Weil der Werkhof des solothurnischen Kreisbauamtes II an der Chilchmatt in Härkingen in die Jahre gekommen ist, muss eine neue Lösung her. Diese liegt jedoch nicht in der Sanierung der vorhandenen Infrastruktur, sondern in einem neuen Standort in Wangen bei Olten. Noch ist der Beschluss des Geschäfts aber nicht definitiv. Der Kantonsrat hat die Verlegung nämlich noch nicht bewilligt.

Der 1973 erbaute Werkhof weise gravierende Mängel auf, stellte die Finanzkontrolle fest, die Gebäude seien baufällig. Dass die bestehende Infrastruktur nicht saniert wird, hängt mit wirtschaftlichen Überlegungen des Kantons zusammen, nach welchen sich eine Sanierung nicht lohnen würde. Ausserdem rücke die Wohnzone immer näher an das Werkhof-Areal heran, weshalb die Situation durch zusätzliche Lärmimmissionen belastet werde. Die Nähe zur Wohnzone kann jedoch in Zukunft zu einer möglichen Lösung führen.

Ideen im Moment rein spekulativ

Das Areal, welches nach dem Umzug des Werkhofs zur Verfügung stehen wird, hat eine Grösse von knapp 3500 Quadratmetern. «Das ist eben schon nicht so furchtbar gross», meint Kantonsbaumeister Bernhard Mäusli. «Aber da wird sich bestimmt eine gute Lösung ergeben.» Momentan befindet sich der Werkhof in einer Zone für öffentliche Bauten und Anlagen. «Eine Umzonung der Parzelle ist jedoch nicht auszuschliessen», sagt Mäusli.

Das Land gehört zurzeit dem Kanton. Es könne aber sein, dass ein privater Investor die Parzelle abkaufe. In Anbetracht der angrenzenden Wohnzone sei es deshalb durchaus denkbar, dass auf der Parzelle Wohnungen entstehen könnten. «Das sind aber reine Spekulationen», gibt der Kantonsbaumeister zu bedenken.

Ebenfalls möglich sei, dass die Zone so beibehalten wird und erneut öffentliche Anlagen in einer ähnlichen Form wie der bereits bestehende Werkhof entstehen könnten. «Das halte ich zwar für weniger wahrscheinlich», überlegt Mäusli. Dies wegen der Nähe zu den bereits bestehenden Wohnungen.

Ideen seitens des Kantons sind folglich vorhanden. Konkret sind diese aber noch nicht. «Der Kanton hat keinen Bedarf für diese Parzelle», so der Kantonsbaumeister. Deshalb wollen Kanton und Gemeinde gemeinsam eine Lösung finden, die für alle Beteiligten von Vorteil ist.

Gemeindepräsident Daniel Nützi kann nähere Angaben über die Arbeit innerhalb der Gemeinde machen: «Die Thematik mit dem Werkhof-Areal lassen wir in die gesamte Ortsplanungsrevision einfliessen, die momentan vorgenommen wird», erzählt Nützi. Eine Kommission sei derzeit in Arbeit, Ideen zu entwickeln und zu prüfen. «Dieser Prozess dauert aber eine ganze Weile, weil er viel Grundlagenarbeit erfordert», so Nützi weiter. All die Ideen, die im Moment kursieren, dürfe man deshalb vorerst noch nicht zu ernst nehmen. «Wichtig ist, dass wir als Gemeinde offen für alles sind», erklärt der Gemeindepräsident zum Schluss.

Neuer Standort an guter Lage

Der neue Standort in Wangen bei Olten wurde ausgewählt, weil er verkehrstechnisch optimal gelegen sei. Da Wangen zentral zwischen den Regionen Thal, Gäu, Olten und Gösgen liegt, ist der Werkhof in Zukunft gut erreichbar. Zurzeit stehen an diesem Standort bereits zwei Salzsilos. Ermöglicht der Kantonsrat die Umsiedlung des Kreisbauamtes mit einem Verpflichtungskredit von 7,8 Millionen Franken, kommt neben diesen Silos ein zweigeschossiges Gebäude zu stehen.

Sowohl Nützi als auch Mäusli sind zuversichtlich, dass der Kanton das Geschäft bewilligen wird. Ursprünglich wäre dieses in der Januar-Session angedacht gewesen. «Das hat aber anscheinend nicht gereicht», sagt Mäusli. «Ich denke, die Bewilligung erfolgt jetzt im März.»

Zwei Monate Verspätung denkbar

Wegen dieser Verspätung wird der Umzug wohl auch erst Ende 2019 erfolgen, anstatt wie anfangs geplant bereits im August. «Wenn alles gut läuft, werden wir nur zwei Monate Verspätung haben», vermutet der Kantonsbaumeister. Sobald der Bau des Werkhofs in Wangen steht, folgt der Umzug der Infrastruktur. Der Rückbau des bestehenden Areals erfolgt dann im Zusammenhang mit der neuen Nutzung.