Warum werden von der Gemeinde Aufträge an auswärtige Handwerker vergeben? Wie könnte die Parkplatzsituation im Dorfzentrum verbessert werden? Was lässt sich gegen die Verwahrlosung einzelner Häuser an der Herrengasse unternehmen? Diese und weitere Themen kamen beim ersten Drei-Königs-Apéro zur Sprache, zu dem der Gewerbeverein Balsthal-Klus eingeladen hatte.

Jedoch diskutierten die rund 50 (von aktuell 130) Mitgliedern nicht unter sich, sondern zusammen mit einer Gemeinderätin und fünf Gemeinderäten. Schon allein die Tatsache, dass die Räte hergekommen waren, um zuzuhören, wo den Gewerblern der Schuh drückt und nach Möglichkeit auch Red und Antwort zu stehen, sei als gutes Zeichen zu werten, meinte Daniel Christ, Vorstandsmitglied des Gewerbevereins und Moderator des Anlasses.

«Saufenster»

Die Gelegenheit wurde denn auch für eine Kropfleerete genutzt. So in Bezug auf die leerstehenden Ladenlokale an der Herrengasse. «Die haben keine Schaufenster, sondern Saufenster», hiess es. Man könnte doch die grossen leeren Glasflächen mit irgendwelchen Elementen gestalten, dann sähe alles schon viel freundlicher aus. Vielleicht sollte die Gemeinde finanzielle Anreize schaffen. Und natürlich sei auch das Städtchen Klus keine einladende Visitenkarte für das Thal.

Als ein zentrales Problem stellte sich die Parkplatzsituation heraus. Zustimmung fand der Vorschlag, im Zentrum die Parkdauer zu verlängern, wobei dies strengere Kontrollen bedingen würde, dies auch in Bezug auf Dauerparkierer.

Handwerker machten darauf aufmerksam, dass für sie spezielle Parkkarten sinnvoll wären, damit sie ihr Fahrzeug dort abstellen können, wo sie es brauchen. Fehlen würden im Weiteren «schlaue» Verbindungen im öffentlichen Verkehr, insbesondere am späten Abend. Die Folge davon: Man fährt mit dem Auto zum Park-and-Ride beim Bahnhof Oensingen, was ganz allgemein wiederum Mehrverkehr verursacht.

Schulfrei am Marktnachmittag

Richtig sauer stösst bei einigen Gewerbetreibenden auf, dass kleinere Aufträge, die nicht dem Submissionsgesetz unterliegen, auswärts gehen, ohne dass ortsansässige Betriebe überhaupt angefragt worden seien. Allerdings wurden keine konkreten Angaben gemacht. Kritik auch bei öffentlichen Arbeitsvergaben: Es komme immer wieder vor, dass der günstigste Anbieter schliesslich nicht das abgeliefert habe, was in der Offerte enthalten war. «Wird das eigentlich geprüft?», wurde gefragt.

Als ein taugliches Mittel, um Balsthal als Einkaufsort attraktiver zu machen, wurde der Markt genannt. Das zeige der Naturparkmäret ebenso wie der Clausemäret. Bei letzterem sei unbedingt darauf zu achten, dass jeweils am Nachmittag schulfrei sei. Dies wäre sinnvoller als ein freier Nachmittag am Fasnachtsdienstag, nur damit man den Solothurner Fasnachtsumzug besuchen kann. Was die weiteren Märkte angeht, so müssten diese kompakter gestaltet werden. Es sei unverhältnismässig, wegen drei, vier Marktständen die ganze Goldgasse für den Verkehr total zu sperren.

Rund fünf Viertelstunden lang dauerte die Aussprache im Dachstock des Kornhauses. Bei vielen Anliegen und Fragen blieb den Gemeinderäten nichts anderes übrig, als es zur Kenntnis zu nehmen und zu versprechen, man werde sich, wo immer möglich, engagieren. Nicht in jedem Bereich könne jedoch die Gemeinde alleine Einfluss nehmen, der Kanton bestimme mit, fügte Enzo Cessotto als Gemeinde- und Kantonsrat aufgrund langjähriger Erfahrung an. Vermehrt müssten Probleme regional angegangen werden. Er setze grosse Hoffnungen in den neu zusammengesetzten Vorstand des Vereins Region Thal, ebenso in die neue Leitung des Naturparks Thal.

Sind Anlässe dieser Art überhaupt erwünscht? So habe man sich im Vorstand gefragt, als man an eine Durchführung dachte, berichtete Moderator Daniel Christ. Dass sie nicht nur erwünscht, sondern auch ergiebig sind, habe sich jetzt gezeigt.