Niederbuchsiten

Grössere Veränderung für die Primarschule: 106 Jahre Erfahrung gehen in Pension

Der Abgang von gleich drei Lehrpersonen bringt an der Primarschule Niederbuchsiten einen grösseren Umbruch mit sich.

Bei einer kleinen Schule wie jener von Niederbuchsiten muss beinahe von einer «Pensionierungswelle» gesprochen werden, wenn drei verdienstvolle Lehrpersonen gleichzeitig ihren Ruhestand antreten. Markus Schwarz, Andrea Zurfluh und Silvia Schenker verlassen auf Ende dieses Schuljahres nach jeweils jahrzehntelanger Unterrichtstätigkeit ihre Gäuer Wirkungsstätte. Zusammen vereinen die drei Lehrkräfte 106 Jahre an pädagogischer Erfahrung, die in Zukunft fehlen werden.

Abschiede unter anderen Vorzeichen

Bedingt durch die besonderen Umstände blieb den drei Lehrpersonen der feierliche Abgang im grossen Rahmen der ordentlichen Schulschlussfeier verwehrt. Nichtsdestotrotz organisierte der Schulleiter Markus S. Rippstein kurz vor den Sommerferien eine interne Schlussfeier auf dem Turnplatz. Unter freiem Himmel verabschiedete der Klassenlehrer wie gewohnt «seine» Sechstklässler gebührend nach Neuendorf in die Oberstufe. Zudem gab die Schule den Neupensionären – umrahmt von ihren letzten Klassen – ein herzliches Adieu.

Am zweitletzten Schultag fand ausserdem das traditionelle Schulschlussessen auf der Blüemlismatt statt. Bei diesem gemütlichen Anlass in feierlichem Ambiente liess es sich der Gemeindepräsident Markus Zeltner nicht nehmen, den drei scheidenden Lehrkräften gebührend für ihren jahrzehntelangen Einsatz zum Wohle der Niederbuchsiter Schule zu danken. In diesem Sinne seien die drei Geehrten an dieser Stelle nochmals kurz vorgestellt:

Den gebürtigen Grenchner Markus Schwarz verschlug es nach einem dreijährigen Gastspiel im Schwarzbubenland 1982 nach Niederbuchsiten, wo er bald auch Wohnsitz nahm. Seither unterrichtete er dort ununterbrochen die Schulstufen der 3. bis 6. Klasse. Während acht Schuljahren auf der 5./6. Klasse organisierte er zusätzlich das jährliche Skilager, das damals auf der Melchsee-Frutt stattfand. Im Lehrergremium waren über all die Jahre hinweg seine technischen Fähigkeiten sehr gefragt, sei dies im Bereich Computer oder Kopiergeräte. Markus Schwarz betont, dass ihm der Beruf stets Freude bereitet habe. «In jedem Tag waren Höhepunkte versteckt, man musste sie nur erkennen», sagt er. Nach 43 Dienstjahren, wobei er deren 38 in Niederbuchsiten verbrachte, werde er sich im Ruhestand vermehrt den Grosskindern, der Fischerei und anderen schönen Dingen des Lebens widmen.

«Morgens die plattgedrückten Nasen der Kinder und die Freude, wenn sich endlich die Türe öffnet – das wird mir in besonderer Erinnerung bleiben», sagt Andrea Zurfluh, die seit 1991 in Niederbuchsiten als Kindergärtnerin wirkte. Die Mitbegründerin der Freien Volksschule Solothurn, wo sie heute auch wohnt, war und ist viel auf Reisen. Ein Höhepunkt ihrer Niederbuchsiter Karriere war selbstredend der Bezug des neu erbauten Kindergartengebäudes im Jahr 2000 sowie die naturnahe Gestaltung von dessen Umgebung. Ihre berühmten Waldwochen waren viele Jahre lang ein Höhepunkt für die Kindergartenkinder. Andrea Zurfluh lobt denn auch die grosse Hilfsbereitschaft der Eltern, die sie über die vielen Jahre hinweg erfahren durfte. Auch ihr dürfte es nach 32 Jahren im Schuldienst im Ruhestand nicht langweilig werden.

Exakt zwei Jahrzehnte, von 2000 bis 2020, wirkte Silvia Schenker an der Primarschule Niederbuchsiten. Geboren in Olten und schon lange wohnhaft in Härkingen hatte sie jede Schulstufe mindestens ein Jahr inne, inklusive der Kleinklasse. Solch eine Flexibilität ist nicht selbstverständlich und zeichnet ihr Wirken aus. «Ich war gerne Lehrerin und habe die Schulkinder mit Freude auf ihrem Weg begleitet», sagt Silvia Schenker. Im Lehrergremium schätzte man ausserdem ihre Zuverlässigkeit und ihr organisatorisches Können, gerade bei der Koordination der jährlichen Projektwochen. Nach 31 Dienstjahren freut sie sich darauf, künftig mit ihrem Mann auch ausserhalb der Schulferien verreisen zu können. Ferner stehen vermehrte sportliche Aktivitäten sowie die Pflege persönlicher Kontakte auf ihrer neuen Pendenzenliste. 

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