Die Nachricht, dass der Oberaargauer Glasbaukonzern Trösch seine Niederlassung an der Nordringstrasse 1 in Oensingen mit einem Anbau erweitern möchte, lässt aufhorchen. Will die Glas Trösch AG etwa Teile der Produktion des vor der Schliessung stehenden Werks in Trimbach nach Oensingen verlagern? Glas Trösch stellt den Betrieb in Trimbach aus wirtschaftlichen Gründen per Ende Mai ein, 47 von 52 Angestellten verlieren ihre Stelle.

Enge Platzverhältnisse

 Die von Glas Trösch geplante Erweiterung des Firmengebäudes habe nichts mit dem Werk in Trimbach zu tun, erklärte der Oensinger Gemeindepräsident Markus Flury bei der Beratung dieses Geschäfts im Gemeinderat. Das sei so von Verantwortlichen der Firma kommuniziert worden, so Flury (siehe auch Artikel links).

Zustimmen musste der Gemeinderat insbesondere dem Antrag der seit 1999 in Oensingen ansässigen Firma für den Kauf eines 2653 Quadratmeter grossen Landstücks für einen etwa 90 langen mal 20 Meter breiten Anbau. Nötig wird dieser, weil die Platzverhältnisse im bestehenden Firmengebäude nicht mehr ausreichend sind. Deshalb hat Glas Trösch auf der Rückseite des Firmengebäudes ein Zelt errichtet.

72 Arbeitsplätze in Oensingen

Im Gemeinderat war man sich einig, dass der angestrebte Ausbau von Glas Trösch auch ein Bekenntnis zum Standort Oensingen ist und dieser damit gestärkt werde. Um das sicherzustellen, bedürfe es der Zustimmung zum Landerwerb für den vorgesehenen Erweiterungsbau, wie im Rat erwähnt wurde. Im Bezug auf den Verzicht eines Gestaltungsplans wurde im Weiteren auf das geringe Ausmass des Ausbaus sowie auf die Existenzsicherung des Betriebs und der Arbeitsplätze hingewiesen.

Bei anderen Firmen sei das in vergleichbaren Fällen auch so gehandhabt worden. Glas Trösch beschäftigt derzeit in Oensingen rund 72 Personen, nach der Fertigstellung des Erweiterungsbaus soll der Personalbestand auf rund 80 Personen anwachsen.

Der Gemeinderat bewilligte abschliessend im Namen der Einwohnergemeinde den Verkauf von 2653 Quadratmeter Land für 290 Franken pro Quadratmeter im Gesamtbetrag von 769 370 Franken an die Glas Trösch AG. Ferner wurde dem Unternehmen für die noch verbleibenden 6987 Quadratmeter der Parzelle ein Vorkaufsrecht bis 17. Dezember 2026 gewährt. Die Kosten für den Geometer und die Amtsschreiberei werden von der Glas Trösch AG getragen, allfällige Handänderungssteuern gehen zulasten der Einwohnergemeinde.

Bezüglich des Gestaltungsplans für das Bauvorhaben empfiehlt der Gemeinderat der zuständigen Planungs- und Baukommission auf einen solchen zu verzichten. Aktuell wird dies aber erst dann, wenn Glas Trösch das Baugesuch für den Erweiterungsbau eingereicht hat.

Zelt sollte abgebaut werden

Der Gemeinderat erteilte dem Gemeindepräsidenten und der Gemeindeschreiberin die Kompetenz für die Unterzeichnung des Vertrags mit der Glas Trösch AG. Der Rat würde es gerne sehen, wenn das Unternehmen nach der Realisierung des Erweiterungsbaus das erwähnte Zelt auf dem Firmengelände zurückbauen würde, wie an der Sitzung bemerkt wurde.