zweidreiviertelstunden erlegt.

Ein zufriedener Urs Liniger erläuterte anschliessend: «Ein wesentlicher Umstand für diese erfolgreiche Jagd war, dass so viele Jäger und Treiber super motiviert mitgemacht haben. Auch Direktbetroffene, die Landwirte, haben uns tatkräftig im Trieb unterstützt.»