Bei der Frage, ob Jugendformationen eine Rangierung wollen oder nicht, gibt es verschiedene Ansichten selbst unter Musiklehrkräften. Vermutlich sind sich die Jugendlichen da selber nicht einig. Mehrheitlich gilt die Meinung, dass Jugendliche ihre musikalischen Leistungen gerne beurteilen lassen. Sie vergleichen sie auch. Aber den Kürzeren ziehen möchten sie eigentlich nicht. Beim Jugendmusiktag in Mümliswil wurde ein guter Weg gefunden: Die Vorträge wurden von Experten beurteilt. Öffentlich verkündet wurden dann aber nur die ersten drei Plätze. Da ist es sinnvoll Experten einzusetzen, welche den Massstab kennen. Das ist in Mümliswil gelungen. Für alle drei Experten, nämlich die Hornistin, Dirigentin und Musikpädagogin Jolanda Stankiewitz, den Musiker Dirigenten und Musikpädagogen Patrick Ottiger und den erfahrenen Musikpädagogen Roland Schaub sind Jugendarbeit in Verbindung mit Musik Alltag.

Gäste aus AG, BL und ZH

Das Konzept schien zu gefallen. Jedenfalls haben sich auch einige auswärtige Jugendformationen für eine Teilnahme in Mümliswil entschieden. Aus dem Aargau stellte sich das Jugendspiel Geissberg unter der Leitung von Tobias Zwicki dem Wettbewerb. Die Baselländer Future Band verriet auf der Bühne, dass sie nach dem Kantonalen Jugendmusikfest 2017 in Grenchen, gerne wieder in den Nachbarkanton gekommen sei.
Eine etwas weitere Anreise hatte die Stadtjugendmusik Dietikon. Hier entstand die Verbindung durch Marco Nussbaumer. Er ist nicht nur ihr Dirigent, sondern leitet auch Stadtmusik Dietikon. Nussbaumer ist in Mümliswil aufgewachsen und hatte also ein Heimspiel. Das hatte er allerdings ohnehin. Denn er leitet auch das Jugendspiel Mümliswil-Ramiswil und ausserdem die Konkordia Mümliswil, den Veranstalter des Jugendmusiktags. Genau mit diesem Jugendspiel Mümliswil-Ramiswil wurden die Konzertvorträge in der Aula eröffnet. Sein Erfolg am Kantonalen Jugendmusikfest weckte natürlich Erwartungen. Deshalb erfolgte schon die Programmwahl mit Sorgfalt.

Vielbeachtete Soli

Weil Nussbaumer für seine beiden vorgesehenen Solisten kein passendes Stück fand, komponierte er eben eines. Als erfolgreicher Komponist ist ihm damit ein weiteres gefälliges Werk gelungen. Dieses enthält das gewünschte Solo für Altsaxofon und danach Posaune. Selbstverständlich hatte er die beiden entsprechenden Solisten.

Soli waren bei mehreren Formationen angesagt. Gesucht wurde nämlich auch das beste Solo. Bei den Young Harmonists Balsthal unter der Leitung von Hans Burkhalter war es ein sehr gelungenes Trompetensolo. Die Valley Brass unter der Leitung von Roger Stöckli vertraute auf das Euphonium-Solo von Marco Eggenschwiler. Beim Publikum extrem gut angekommen sind die Xylofon-Soli, insbesondere bei der Future Band, aber auch beim Jugendspiel Geissberg.

Stilistische Vielfalt

Aber Soli waren nur ein kleiner Bestandteil des Anlasses. Da gab es wirklich tolle Vorträge zu geniessen. Erfahrene Musikanten staunten wiederholt über das Niveau, das diese Jugendmusiken an den Tag legen. Gleichzeitig erstaunten die Unterschiede in den Stilrichtungen welche bei den Formationen ausgemacht werden können. Die kommen nicht nur vom Leiter. Denn die Jugendlichen wissen durchaus auch, was sie spielen wollen.