Härkingen
Gibts bald eine neue Turnhalle?

Dorfvereine müssen oft auf Hallen in anderen Gemeinden ausweichen. Dem soll nun Abhilfe geschaffen werden. In einer vom Gemeinderat in Auftrag gegebenen Studie wurden Einfachhallen und verschieden grosse Zweifachhallen projektiert. Kostenpunkt: Zwischen 3,75 Mio. und 7,35 Mio. Franken.

Philipp Felber
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Momentan noch Zukunftsmusik, die möglichen Standorte der neuen Halle: im Vordergrund rechts neben der Fröschenhalle oder auf dem Kinderfussballplatz links im Hintergrund.

Momentan noch Zukunftsmusik, die möglichen Standorte der neuen Halle: im Vordergrund rechts neben der Fröschenhalle oder auf dem Kinderfussballplatz links im Hintergrund.

Bruno Kissling

Sie kommen seit längerer Zeit, insbesondere im Herbst und Winter an ihre Kapazitätsgrenzen: die Turnhallen in Härkingen. Dorfvereine müssen auf Turnhallen in anderen Gemeinden, zum Beispiel in Egerkingen oder Boningen, zurückgreifen.

Zudem sind die Hallen, gebaut in den 1970er Jahren, schlicht zu klein. Eine Meisterschaftsrunde in Kleinfeld Unihockey kann der ortsansässige Verein UHC Wild Tigers zum Beispiel vergessen.

Kinderfussballfeld verschieben?

Dem soll nun Abhilfe geschaffen werden. Aus diesem Grund hat der Gemeinderat bei der H-O Architekten AG eine erste Studie in Auftrag gegeben. Zusammen mit einer aus Gemeinderäten bestehenden Arbeitsgruppe wurden diverse Ideen gewälzt.

Zwei Punkte stellten sich dabei als entscheidend heraus: die Lage sowie die Grösse der Halle. An der Gemeinderatssitzung wurden nun die Projektergebnisse vorgestellt. Die Arbeitsgruppe favorisierte dabei drei verschiedene Versionen. Bei allen Varianten soll die Halle auf dem heutigen Kinderfussballplatz zu stehen kommen.

Dies würde bedeuten, dass das Feld an den oberen Rand des Grundstücks, neben den Fröschensaal verschoben werden müsste. Dies wäre durchaus möglich. Wenn die Materialcontainer weichen, würde der frei werdende Platz ausreichen, um ein neues Kinderfussballfeld zu platzieren.

In der Studie wurden eine Einfachhalle und zwei verschieden grosse Zweifachhallen projektiert. Diese hätten einen gesamten Platzbedarf, inklusive Garderoben und sonstigen zusätzlichen Räumen, von 886m2 (Einfachhalle), 1508 m2 (Zweifachhalle A) und 1632 m2 (Zweifachhalle B).

In der Zweifachhalle B wäre es zudem möglich, Grossfeld-Unihockey-Meisterschaften auszutragen. Bei allen drei Varianten wäre es neu möglich, dass die UHC Wild Tigers ihre Heimrunden in Härkingen austragen könnten. Die ungefähren Kosten liegen zwischen 3,75 Mio. und 7,35 Mio. Franken.

Halle am besten versenken

In der Diskussion wurde klar, dass der Gemeinderat sich vorstellen könnte, die Halle an den bestehenden Fröschensaal anzubauen. Dadurch müsste etwa der Kinderfussballplatz nicht verschoben werden und ein neues Foyer könnte die beiden Gebäude miteinander verbinden.

Das Bauvolumen ist bei allen Varianten und unabhängig vom Standort beträchtlich, könnte aber durch das Versenken der Halle in den Boden etwas entschärft werden. Dieses Vorgehen schien beim Gemeinderat unbestritten.

Umstrittener war die Hallengrösse. So wurde eifrig diskutiert, ob eine Zweifachhalle überhaupt nötig sei. «Vier Hallen und ein Fröschensaal sind dann vielleicht doch etwas gar viel», wie es aus dem Rat hiess. Vor allem wenn von einem moderaten Bevölkerungswachstum ausgegangen werde, wie es die Härkinger Bevölkerung wünsche.

Markus Oeggerli von den H-O Architekten erklärte dazu, dass man beim Bau einer Zweifachhalle mehr für sein Geld bekomme. Und es wurde auch darauf hingewiesen, dass die bestehende obere Turnhalle aufgrund von vielen Anlässen teilweise nur eingeschränkt als Turnhalle genutzt werden könne.

Die Unwägbarkeiten, wie die Grösse der Halle, der beste Standort und der Nachweis des Bedarfs, sollen nun noch einmal vertieft angeschaut werden. Dazu kommt, dass die Situation in Härkingen mit denjenigen in den umliegenden Dörfern verglichen werden soll. Und auch die möglichen bevorstehenden Hallenbautätigkeiten, namentlich in Neuendorf und in Egerkingen sollen unter die Lupe genommen werden.

Denn Teil einer möglichen Lösung des Hallenproblems könnte auch eine weitere Auslagerung der Hallennutzung in anderen Gemeinden sein, wie Gemeindepräsident Daniel Nützi erklärte. Wichtig schien dem Gemeinderat zudem, dass die finanziellen Konsequenzen, welche auf die Gemeinde bei einem allfälligen Neubau zukommen, näher untersucht werden sollen.

Man wolle nicht wie in anderen Dörfern plötzlich vor einem finanziellen Scherbenhaufen stehen. Dazu sollen auch die Folgekosten, welche auf die Gemeinde zukommen, wie etwa die Personal- und Betriebskosten, mit einbezogen werden.

Der Gemeinderat gab der strategischen Arbeitsgruppe «Infrastrukturanlayse» einstimmig den Auftrag, das Projekt weiter zu bearbeiten. Und jeweils, im Rahmen einer weiteren Vorstudie eine Bestvariante für eine Einfach- und eine Doppelhalle unter Berücksichtigung aller offenen Fragen, zu ermitteln.