Oensingen

Gratisabos trüben die gute Halbjahresbilanz für den Ortsbus

Nicht immer ist der Andrang so gross, wie hier zu sehen ist.

Nicht immer ist der Andrang so gross, wie hier zu sehen ist.

187 Schüler haben bis Ende Juli ein Abo für den Oensinger Ortsbus bezogen. Das sind viel mehr, als die Gemeinde eigentlich erwartet hatte. Viele der Abos werden aber selten bis gar nicht benutzt.

Seit Dezember letzten Jahres verkehrt ein Postauto-Ortsbus durch Oensingen. Im Mai dieses Jahres berichtete diese Zeitung, dass das Angebot im Dorf sehr geschätzt wird und der Betrieb die «kühnsten Erwartungen» von Postauto Schweiz übertroffen hat. Dieses Resultat wird nun in der offiziellen Halbjahresbilanz bestätigt, die dem Gemeinderat vorgelegt worden ist.

Die Räte nahmen diese gute Nachricht in der Sitzung von dieser Woche gerne zur Kenntnis, es blieb aber ein Unbehagen wegen der von der Gemeinde bezahlten Schülerabonnemente. Im Budget 2014 waren 47 Abos vorgesehen, bis Ende Juli waren jedoch deren 187 bezogen worden. Ein Abo kostet 531 Franken, statt 25 000 muss die Gemeinde nun 99 297 Franken bezahlen. Der Rat wird der Gemeindeversammlung einen Nachtragskredit beantragen müssen.

Wichtiger Teil des Bus-Projekts

Der Transport von Schülerinnen und Schülern zum Primarschulhaus Oberdorf bildet einen wichtigen Bestandteil der dreijährigen Pilotphase des Ortsbusses, so wie sie von der Gemeindeversammlung im Juni 2013 abgesegnet worden ist. Zwar wurde an jener Versammlung auch Kritik geäussert: Es sei nicht klar, welchen Schülern wie viel ans Jahresabo bezahlt werden soll. Letztlich fiel der Entscheid zugunsten des Gratisabos mit dem Verweis, dass es sich ja um eine Pilotphase handle, die dazu dient, allenfalls Korrekturen zu machen.

Bis jetzt gilt folgende Praxis: Die Schüler können gratis einen Railcheck im Wert von 531 Franken bei der Gemeindeverwaltung abholen und ihn dann am Bahnhof SBB einlösen gegen ein persönliches Jahresabo für den Ortsbus Oensingen. Die SBB stellen die Checks der Gemeinde in Rechnung, die Finanzierung erfolgt im Rahmen des Projekts Ortsbus.

Nun habe sich aber herausgestellt, so wurde im Rat berichtet, dass viele dieser Abos selten oder gar nicht benutzt werden. Man beziehe das Abo wohl einfach deswegen, weil es gratis ist. Doch es dürfe nicht sein, dass die Gemeinde – und letztlich der Steuerzahler – Geld für etwas ausgibt, das gar nicht gebraucht wird.

Nochmals überarbeiten

Eigentlich sollte an der Ratssitzung beschlossen werden, ob und wie die Finanzierung künftig laufen soll. Dem Rat lagen Lösungsansätze vor. Variante 1: Jahresabo gratis abgeben wie bisher. Variante 2: Die Bezüger bezahlen 50 Franken ans Jahresabo. Variante 3: Mehrfahrtenkarten abgeben, voll finanziert durch die Gemeinde.

Bei allen Varianten waren Vor- und Nachteile detailliert aufgeführt. Doch keiner der Vorschläge konnte die Gemeinderäte voll überzeugen. Festgehalten wurde ferner, man brauche ein System, das auch dann funktioniert, wenn der Oensinger Ortsbus – wie erhofft – in den Regelbetrieb des öffentlichen Verkehrs aufgenommen wird, will heissen, wenn sich der Kanton daran beteiligt. Der Rat fasste daher noch keinen Beschluss, das Geschäft soll überarbeitet werden.

Neue Haltestelle in Sicht

Zur Kenntnis genommen hat der Rat zwei Änderungen auf Fahrplanwechsel im Dezember 2014. Am Samstag werden die ersten beiden Kurse (07.19 und 07.49 Uhr) gestrichen und am Nachmittag angehängt (14.19 und 14.49 Uhr). Ferner wird im Chutloch bei der Brücke an der Klusstrasse eine zusätzliche Haltestelle eingerichtet.

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