Oensingen
Glas Trösch AG stärkt Standort im Gäu

Der Personenbestand des Betriebs in Oensingen soll von 72 auf rund 80 Personen wachsen. Doch: Die geplante Betriebserweiterung hat mit der Schliessung des Werks in Trimbach nichts zu tun.

Erwin von Arb
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Die Glas Trösch AG setzt im Handel mit Autoglas und Ersatzteilen weiter auf den Standort Oensingen.Bruno Kissling

Die Glas Trösch AG setzt im Handel mit Autoglas und Ersatzteilen weiter auf den Standort Oensingen.Bruno Kissling

BRUNO KISSLING

Die Nachricht, dass der Oberaargauer Glasbaukonzern Trösch seine Niederlassung an der Nordringstrasse 1 in Oensingen mit einem Anbau erweitern möchte, lässt aufhorchen. Will die Glas Trösch AG etwa Teile der Produktion des vor der Schliessung stehenden Werks in Trimbach nach Oensingen verlagern? Glas Trösch stellt den Betrieb in Trimbach aus wirtschaftlichen Gründen per Ende Mai ein, 47 von 52 Angestellten verlieren ihre Stelle.

Enge Platzverhältnisse

Nationales Zentrum für Autoglas

Die geplante Erweiterung des Firmengebäudes in Oensingen stehe in keinem Zusammenhang mit der bevorstehenden Werksschliessung in Trimbach, betont Trösch-Mediensprecher Bruno Gygax. In Oensingen werde nicht wie in Trimbach Autoglas produziert, sondern damit ausschliesslich Handel betrieben, so Gygax. Die Glas Trösch AG mit Hauptsitz in Bützberg verlegte den Handel mit Autoglas 1999 von Ursenbach BE nach Oensingen. Das Sortiment von Trösch Autoglas umfasst Front-, Seiten- und Heckscheiben aller Fahrzeugmarken und -typen in Original-Qualität sowie die für den Einbau benötigten Bausätze. 2006 kam die Carbesa AG dazu, die als Zulieferin für Marken-Verbrauchsmaterialien und Hilfsmittel an das Autolackier-, Carrosserie- und Garagengewerbe sowie für die Industrie verantwortlich zeichnet. Trösch betreibt schweizweit insgesamt 15 Autoglas-Niederlassungen. Der Hauptsitz von Trösch Autoglas befindet sich in Oensingen, wo ein grosses Sortiment gelagert wird. Insgesamt werden in Oensingen 72 Personen beschäftigt. 57 davon sind im Bereich Autoglas tätig, 6 für Carbesa sowie
deren 9 in der Sparte IT. Die anhaltend hohe Nachfrage nach Autoglas und
die immer grösser werdenden Autoscheiben hätten am Standort Oensingen zu Platzproblemen geführt, meint Gygax auf das Zelt auf der Rückseite des Firmengebäudes angesprochen. Deshalb wolle Glas Trösch auch einen Ausbau realisieren, bemerkt Gygax.
Die nun erfolgte Zustimmung des Gemeinderates für den Kauf des dafür benötigten Landes sei wichtig für das Unternehmen, um auf dem Markt konkurrenzfähig zu bleiben. (eva)

Zustimmen musste der Gemeinderat insbesondere dem Antrag der seit 1999 in Oensingen ansässigen Firma für den Kauf eines 2653 Quadratmeter grossen Landstücks für einen etwa 90 langen mal 20 Meter breiten Anbau. Nötig wird dieser, weil die Platzverhältnisse im bestehenden Firmengebäude nicht mehr ausreichend sind. Deshalb hat Glas Trösch auf der Rückseite des Firmengebäudes ein Zelt errichtet.

72 Arbeitsplätze in Oensingen

Im Gemeinderat war man sich einig, dass der angestrebte Ausbau von Glas Trösch auch ein Bekenntnis zum Standort Oensingen ist und dieser damit gestärkt werde. Um das sicherzustellen, bedürfe es der Zustimmung zum Landerwerb für den vorgesehenen Erweiterungsbau, wie im Rat erwähnt wurde. Im Bezug auf den Verzicht eines Gestaltungsplans wurde im Weiteren auf das geringe Ausmass des Ausbaus sowie auf die Existenzsicherung des Betriebs und der Arbeitsplätze hingewiesen.

Bei anderen Firmen sei das in vergleichbaren Fällen auch so gehandhabt worden. Glas Trösch beschäftigt derzeit in Oensingen rund 72 Personen, nach der Fertigstellung des Erweiterungsbaus soll der Personalbestand auf rund 80 Personen anwachsen.

Der Gemeinderat bewilligte abschliessend im Namen der Einwohnergemeinde den Verkauf von 2653 Quadratmeter Land für 290 Franken pro Quadratmeter im Gesamtbetrag von 769 370 Franken an die Glas Trösch AG. Ferner wurde dem Unternehmen für die noch verbleibenden 6987 Quadratmeter der Parzelle ein Vorkaufsrecht bis 17. Dezember 2026 gewährt. Die Kosten für den Geometer und die Amtsschreiberei werden von der Glas Trösch AG getragen, allfällige Handänderungssteuern gehen zulasten der Einwohnergemeinde.

Bezüglich des Gestaltungsplans für das Bauvorhaben empfiehlt der Gemeinderat der zuständigen Planungs- und Baukommission auf einen solchen zu verzichten. Aktuell wird dies aber erst dann, wenn Glas Trösch das Baugesuch für den Erweiterungsbau eingereicht hat.

Zelt sollte abgebaut werden

Der Gemeinderat erteilte dem Gemeindepräsidenten und der Gemeindeschreiberin die Kompetenz für die Unterzeichnung des Vertrags mit der Glas Trösch AG. Der Rat würde es gerne sehen, wenn das Unternehmen nach der Realisierung des Erweiterungsbaus das erwähnte Zelt auf dem Firmengelände zurückbauen würde, wie an der Sitzung bemerkt wurde.