Höngen/Laupersdorf
Gottesdienst: Besucher singen ein Lied zu Ehren des heiligen Jakobus

Gut 80 Personen besuchten den Festgottesdienst bei der St.-Jakobs-Kapelle im Weiler Höngen ob Laupersdorf und Balsthal zum Jakobstag. Dieses Jahr ist es 300 Jahre her, seit die Kapelle im kleinen Weiler steht, vorher stand sie beim Berghof Finigen.

Rudolf Schnyder
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Zahlreich sind Frauen, Männer und Kinder zum Jakobstag in den Weiler Höngen gepilgert.

Zahlreich sind Frauen, Männer und Kinder zum Jakobstag in den Weiler Höngen gepilgert.

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«Jakobus war der Sohn eines Fischers und der Salome gewesen und habe gemeinsam mit seinem Bruder Johannes und Simon Petrus zu den erstberufenen Jüngern gehört. Salome habe sich als Mutter für ihre Kinder sehr engagiert und versucht, Einfluss zu nehmen», berichtete Pfarrer Marc Ntetem zu Beginn des Festgottesdienstes. Im Jahre 43 sei Jakobus in Jerusalem während der Herrschaft des Königs Herodes mit dem Schwert hingerichtet worden, und an diesem Ort sei dann die Jakobskirche erbaut worden, führte Marc Ntetem weiter aus.

In Spanien verbreitet ist die Überlieferung, dass Jakobus dort nach der Himmelfahrt Christi gepredigt und Jünger geworben habe. Im Jahr 813 wurde in Santiago de Compostela mit dem Bau der Wallfahrtskirche begonnen, und am 25. Juli 816 – darum feiert man an diesem Tag das Jakobsfest – wurden Reliquien von Jakobus in dieser Kirche beigesetzt. Jakobus ist der Schutzpatron der Pilger, und der berühmte Pilgerweg nach Santiago de Compostela, den Jahr für Jahr Tausende von Pilgern unter die Füsse nehmen, wird Jakobsweg genannt. «Im hochbarocken Altar in der St.-Jakobs-Kapelle in Höngen steht in einer halbrunden Muschelnische der Apostel Jakobus als Pilger mit Buch und Wanderstab», berichtete Pfarrer Marc Ntetem.

Pfarrer Marc Ntetem (Mitte) und Pater Bernd zelebrieren vor der St.-Jakobs-Kapelle den Gottesdienst.

Pfarrer Marc Ntetem (Mitte) und Pater Bernd zelebrieren vor der St.-Jakobs-Kapelle den Gottesdienst.

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Panflötenklänge aus der Kapelle

Den Festgottesdienst zelebrierten Pfarrer Marc Ntetem (Pastoralraum Dünnernthal) und Pater Bernd. Sieglinde Seidl begleitete die Mess-Gesänge auf der Gitarre. Zwischendurch erklangen aus dem Innern der Kapelle als Intermezzi Panflöten-Klänge, gespielt von Heidi Imbaumgarten, Rosmarie Karrer, Therese Berchtold und Trix Huguenin Brunner. Zum Schluss des Gottesdienstes, der unter freiem Himmel vor der St.-Jakobs-Kapelle stattfand, sangen alle zusammen das «Wallfahrtslied zum heiligen Jakobus in Höngen». Dieses Lied stammt vom ehemaligen Pfarr-Resignat Alfred Rohn, der im Priesterheim in Höngen wohnte. Das Lied wurde erstmals am 25. Juli 1941 zur Freude aller Hönger in der St.-Jakobs-Kapelle gesungen.

Den Schwestern gebührt Dank

Evelin Gerber, Präsidentin des Kultusvereins Höngen, streifte die 300-jährige Geschichte der Kapelle, erwähnte, dass die Kapelle vorher beim Berghof Finigen hoch über Höngen stand, und informierte, dass im Jahr 2016 eine Aussenrenovation der St.-Jakobs-Kapelle in Höngen geplant sei. Sie bedankte sich insbesondere bei den Schwestern vom Schwesternheim in Höngen für den Einsatz bezüglich der Gottesdienste über das ganze Jahr und für die Pflege und Reinigung der Kapelle. Danach lud sie alle zu einem Apéro und zum Risotto-Essen ein. Ein Bläserensemble der Brass Band Frohsinn Laupersdorf spielte zum Apéro ein musikalisches Ständchen.

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