Im letzten September war es Fabian Gloor, der das Rennen um das Gemeindepräsidium Oensingen eröffnete. Nun folgt mit Georg Schellenberg ein weiterer Kandidat, der aufs Präsidium schielt. Bei der FDP sieht es ebenso danach aus, dass sie einen eigenen Kandidaten stellen wird. «Der Vorstand wird Theodor Hafner bei der Partei zur Nomination vorschlagen», lässt sich Parteipräsident Kurt Zimmerli in die Karten blicken.

Lange Zeit sah es so aus, als wäre Gloor alleine auf weiter Flur. Vor allem auch, weil von den bisherigen Gemeinderäten lediglich Gloor selbst klar machte, dass er noch mal als Gemeinderat zur Verfügung stehen wird. Nur gerade Georg Schellenberg wollte sich noch nicht festlegen, ob er noch einmal antrete oder nicht. Alle anderen Gemeinderäte werden nicht mehr antreten. Nun kommt also Leben in die Wahl vom 23. April. Zumindest was das Präsidium anbelangt. Denn Gemeinderatskandidaten bleiben rar.

SP Oensingen darbt

«Es gibt noch einiges zu tun in Oensingen. Nach bald 30 Jahren in Gemeinderäten habe ich auch eine gewisse Erfahrung, um dieses Amt auszuführen», sagt Georg Schellenberg zu seinen Ambitionen auf das Gemeindepräsidium. Dass der 75-jährige über politische Erfahrung verfügt, ist wohl unbestritten. Zudem war er bereits als Gemeindepräsident aktiv.

Nämlich in zürcherischen Zell, einer Gemeinde mit heute über 5500 Einwohnerinnen und Einwohnern. Zudem wirkte er auch im Zürcher Kantonsrat, ehe er nach Oensingen zügelte. 2009 unterlag er bei der Wahl zu Oensingens Präsidenten dem nun abtretenden Markus Flury. Schellenberg steht zudem auf der SVP-Liste für die Kantonsratswahlen am 12. März, so wie auch Theodor Hafner für die FDP und Fabian Gloor für die CVP.

Mit Theodor Hafner stellt die FDP, die notwendige Nomination durch die Parteiversammlung mal vorausgesetzt, einen, der bisher noch nicht als Gemeinderat in Erscheinung getreten ist. Ein Nachteil? «Nein, als Informatikprojektleiter bei der Credit Suisse musste ich mich innert kürzester Zeit in komplexe Sachverhalte reinlesen, daher bin ich sicher gewappnet», sagt der bald 64-jährige Frühpensionär.

Zudem sei er durch die Initiierung des Oensinger Elternrats und der Arbeit in der Arbeitsgruppe KulturEcho bestens mit dem Geschehen in Oensingen vertraut. In jüngster Zeit trat er etwa rund um die Umstellung der Kehrichtsäcke im politischen Alltag in Erscheinung. «Wenn man etwas bewegen möchte, dann muss man selber in die Hosen steigen», beschreibt Hafner seine Motivation.

Bei der Oensinger SP sieht die Situation momentan gar nicht rosig aus. Nach dem Verzicht von Martin Brunner auf eine Gemeindepräsidentschaftskandidatur fehlt es an Personal. Nicht nur was das Gemeindepräsidium anbelangt, sondern vor allem auch bezüglich einer Gemeinderatsliste. Momentan sei die der SP noch leer, sagt Guido Glutz, Parteipräsident der Oensinger SP und selbst ehemaliger Gemeinderat.

«Wir haben zwar SP-Wähler im Dorf, diese sind aber schwierig greifbar», erklärt er diesen Umstand. Deshalb hat die SP zu unkonventionellen Mitteln gegriffen und eine Zeitungsannonce geschaltet. Man möge sich doch bitte melden, falls jemand Interesse habe für die Partei in den Ring zu steigen. Doch bis zum heutigen Tag habe sich noch niemand gemeldet. «Wir haben Zulauf in der Partei.

Jedoch bin ich nicht dafür, dass jemand daraus gleich als Gemeinderat kandidiert und damit vielleicht gleich verheizt wird.» Unter den SP-Kantonsratskandidaten hätte es durchaus Leute, welche infrage kämen, doch sei es wenig sinnvoll, neben einer Ausbildung etwa an der ETH noch Gemeinderat zu sein. «Es ist etwas gar viel Bürde für die Würde», schliesst Glutz seine Überlegungen.

Man werde aber sicherlich eine Liste mit guten Kandidaten hinbringen, schliesslich gebe es durchaus Potenzial auf der Kantonsratsliste. Aber eben: Als Winkelriede wolle man diese nicht einsetzen.

SP unterstützt Gloor

Fest steht für die SP vor allem eins: «Wir unterstützen die Kandidatur von Fabian Gloor», sagt Glutz. Dieser sei kein Schaumschläger und integer. Glutz wünschte sich zudem stille Wahlen, doch dazu wird es nun kaum kommen. Denn neben den Gemeindepräsidentenambitionen arbeitet die SVP, auch an einer schlagkräftigen Gemeinderatsliste. Sie machte es der SP gleich und sucht per Inserat im Gäuanzeiger nach Leuten für ihre Liste.

Mit der Ergänzung, dass keine Parteizugehörigkeit zur SVP nötig sei. «In Diskussionen haben wir gemerkt, dass viele Leute bürgerlich denken, aber nicht in einer Partei sein wollen», sagt Schellenberg. Er selbst wollte eigentlich zuerst aufhören, doch gleich sechs Neue für den Gemeinderat zu finden, sei schwierig. Und nun also gleich noch die Ambitionen auf das Oensinger Gemeindepräsidentenamt.

Die SVP selbst habe schon Kandidaten für den Gemeinderat, doch sie wolle mit einer grossen Liste antreten.

Dieses Ziel verfolgt auch die FDP weiterhin. Dort stehen momentan noch immer vier Leute auf der Gemeinderatsliste. Ziel sei weiterhin eine 7ner-Liste, so FDP-Parteipräsident Kurt Zimmerli. Etwa, um noch einen weiteren Sitz im Gemeinderat zu erobern (siehe Box). «Wir wollen die drei bisherigen Sitze verteidigen», gibt sich Zimmerli wenig angriffig, was die Gemeinderatswahlen angeht.

Bei der CVP hat sich gemäss Gemeindepräsidentschaftskandidat Fabian Gloor seit seiner eigenen Nomination und der von Bruno Locher als Gemeinderat nicht viel getan. Jedenfalls nichts was bereits kommuniziert werden könne, so Gloor.