Das Pfadiheim in Niedergösgen ist in die Jahre gekommen und muss ersetzt werden. Um über den geplanten Abriss und den Neubau zu informieren, lud der Pfadiheimverein kürzlich alle Interessierten zu einem gemütlichen Orientierungsabend ein. Die morsche Holzbaracke konnte besichtigt werden. Zahlreich erschienen die Pfadifreunde – vom zukünftigen «Wölfli» bis zum über 90-jährigen Altpfader. Sie waren sich schnell einig, dass die Pfadi Niedergösgen dringend ein neues zweckmässiges Zuhause braucht, um weiterhin für die Dorfjugend ein sinnvolles und attraktives Freizeitangebot leisten zu können.

«Legendärer Geruch»

Markus Spielmann und Andreas Morger vom Pfadiheimverein Niedergösgen hatten zur Orientierungsversammlung unter den Bäumen eingeladen. Die Freiluftveranstaltung hätte ihren Grund, wie Markus Spielmann zur Begrüssung erklärte. Der Geruch des Pfadiheims Niedergösgen sei legendär. «Seit Jahren stösst dem Besucher ein modriger Duft in die Nase, der sich hartnäckig in den Kleidern und Haaren festsetzt.» So waren alle froh um den frischen Wind und den feinen Duft nach saftigen Bratwürsten, welche die Pfadileiter über dem Feuer brieten und die Wölfe, Pfadi und Pio charmant servierten.

Andreas Morger, Präsident des Pfadiheimvereins, beschrieb den rund 60 interessierten Zuhörerinnen und Zuhörern den aktuellen Zustand des Pfadiheims. Die Holzbaracke stehe seit über 30 Jahren am Waldrand im Inseli und hätte ihre Lebensdauer erreicht. «Der Boden bricht stellenweise durch, und die Fäulnis klettert die Wände hoch. Dies ist auch die Quelle des üblen Geruchs», merkte Morger an.

Wird nicht mehr vermietet

Seit Jahresbeginn werde das Pfadiheim nicht mehr als Festlokal vermietet, da einige Räume bereits nicht mehr benützt werden könnten. Beigezogene Fachleute hätten bestätigt, dass die Holzbaracke nicht mehr zu retten sei. Sie müsse abgerissen und ersetzt werden. Einzig das Fundament und die Anschlüsse könnten weiterhin benützt werden. Es bestehen bereits Pläne für ein neues, zweckmässiges Pfadiheim, das um einiges kleiner sei, das aber sämtliche Bedürfnisse der Jugendlichen und Kinder abdecken würde. Sobald die Finanzierung gesichert sei, könne mit dem Abriss begonnen werden. Man rechne mit rund zwölf Monaten Bauzeit.

Die Finanzierung des neuen Zuhauses sei die eigentliche Herausforderung, erklärte Markus Spielmann. Rund 330 000 Franken würde der Neubau kosten. Für die Entsorgung der alten Baracke rechne man mit 15 000 Franken. Das sei viel Geld für einen Jugendverein. Die Pfadi sollte möglichst ohne Fremdkapital auskommen, um die kommenden Generationen nicht mit Schulden zu belasten. Als ehrenamtliche Jugendorganisation sei die Pfadi Niedergösgen darauf angewiesen, dass sie von allen unterstützt werde, denen eine attraktive und sinnvolle Freizeitbeschäftigung der Dorfjugend am Herzen liege.

«Das Finanzkomitee wird sich um Beiträge der öffentlichen Hand bemühen, Stiftungen anschreiben und auf das Entgegenkommen der Handwerker zählen», sagte Spielmann. Zuversichtlich sei man in Bezug auf Fronarbeit durch Altpfader und Eltern. Die Kinder und Jugendlichen der Pfadi würden mit Sammelaktionen ihren Beitrag leisten. Jede Unterstützung sei willkommen.

Das eigentliche Zuhause der Pfadi

Wie wichtig ihnen ihr Vereinslokal ist, erklärten anschliessend zwei Leiter der Pfadi. Das Pfadiheim sei das eigentliche Zuhause der Pfadi. Hier würden sich rund 60 Kinder und Jugendliche jeden Samstag treffen, um ihre Freizeit gemeinsam zu verbringen. Die Übungen fänden zwar meistens im Freien statt, doch seien alle froh, dass sie bei schlechtestem Wetter einen geeigneten und gemütlichen Unterschlupf fänden. Traditionelle Pfadifeste wie die Waldweihnacht würden gemeinsam im Pfadiheim gefeiert.

Das Leiterteam und die ältesten Pfadi, die Pio, benützten die Räumlichkeiten, um ihre Übungen vorzubereiten. Zentral sei ein gut organisierter Materialraum, in dem die Pfadi ihre umfangreiche Ausrüstung wie Zelte, Seile, Werkzeug, Kochtöpfe und Blachen lagern könnten. Die Pfadi seien sehr bemüht, ihr Heim in einem ordentlichen Zustand zu halten. So sei es selbstverständlich, dass sie am alljährlichen Putztag mit anpacken und durchs Jahr hindurch kleinere Reparaturen spontan selber vornehmen.

Mit einem letzten Aufruf zur aktiven Unterstützung der Jugendlichen schloss Markus Spielmann die Orientierungsveranstaltung. Noch lange sassen die Pfadifreunde unter den Bäumen und diskutierten angeregt über mögliche Wege, um Geld für das neue Heim zu beschaffen.