Gretzenbach

Gretzenbacher Kuh «Heida» korrigiert «Denner-Etikettenschwindel»

Stolz präsentieren Maya und Elmar Schmid ihre Siegerkuh «Heida».

Stolz präsentieren Maya und Elmar Schmid ihre Siegerkuh «Heida».

Die Kuh von Elmar und Maya Schmid-Häusermann gewann den Wettbewerb um das schönste Milchpackungskonterfei; ihr Abbild wird vom kommenden September an die Milchverpackungen des Grossverteilers Denner zieren und die Pinzgauer Kuh ersetzen.

Das OT machte darauf aufmerksam, dass die Kuh «Heida» des Gretzenbacher Landwirtehepaars Elmar und Maya Schmid eine von zwölf Kühen ist, die schweizweit im Rennen steht, um dereinst die Milchpackungen des Grossverteilers Denner zu zieren (Ausgabe vom 24. Mai). Inzwischen ist das Online-Voting beendet, und «Heida» hat tatsächlich gewonnen – mit 2386 Stimmen und damit mit einem Vorsprung von fast 200 Stimmen (2190) auf ihre schärfste Konkurrentin «Zajauna» aus Klosters GR.

«Robuste, gesunde Gattung»

Gestern Dienstagmorgen fand der Medientermin auf dem Hof statt. Maya und Elmar Schmid präsentierten stolz ihre Gewinnerkuh. Sie ist gut fünf Jahre alt, wurde am 9. Februar 2008 geboren und ist inzwischen selber mit dem vierten Kalb trächtig, wie Maya Schmid erzählte. Ihre Eltern sind Stier «Harry», ein Originalbraunvieh-Vertreter innerhalb des Schweizer Braunviehs und Mutter «Patty» eine Brown Swiss. Damit entspricht «Heida» dem Zuchtziel der Familie Schmid, das sie seit 2006 verfolgen, nämlich eine Mischform der beiden Gattungen zu züchten. Brown Swiss gäben mehr Milch, Originalbraunvieh sei mehr der fleischige Typ. «Wir wollen Kühe, die stark, robust und gesund sind und dennoch etwas Milch geben», so Maya Schmid. Vom Charakter her seien sie sehr zutraulich und gemütlich.

Wie war es überhaupt zu diesem Wettbewerb gekommen? Peter Fankhauser, Redaktor bei der Schweizerischen Bauernzeitung und gestern auch vor Ort, erzählte: «Ich hatte festgestellt, dass eine Pinzgauer Kuh mit Hörnern, also eine Kuh aus Österreich, auf der Milchpackung von Denner abgebildet war, und dies bei einem Produkt, das mit ‹Swiss Garantie› vermarktet wird. Das hat mich geärgert.» Er machte den Hersteller darauf aufmerksam, und der entsprechende Artikel in der Bauernzeitung habe Wellen geworfen und dann dazu geführt, dass der Grossverteiler die wenig schmeichelhafte Auszeichnung «Etikettenschwindel des Jahres» erhalten habe. In der Folge hätten Vertreter von Denner einen Wettbewerb lanciert: Gesucht wurde die schönste Schweizer Kuh, eine reine Schweizer Rasse ohne Hörner. Da sei nur Braunvieh oder Fleckvieh in Frage gekommen, so Fankhauser; reinrassiges Freiburger Schwarzfleckvieh gebe es nicht mehr.

Klassischer Start-Ziel-Sieg

«Wir haben den Wettbewerb Anfang April in der Bauernzeitung ausgeschrieben gesehen und entschieden uns, mitzumachen», erzählte Maya Schmid. Entsprechend habe man ein Foto von «Heida» eingeschickt. Die Jury, bestehend aus Vertretern von Denner und der Bauernzeitung, hätten dann eine Vorselektion aus den über 100 eingesandten Fotos getroffen, ergänzte Fankhauser, und übrig geblieben seien zwölf Tiere, darunter eben auch «Heida». Die Fotos der zwölf Kühe wurden dann auf der Denner-Homepage aufgeschaltet, und die Bevölkerung konnte abstimmen. «Heida» habe dabei einen klassischen Start-Ziel-Sieg erreicht, so Elmar Schmid.

Die Motivation zum Mitmachen habe nicht darin bestanden, die schönste Kuh zu haben. «Die Leute, die sonst nie an Kühe denken, sollten sich einmal mit einer Kuh befassen; die Leute sollten mit der Landwirtschaft, mit dem Bäuerlichen, mit unserer Arbeit konfrontiert werden», erläuterte Elmar Schmid. Klar, schob er hintennach; sie hätten schon auch den Hintergedanken gehabt, ihre weitherum bekannte «Hofchäsi» noch etwas bekannter zu machen. Entsprechend werde nun ein «Heida-Mutschli» lanciert, ein 600 Gramm schwerer Halbhart-Käse, der demnächst auf den Markt kommt. Und Maya Schmid, die in Schönenwerd und Niedergösgen Musikunterricht an der Oberstufe erteilt, wird wohl nicht darum herumkommen, ihren Schülerinnen und Schülern Pausenmilch mitzubringen, hatte sie doch ihre Schützlinge über den Wettbewerb und das damit verbundene Voting informiert und ihnen die Milch bei einem Sieg von «Heida» versprochen.

Im September auf Verpackungen

«Es ist ein schönes Gefühl, dass wir nun gewonnen haben», hielten Maya und Elmar Schmid fest, und auch Elmar Schmids Vater Josef ergänzte, dass der Wettbewerb im Dorf auf ein grosses Echo gestossen sei. – Somit kann die Bauernfamilie Schmid erwartungsvoll in die Zukunft blicken, denn im kommenden Monat soll das Foto-Shooting erfolgen, und ab September, wenn die alten Verpackungen aufgebraucht sind, wird also «Heidas» Konterfei die Denner-Milchpackungen zieren. Dann hätte der Grossverteiler auch seinen «Etikettenschwindel» behoben.

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